Reichenberg: Aus der Geschichte Reichenbergs

Lesen Sie zum Jahresbeginn wieder bedeutsame Ereignisse aus der Geschichte der Stadt Reichenberg. Im Jahr 2013 jähren sich z.B. der Bau des alten Rathauses im Jahr 1603 oder der Bau der ersten Arbeiterhäuser der Fa. Liebieg im Jahr 1853. Am Anfang aber steht der erste evangelische Pfarrer der im Jahr 1533 nach Reichenberg kommt. Lesen Sie selbst:

 

1533 wirkt als erster evangelischer Pfarrer Johan Pfeifer in Reichenberg.

Am 11.4.1593 erläßt die Friedländer Leineweberzunft eine Gesellenordnung, die von der Reichenberger Zunft übernommen wird.

1593 besiegt Melchior von Redern die türkische Übermacht bei Sissek.

1603 wird das alte Rathaus fertiggestellt. Von Katharina von Redern 1599 begonnen hat es der Stadt 300 Jahre gedient.

 

1633 wird die Reichenberger Neustadt angelegt, zunächst sind es 21 Häuser, die den Marktplatz, später Bismarckplatz, umsäumen.

20.4.1643 stirbt Christoph Demantius (Demuth). Der Kantor und Tonschöpfer wurde am 15.12.1567 in Reichenberg geboren und wirkte hier bis 1590.

1643 zählt Reichenberg 263 Häuser, darunter 63 Brauhöfe. Die Tuchscherer erhalten ihr erstes Zunftprivileg. Zweimal wird die Stadt von den Schweden geplündert.

1693 errichtet Platz von Ehrental eine herrschaftliche Wollniederlage und zwingt die Tuchmacher, ihre Wolle nur dort zu kaufen. Bis zu seinem Tod im Jahr 1722 wird er die Bevölkerung schikanieren.

1713 wütet in Grottau die Pest.

1723 überschemmt die Neisse Reicherberg so arg, dass die Bewohner mehrerer Häuser, diese acht Tage lang nicht verlassen können. In Grottau wird die erste Baumwolle verarbeitet.

1723 endet der mehrmonatige Streik der Tuchmacher, der bereits 1722 begann.

Am 13.1.1733 wird der Kirchenmaler Philipp Leubner geboren.

1743 werden die ersten Häuser in der Sorge errichtet.

1753 errichten 150 Reichenberger Strumpfwirker ein Zunfthaus. Johan Josef Kuntze aus Grottau vollendet die Kreuzkirche durch zwei Türme.

1763 erscheint in Prag das älteste gedruckte Geschichtswerk unserer Heimat, die „Chronic vormals böhmischer Cron-Lehen, nunmehr ins Allodial gezogener zweyer Städte Friedland und Reichenberg“ von Pater Johann Carl Rohn.

Am 10.3.1783 bestätigt Kaiser Josef II. den Reichenbergern ihre Privilegien.

Am 29.6.1793 wird in Chrudim Josef Ressel, der Erfinder der Schiffsschraube, geboren. Die Familie stammt aus Heinersdorf a.d.T. Seine Verdienste um die Forstwirtschaft werden häufig übersehen.

1798 erbaut Philipp Vater die erste Textilfabrik in Grünwald.

Am 28.2. 1803 wird Karl Herzig geboren. Er ist Mitbegründer der Reichenberger Sparkasse, des Hospitals und des Gebirgsvereins. 1848 wird er Reichstagsabgeordneter und später Ehrenbürger Reichenbergs.

1813 wird auch Reichenberg kurz von französischen Truppen besetzt.

Am 23.12.1823 wird Severin Müller geboren. Er wird später eine dreibändige Weltgeschichte verfassen und Äsop und Aristoteles übersetzen.

1843 wird Josef Hannich der spätere Reichstagsabgeordnete, Schriftsteller und Dramatiker geboren. Ignaz Ginzkey stellt die erste Jacquardmaschine in Maffersdorf auf und beginnt 1857 mit der Herstellung von Teppichen.

Am 19.4.1848 rücken Nationalgarden in Reichenberg aus. Am 1.5. gründet Karl Herzig den „Verein zur Aufrechterhaltung der deutschen Nationalität in Böhmen“.

Am 21.1.1853 beginnt Johann Liebieg am Johannisstein mit dem Bau der ersten Arbeiterhäuser. Daraus entwickelt sich nach und nach ein eigener Stadtteil, die Liebiegstadt.

Am 01.09.1853 wird Franz Bayer geboren, der später 39 Jahre lang Reichenbergs Geschicke lenken wird.

Am 17.1.1863 erhält Reichenberg mit Gustav Walter aus Nürtingen erstmals wieder einen evangelischen Geistlichen.

Am 01.05.1863 erfolgt die Gründung des Vereins „Ceská beseda“ für die tschechischen Minderheiten.

Am 15.10. 1863 nimmt die Handelsschule ihren Unterricht auf. Daraus soll sich später die Handelsakademie (Wirtschaftsoberschule) entwickeln.

Am 27.6.1863 wird Heinrich Herkner geboren. Als Kathedersozialist wird er als Professor in Berlin später bezeichnet werden. Er wirkte auch an den Hochschulen in Karlsruhe und Zürich; er war Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (1909) und gehörte mit Max Weber, Ferdinand Tönnies und Georg Simmel ihrem ersten Vorstand an.

1873 wird in Josefstal die Freiwillige Feuerwehr ins Leben gerufen.

