Reichenberg: Villa Stross

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1925 vergab der Reichenberger Industrielle Franz Stross dem Architekten Thilo Schoder aus Gera in Deutschland die Ausarbeitung eines Projektes für seinen geplanten „Landsitz“. Im Endergebnis wurde daraus die modernste Villa der Stadt.

Schoder gelang es in hervorragender Weise das zur Talsperre abfallande Terrain zu nutzen. Aus dem Kellergeschoss gelangte man in den Garten, der wiederum durch seine einzigartige botanische Qualität berühmt wurde.

Den anspruchsvollen Bau beendete die Reichenberger Baufirma Adolf Bürger bereits 1927. Auf der Südseite wurden Rhododenren gepflanzt, die zur Blütezeit einen märchenhaften Eindruck erweckten.

Im Erdgeschoss befanden sich die Wohnräume: das Herrenzimmer mit Garderobe, das Boudoir für die Dame des Hauses, ein Gemeinschaftsraum mit dem Ausgang auf die Terrasse, weiters ein Zimmer für den Sohn und die Gäste, beide ausgestattet mit Bad.

Für die Inneneinrichtung, die supermodern gestaltet war, kamen seltene exotische Holzarten zu Verwendung, für die Verkleidung der Wände und die Ausstattung der Bäder seltene Marmorarten.

Franz Stross ging 1938 ins Exil und während des Krieges war in seiner Villa die Polizei untergebracht, die wohl mit der Einrichtung kaum sehr schonend umgegangen sein mag. Den Rest bekam das Haus nach der Vertreibung ab 1945. Die inneren Räume wurden „umgebaut“, die Villa wurde Sitz des Hygieneamtes, im Souterrain wurde ein Labor eingerichtet.

Die drei kleinen Fotos ermöglichen eine Vorstellung über die Eleganz und die Modernität der Innenräume.

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