Zur Schulpolitik

1744 Allgemeine Schulordnung für die deutschen Normal-, Haupt- und Triviaischulen (Erlass von Kaiserin Maria Theresia)

1869 Reichsvolksschulgesetz:
Einführung der allgemeinen Volksschule – Abschaffung der konfessionellen Schule Übergang von der kirchlichen zur staatlichen Schulaufsicht – Errichtung von Bürgerschulen (die auf der S.Klasse Volksschule aufbaute) – Verlängerung der Lehrerausbildung auf vier Jahre Das in ganz Europa anerkannte österreichische, zentralistisch geprägte Schulsystem wurde ohne wesentlichen Veränderungen nach 1918 auch von den Nachfolgestaaten übernommen.

1919 Minderheitenschulgesetz
Ziel: „In 20 bis 25 Jahren müssen die von den deutschen bewohnten Gebiete so mit Tschechen durchsetzt sein, daß man von einem geschlossenen Sprachgebiet nicht mehr sprechen kann, und die Zahl der Deutschen muß so weit verringert sein, daß sie keine Gefahr mehr bilden“ – Zitat von Minister Bechyne (Sozialdemokrat)

Folge: Von 1918 bis 1929 waren im Stadtgebiet 31 deutsche Volksschulklassen (rd 40 %) aufgelöst worden, im Landbezirk sogar 45 %. Während es in Randgemeinden oft überfüllte Klassen gab ( Dörfel 87 Schüler, Kratzau 86, Ruppersdorf 105, …) wurden im gleichen Zeitraum sog.Minderheitenschulen eingerichtet, auch wenn es dafür oft nur ein halbes Dutzend tschechische Schüler gab.

Rudolf Simm

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