1873 wird das Versorgungshaus nach vierjähriger Bauzeit fertiggestellt; später werden hbier die Lehrerbildungsanstalt und Mädchenbürgerschule untergebracht sein.

Am 02.12.1873 wird das Reichenberger Museum eröffnet, das sich bis 1882 zum Nordböhmischen Gewerbemuseum entwickeln wird. Es wird in der Schule „Am Viertel“ (Adlergasse-heute Orli ulice) eingerichtet.

1873 erhält Liebenau eine Knabenbürgerschule.

Am 25.3.1873 wird Emma Maria Herzig geboren. Sie wird 1905 in Graz die erste Ärtzin Österreichs und ab 1908 in Reichenberg als Frauenärtzin tätig sein; 1910 begründet sie die Deutsche Vereinigung für Mutterschutz und Säuglingsfürsorge; sie war außerdem fünf Jahre Mitglied im Prager Parlament und zehn Jahre Mitglied der Stadtvertretung. Sie starb am 1.3.1933.

Am 27.3.1873 wird in Voigtsbach der Heimatforscher Anton Josef Ressel geboren.

Am 1.4.1873 wird Grulich Hugo Wagner in Nieder-Ullersdorf geboren; er ist als Musikerzieher; Chormeister und Tondichter aus dem Reichenberger Kulturleben nicht wegzudenken.

Am 29.9.1883 wird mit einer festlichen Aufführung des „Wilhelm Tell“ das neue Stadttheater eröffnet.

Am 19.11.1883 bekennt sich der deutsch-nationale Verein in Reichenberg zur nationalen Teilung.

Am 22.12.1883 wird die Turnerverbindung „Jahn“ ins Leben gerufen.

Am 04.09.1883 wird Eduard Proksch geboren, dessen Quartett weitum bekannt und belibt war, der ca. 300 Konzerte gab und als Gau-Chormeister wie im Lehrergesangsverein Silcher und in der „Cäcilia“ segensreich wirkte.

Am 02.10.1883 wird der Alpinist und Schriftsteller Rudolf Kauschka geboren; er wird auch als erster Europameister im Rennrodeln in die Annalen eingehen und sich um die Neue Reichenberger Hütte verdient machen.

Am 03.04.1893 wird das neue Rathaus eröffnet; Dr. Franz Bayer, der am 16.2. gewählt wurde wird hier 36 Jahre lang wirken.

Am 06.04.1893 wird die Sektion Reichenberg als 200. des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins unter Josef A. Kahl gegründet.

1893 wird die Krone als neue Währung eingeführt, die den Gulden ablöst.

Am 23.4.1903 wird Maffersdorf Marktgemeinde.

1903 wird die Unterrealschule zur Oberrealschule erhoben.

1903 wird die Harzdorfer Talsperre fwertiggestellt.

Am 19.04.1913 stirbt Hermann Hallwich, der 1874 eine „ Geschichte Reichenbergs und seiner Umgebung“ herausgebracht hat.

1923 wird die von Prof. Dr. Erich Gierach betriebene „Bücherei der Deutschen“ als wissenschaftliche Bibliothek eröffnet. Gierach war Mitglied der Sudetendeutschen Partei und wurde nach seinem Wechsel nach München Mitglied des „Sudetendeutschen Freikorps“. Seit 1939 war er Mitglied der NSDAP.

1923 müssen auf Anordung der tschechischen Regierung die ca. 1823 errichteten Kaiser-Josef-Denkmäler abgetragen werden.

Am 16.9.1923 finden Gemeindewahlen statt.

1923 eröffnen das Lehrlingsheim und das Wöchnerinnenheim als weitere soziale Einrichtungen ihre Pforten.

Am 20.10.1923 wird Otfried Preußler geboren, der als einer der meistgelesenen Kinderbuchautoren weltweit gilt; Räuber Hotzenplotz ist wohl eine seiner berühmtesten Figuren.

Am 21.01.1933 wird die Weberbergbaude durch Brand vernichtet.

Am 10.03.1933 wird die alte Baude auf der Königshöhe durch Brand vernichtet.

1933 zählt Reichenberg 84,53% deutsche Bewohner, 13,49% tschechische. Von 700.000 Arbeitslosen in der Tschechoslowakei sind 450.000 sudetendeutsch.

1933 Jeschkeseilbahn wird eröffnet

1933 gründet Konrad Henlein die Sudetendeutsche Heimatfront.

Am 27.2.1953 Gründung der Hochschule für Maschinenbau, ab 1960 Hochschule für Maschinenbau und Textilindustrie

1953 wechselkt der Vorsitz des Heimatverbandes Reichenberg, dem Vorgänger des Heimatkreises Reichenberg, von Oberstleutnant a.D. Franz Tittelbach auf Dr. Egon Leicht, den letzten Oberbürgermeister der Stadt Reichenberg. Tittelbach wird Ehrenvorsitzender. In Nürnberg wird ein Reichenberger Heimattreffen mit 10.000 Besuchern durchgeführt.

Am 31.01.1963 brennt das alte Jeschkenhaus, ausgelöst durch unachtsame Arbeiter, ab.

1973 Fertigstellung des neuen Jeschkenturmes.

1993 Eröffnung des Autobahntunnels am Bahnhof für den öffentlichen Verkehr

1993 finden die 3. Deutsch-Tschechischen Kulturtage auf Initiative des Heimatkreises Reichenberg und des Verbandes der Deutschen in Reichenberg statt.

Am 01.06.2003 Eröffnung des Isergebirgsmuseums in Neugablonz.

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