Reichenberg: Das Schloß

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Reichenberg: Das Schloß

Nur aus dem zweiten Stock der Sparkasse kann man diesen interessanten Anblick auf den Redernflügel und die Kapelle des Schlosses in Reichenberg(Liberec) genießen, wobei der neuzeitliche Obelisk im Vordergrund zumindest komisch aussieht, da er mit der Historie gar nichts zu tun hat. Dagegen erkennt man ein paar Meter der Klothildenstraße und der Herren­gasse und auch der „Goldene Löwe“, unser traditionsreichstes Hotel in der Gutenbergstraße guckt hervor.

Schade, dass das Schloss oder zumindest die Kapelle der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, da doch garade diese der wertvollste Teil des Schlosses ist. Sie überstand alle Feuersbrünste des 17. und 18. Jahrhunderts, ist ein Meisterwerk von Künstlern jener Zeit und noch im Ori­ginal erhalten geblieben. Der Altar steht frei in einer Nische auf der Westseite der Kapelle, die hölzerne Kassettendecke hat 42 Felder mit profilierten Balken, die achteckige Kanzel, die Orgel auf der Empore und das Herrenoratorium: alles das ist farblich bei Anwendung von Orna­menten einmalig abgetönt.

Allein die Tatsache, dass das Schloss nicht bis 1945 Herrschaftssitz war, scheint der Grund, dass es den Reichenbergen nie so richtig ins Unterbewußtsein geriet. War doch schon seit 1850 im Schloss das Bezirksgericht untergebracht und dann diente es immmer wieder ver­schiedenen Verwaltungen.

 

Quelle: Reichenberger Heimatkalender 2007

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