Posselt: Sudetendeutsche fordern strafbewehrtes UN-Vertreibungsverbot

München. Zum Vertriebenen-Gedenktag (am heutigen Sonntag) erklärte der Sprecher und
Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Bernd Posselt, Flucht und Vertreibung drohten zu
einem der schlimmsten Weltprobleme im 21. Jahrhundert zu werden. Deshalb müssten
rasch Konsequenzen auch aus der Vertreibung von 14 Millionen Deutschen nach dem Zweiten
Weltkrieg gezogen werden, die man viel zu lange verdrängt oder verharmlost habe. Der
Außen- und Europapolitiker Posselt appellierte an die deutsche und die tschechische Regierung,
in der EU und auf UN-Ebene ein international kodifiziertes und wirksames Vertreibungsverbot
mit schweren strafrechtlichen Sanktionen gegen die Verantwortlichen solcher
Gewalttaten zu verankern. Dies sei eine zumindest moralische Wiedergutmachung für das
Vertreibungsgeschehen nach dem Zweiten Weltkrieg im Sinne eines „Nie wieder!“ Die Weigerung
mehrerer EU-Mitgliedsstaaten in Ostmitteleuropa, bei der heutigen Vertreibungssituation
Solidarität zu zeigen, sei ein Schlag ins Gesicht sowohl der Opfer von heute als auch
ihrer Schicksalsgefährten von vor 70 Jahren. Die Vertreibung beider Gruppen könne man
zwar nicht völlig gleichsetzen, doch Leiden bleibe Leiden, egal wem es widerfahre. Die EU
müsse schleunigst zu einer Verteilung der Vertriebenen und Flüchtlinge der Gegenwart finden,
wie dies das Europaparlament auf Vorschlag Posselts schon 1998 gefordert habe. Ansonsten
sollten Deutschland und Frankreich wenigstens eine möglichst hohe Zahl von europäischen
Ländern um sich scharen, die freiwillig feste Quoten verabreden. Dies gebiete auch
der Respekt vor denen, die schon nach dem Zweiten Weltkrieg in besonderer Weise unter
kollektiver Entrechtung und Vertreibung gelitten hätten, wie die Sudeten-, Ost-, Südost- und
Russlanddeutschen.

 

München, 13. September 2015

 

Quelle:

Sudetendeutsche Landsmannschaft, Bundesverband e.V., Pressestelle

Posted in Aktuelles, Aus dem Heimatkreis Reichenberg, Aus der Sudetendeutschen Landsmannschaft.