Neus aus Reichenberg von Dagmar Neumann

 

Nachrichten aus der Heimat

 

Liebe Heimatfreunde und Heimatfreundinnen,

der Frühlingsmonat hat angefangen. Hoffentlich sind die Tempe­raturen freundlich zu uns.

 

 

Weihnachten in Reichenberg: In der Adventszeit gab es in der Stadt einige Weihnachtsmärkte. Traditionell waren das die Marktstände am Stadtplatz vor dem Rathaus mit Essensständen, Buden mit Würsten, auch Ferkel wurde hier am Spieß gebraten. Weitere Weihnachtsmärkte waren in der Messe, im Kulturhaus und im Kreisamt. Auch im Rathauskeller war eine sehr schöne weihnachtliche Ausstellung. Vor dem Rathaus haben mehrere Sängerchöre verschiedene Weihnachtslieder gesungen, Trompe­ter bliesen vom Rathaus, im Trauzimmer des Rathauses gab es jeden Adventssonntag ein schönes Konzert. Auch in den Kirchen gab es Weihnachtslieder und die Weihnachtsmesse von Jan Jakob Ryba, die mit Chor und Orchester in der St.-Antonius-Kirche und in den Kirchen in Ruppersdorf, Hanichen und Hermannsthal auf­geführt wurde. Auch der Schnee fehlte in der Adventszeit nicht, erst kam großer Frost, vor dem Heiligen Abend ist es aber wieder warm geworden – das Wetter war wirklich launenhaft. Jetzt ist wieder etwas Schnee gefallen. Also – jeder ist auf seine Kosten gekommen.

 

Das Reichenberger F. X. Schalda-Theater: Das Theater er­hielt im vorigen Jahr eine renovierte Fassade. Auch die Beleuch­tung wurde ausgetauscht.

 

Reichenberger Luftschutzbunker: Im Dezember hatte ich Ge­legenheit, während des Tags der offenen Tür den Bunker unter dem Bismarckplatz zu besichtigen, der für die Öffentlichkeit zum ersten Mal geöffnet wurde. Die Kapazität sind tausend Personen. Die vielen Gänge sind sauber, die Temperatur ist hier kon­stant zwischen 7° und 9° C. Der Bunker ist funktionsfähig. Man­che Ausgänge sind zugemauert. Nicht nur mich überraschte. wie viele Gänge es hier gibt und wie lang sie sind.

 

Sport in Reichenberg: In der Woche vom 31 . Januar bis 5. Fe­bruar 2010 fanden in Reichenberg Winterspiele statt. Schüler und Schülerinnen von 10 bis 14 Jahren aus der ganzen Tschechei wetteiferten in neun Sportwettkämpfen (Alpindisziplinen, Ski­lauf, Biathlon, Eiskunstlauf, Eishockey, Eisschnelllaufen auf Kurzbahn, nordische Kombination. Skispringen – zum ersten Mal auch für Mädchen -, Snowboarding) und in zwei künstle­rischen Wettbewerben (in bildender Kunst und im Tanzwettbewerb).

 

Ruppersdorf: Am 19. September wird in der Ruppersdorfer Kir­che das 100. Jubiläum der Einweihung gefeiert. Pater Antonin Kejdana aus der Ruppersdorfer Kirche bittet um Zusendung  von alten Fotos oder Informationen und interessanten Nachrichten,  die sich auf dieses Jubiläum beziehen. Sie können meine E-Mail­Adresse benutzen: neumannovadagmar@seznam.cz oder meine Adresse: Dagmar Neumannová,  Baltská 607/26, 460 14 Liberec XIV, Tschechei, Tel. 00420 / 485 / 124 694. Hier können Sie auch eine Nachricht hinterlassen, falls ich gerade nicht zu Hause bin.

Herzlichen Dank im voraus!

 

Böhmisch Aicha: Im Trauzimmer des Rathauses in Böhmisch Aicha wurde Ende 2009 die Veröffentlichung des Buches von , MUDr. Zdenek Jodas „Böhmisch Aicha und Umgebung auf Zeitbildern“ gefeiert: Das Buch widmet sich dem Thema historische Fotografien und Ansichtskarten in Böhmisch Aicha und Umge­bung. Darin sind eine Reihe von Daten und Erinnerungen von Augenzeugen, die die mehr als 150jährige Geschichte von Böh­misch Aicha aufzeigt. Ebenfalls gegen Jahresende erschien das Buch „Volksbauten hin­ter dem Jeschken und in Böhmisch Aicha und Umgebung“ von Svatopluk Technik, mit Bildern, Skizzen und Hausnummern der abgebildeten Häuser.

 

Kriesdorf: Auch wenn über Kriesdorf nicht berichtet wird, liegt das Dorf unweit Christofsgrund-Neuland, und ich meine, fol­gendes wäre interessant: In Kriesdorf wurde ein ökologisches Häuschen nur aus Naturmaterialien – Holz, Stroh und Lehm – gebaut. Die Fläche beträgt 25 m2. Zur Disposition ist ein Raum im Erdgeschoß und ein wohnlicher Dachboden mit einem großen Fenster in den Garten. Die Hauswände sind aus Strohballen, die ein Holzgerüst zusammenhält. Anstelle von Mörtel, Beton und Mauerputz wurde Lehm verwendet. Einziges künstliches Materi­al sind die elektrischen Kabel und Wasserleitungen. Die Beda­chung ist aus Gras und die Duschecke aus Lehm. Das Häuschen ist energetisch-wirtschaftlich bau- und betriebsarm. Hauptvorteil ist der Preis. Der ist gegenüber üblichen Bauten ungefähr ein Drittel geringer, das heißt 200.000 tschechische Kronen. Im Haus herrscht vorteilhaftes Klima und man kann hier gut atmen. Es fehlt noch das grüne Dach aus Gras. Der Inhaber des Hauses hat im Vorjahr noch ein rundes Holzbauwerk – mit Schafwolle isoliert – in Senec bei Preßburg, wo er selber wohnt, gebaut. Hin­ter Jeschken, woher er stammt, will er noch einige weitere Oko­Häuser bauen. Die zunehmende Beliebtheit der Ökohäuser ist klar sie sind billig und „gesund“.

 

Langenbruck: In der Adventszeit gab es in Langenbruck eine Ausstellung über die Schulgeschichte zum Jahrestag der Eröff­nung des Schulgebäudes. Die Ausstellung wurde vom Schulmei­ster in der damaligen Form begleitet. Der ganze Gang im Unter­geschoß hat sich in ein altes Klassenzimmer verwandelt. Im Dachgeschoß wurden alte Schulbänke, Lehrbücher, das Katheder und ein funktionierendes Harmonium aufgefunden. Es wurden auch alte Schullehrhilfen gefunden, so z.B. ausgestopfte Vögel, Unterrichtsbilder und Schreibfedern, die die Besucher in echte Tinte eintauchen und ausprobieren konnten. Einige spielten auch auf dem Harmonium Volkslieder nach historischen Noten. Der Hauptanziehungspunkt waren aber Fotografien, Zeugnisse, Jahr­bücher und weitere Dokumente, die die lange Geschichte der Schule dokumentieren. In den drei Wochen besuchten die Aus­stellung einige hundert Schüler und Lehrer, Eltern und Anhänger der Schule.

 

Schöne Spaziergänge bei gutem Wetter und ein gesegnetes Oster­fest wünscht allen herzlich

 

            Dagmar Neumann

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