Sudetendeutscher Tag 2018 in Augsburg

Der Sudetendeutsche Tag stand in diesem Jahr unter dem Motto: „ Kultur und Heimat – Fundamente des Friedens. Wie immer begannen die Festivitäten am Freitagabend mit der Verleihung der Kulturpreise im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses.

Reichenberger Impressionen_Sudetendeutscher Tag_2018

Großer Sudetendeutscher Kulturpreis

Den Großen Sudetendeutschen Kulturpreis 2018 erielten die Zwillingsbrüder Hans Jürgen und Joachim Lothar Gartner aus Steinschönau. Nach der wilden Vertreibung und der Flucht aus der SBZ 1949 fand in Wien die Familie wieder zusammen. Ihre künstlerische Ausbildung erhielten die Brüder an der Höheren Bundeslehr- und – versuchsanstalt für Textilindustrie/Abteilung Design. Schrittweise verlassen sie den Surrealismus mit seinem Perfektionswahn und landen schließlich in der Abstraktion. Die Entwicklungen laufen parallel mit einem Unterschied: Hans Jürgen bevorzugt bei seinen Darstellungen den Menschen, während bei Joachim Lothar die Landschaft das Thema ist. Ihr reichhaltiges künstlerisches Schaffen und berufspolitisches Engagement bleibt nicht ohne Preise und Ehrungen.

Kulturpreis für Darstellende und Ausübende Kunst

Der Preisträger für „Darstellende Kunst“, Ronny Krippner, wurde zwar 1980 nur auf dem Gebiet des historischen Egerlands geboren, bekennt sich aber zu den durch seinen Großvater aus Schönlind im Kaiserwald vererbten Egerländer Wurzeln, ist Mitglied der „Eghalanda Gmoi“ in Marktredwitz und spielt, wie manche behaupten, nicht nur in Böhmen, sondern sogar in seiner jetzigen Wirkungsstätte London die Orgel in Egerländer Tracht. Dieser junge Musiker hat seine Ausbildung an der Hochschule für Katholische Kirchenmusik und gleichzeitig als Chorleiter bei den Regensburger Domspatzen begonnen

Sudetendeutscher Volkstumspreis

Mit dem Volkstumspreis wurde dieses Jahr die Malerin, Schriftstellerin und Volkskundlerin Margarethe Pichl-Wolf, geboren 1937 in Luck bei Karlsbad im Egerland, geehrt. Pichl-Wolf hat sich in ihrem Lebenswerk des kulturellen Gebietes der vertriebenen Egerländer angenommen, das am meisten vom Verschwinden gefährdet ist: der Mundart und der Bräuche. Sie spricht und schreibt in der Egerländer Mundart.

Kulturpreis für Musik

Walther Prokop, der Kulturpreisträger für Musik, wuchs in einem den Künsten aufgeschlossenen Umfeld auf und kam schon in jungen Jahren mit der Musik in Berührung. Dem Abitur in Rosenheim schloss sich ein Studium der Schulmusik und Komposition an der Münchener Musikhochschule an, gefolgt vom Schuldienst am Gymnasium in Gars am Inn.

Kulturpreis für Bildende Kunst und Architektur

Mit dem Sudetendeutschen Kulturpreis für Bildende Kunst und Architektur wurd Gabriele Stolz ausgezeichnet. Die examinierte Kunsterzieherin lebt und arbeitet in München als freischaffende Künstlerin. Seit 1986 nahm sie an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen teil in Bayern, in Deutschland und im europäischen Ausland. Im Laufe ihres künstlerischen Schaffens hat sie viele Preise und Auszeichnungen erhalten.

Kulturpreis für Wissenschaft

Vita und Werk weisen Walter Ziegler, den Kulturpreisträger für Wissenschaft, als einen der maßgeblichen Historiker seiner Generation aus. In seltener Breite vertritt er das Fach Geschichte vom späten Mittelalter bis zur Zeitgeschichte. Geboren am 16. Juli 1937 in Reichenberg, ist er sich seiner sudetendeutschen Herkunft bewusst und bekennt sich zu dieser. Seine Laufbahn wird man als Musterbeispiel einer gelungenen Integration im Freistaat Bayern bezeichnen dürfen.

Leider konnten wir dem Preisträger nicht persönlich gratulieren, da er erkrankt war. Wir wünschen ihm gute Besserung und hoffen ihn bald zu treffen.

Kulturpreis für Literatur und Publizistik

1953 im oberösterreichischen Engerwitzdorf geboren, studierte Richard Wall an der Linzer Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung und machte sich bald mit literarischen und künstlerischen Arbeiten einen Namen. So sehr ihn seine Sehnsucht zu anderen Ländern zog, so sehr blieb er dem Mühl – und Waldviertel am Eisernen Vorhang verbunden. Als diese Grenze nach der Samtenen Revolution wieder passierbar wurde, zählte er zu den ersten Autoren, die mit poetischer Neugier und Sensibilität in die südböhmische Landschaft hineinwanderten. Die Begegnung mit Oberplan, dem Geburtsort des Schriftstellers und Malers Adalbert Stifter, war für Wall eine Initialzündung.

(Auszug aus einer Pressemitteilung des SL-Bundesverbandes und der Sudetendeutschen Zeitung von Dr. Wolfgang Theissig (Kreisobman Kreisgruppe Mühldorf und stellv. Ortsobmann Waldkraiburg) / Urd Rothe-Seeliger (stellv. Vorsitzende Heimatkreis Reichenberg / Frauenreferrentin der SL Waldkraiburg))

 

 

 

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