NACHRICHTEN AUS DER HEIMAT: Oktober 2013

Liebe Heimatfreundinnen und Heimatfreunde, 

nach dem herrlichen Sommer können wir wieder den Herbst begrüßen. Es ist gut, dass sich die Jahreszeiten regelmäßig wechseln, jeder kann so seine beliebte Zeit mit erhöhtem Interesse verbringen. Und wenn man dann etwas müde vom Spaziergang (mit Pilzen?) nach Hause kommt, wird sicher etwas Zeit sein, beim Ausruhen wieder etwas über Reichenberg zu lesen.

REICHENBERG

– DAS FRÜHSTÜCK DER NATIONALITÄTEN

 

 AM 21. Juni 2013 fand im Sitzungsraum des Reichenbergers Rathauses Frühstück der Nationalitäten statt. Zum 5. Mal organisierte diese Aktion das Kommunzentrum „KONTAKT“ in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Unterstützung der Integration der Ausländer im Reichenberger Bezirk. Während dieser interessanten Veranstaltung haben die nationalen Minderheiten die Möglichkeit, der Majoritätsmehrheit ihre Kultur, Traditionen und traditionelle Küche präsentieren. Unter den Gästen waren Angehörige der deutschen, jüdischen, Roma-, armenischen, usbekischen, mongolischen, ukrainischen, russischen und vietnamesischen Kommunität und zwei Gäste aus Ägypten und Pakistan vertreten. Die Einladung hat der Stellvertreter der Oberbürgermeisterin für für Schulwesen und Kultur Kamil Jan Svoboda angenommen, der zusammen mit Direktor des Kontaktes Michael Dufek allen Anwesenden „Guten Appetit“ wünschte. Es folgte eine liebe Aufführung der Kinder-Folkloregruppe Jizerka, die bei Kontakt wirkt. Nachher haben die Zigeunerkinder vom Kreis der traditionellen Romatänzen Amare Čhave unter Begleitung von temperamentvollen Zigeunermelodien getanzt. Danach haben die Anwesenden die Gerichte gekostet, die schon auf der Festtafel vorbereitet waren. Außer der böhmischen Küche war hier auch Kostprobe der Frühlingsrollen und ¨Kohlsalat von der vietnamesischen Kommunität, Honigkuchen von der armenischen Kommunität und merkwürdiges Brot von Usbeken. Während des Frühstücks haben sich die ursprünglich getrennten Kommoditäten einander vermischt, alle haben lebhaft diskutiert und ihre Erlebnisse und Erfahrungen ausgetauscht. 
  

– DER JESCHKEN: Am 9. Juli 2013 war es genau 40 Jahre, als der originale und architektonisch hochgeachtete 94 Meter hoher Hyperboloid zum Gebrauch übergeben wurde. Das Phänomen Jeschken, das auf unikaler Weise das Berghotel mit Fernsehsender vereint, bekam zum Geburtstag einen restaurierten Salon. Es wurden auch die Zugangsrampen, Betongeländer und Fassaden rekonstruiert. Der Bau in Form eines Kegels bekam im Jahre 1969 den Augustus Perret-Preis für seine Eleganz und praktische Nutzung der modernen Technologien. Der Bau wurde auch laut der Zeitschrift Architekt zum „Tschechischen Bau des 20. Jahrhunderts“ und zum nationalen technischen Andenken erklärt.

– DIE NEUE GEMÄLDEGALERIE IN REICHENBERG

Die neue Lichtaufschrift, die an der Wand des historischen Gebäudes, ehemaligen Stadtbad Franz Josef I., platziert ist, deutet an, dass der Umbau des Stadtbades, ehemaligen Kaiserbades, zur Gemäldegalerie, sich zum Abschluss neigt. Das blaue, wagenrechte Merkmal auf schwarzen Hintergrund  im Logo ist kein Zufall, alles hier hat sein Zweck. Der Strich veranschaulicht den Wasserspiegel im ursprünglichen Schwimmbecken, wie der Direktor der Gemäldegalerie Jan Randáček informierte. Die Buchstaben sind in die ursprüngliche historische Aufschrift auf der Front des Gebäudes formuliert. Das Vermächtnis auf die Vergangenheit verbirgt sich auch im Mantel des neu angebauten Gebäudes des Depositoriums. Das Muster am speziell reparierten Aluminiumoberfläche besteht aus 2.000 Teilen und stellt ein Motiv der Blaudruckschablone dar, die die Liebiegs, Gründer der Sammlungen der Reichenberger Gemäldegalerie, in ihren Textilfabriken benutzten.
Überhaupt das erste Mal bekamen die Interessenten nach 20 Monaten Renovierung des historischen Gebäudes des alten Stadtbades, das im Rahmen der Aktion IPRM-Volksgarten zum Sitz der Gemäldegalerie verwandelt wurde, die Gelegenheit, die Räume einer des wertvollsten architektonischen Reichenberger Andenkens, am 25. Juli 2013 zu besichtigen. In einer langen Schlange warteten geduldig 1.327 Besucher in allen Alterskategorien. Jede Gruppe von 30 Besuchern begleitete immer ein Reiseführer, unter deren z. B. auch die Architektin Helena Hlávková, die sich am Projekt des Umbaus beteiligt hat, war. Die neugierigen Besucher hat sie durch den Eingangsraum, wo eine Gaststätte mit Terrasse ist, die auf die Masaryk Straße führt, durchgeführt. Es folgte der Raum des Lesesaals, der öffentlich zugänglich sein wird und schließt sich an die Bibliothek und das Kaffeehaus an. Die bogigen bunten Fenster im Jugendstil haben sich auf Türen geändert, durch die man auf die Terrasse hineingeht. Aus der ursprünglichen Halle hat die Glaswand einen weiteren Saal geschafft. Es sollte hier ein Geschäft sein, aber es wird hier eine Ruhezone des Kaffeehauses mit Klavierflügel, wo die Leute sitzen, beziehungsweise sich die Musik anhören können. Man kommt voran in das Vestibül mit der Treppe. Die ursprüngliche führt aufwärts, die neue herunter zum Räumen unter dem Schwimmbecken. Man kann sich entscheiden, ob man hinauf zu den beständigen Sammlungen geht, oder herunter, wo außer beständigen auch kurzzeitige Ausstellungen sein werden. Hinter der Wand des Vestibüls verbirgt sich der Aufzug. Das ganze Bad ist behindertengerecht, sogar auch die Toiletten für Rollstuhlfahrer haben eine Alarmanlage für den Notvorfall. Die vertraute Aufschrift über den Stufen verkündigt: der I. Stock Rehabilitationsturnhalle, Wannen- und Dampfbad, Massage, Pediküre. Man will die Besucher nicht etwas anderes lernen. Wenn sie über das Bad sprechen, verstehen sie damit dieses Gebäude. Deswegen ist auch diese Aufschrift am Eingang. Und jetzt kommt das grundsätzlichste. Die Schritte der Gruppe zielen herunter, dorthin, wo ursprünglich der Schwimmbecken war. Die Halle ist uns vertrauensvoll bekannt, nur statt unter den blauen Spiegel betreten wir die Tafeln aus Milchglas. Die Türkiskonsolen und das Geländer sind erneuert und am Wandelrand, wo früher die Umkleidekabinen waren, ist eine Aufschrift „Die Badehosen in den Ausguss auswringen“. Das klassische gusseiserne verzierte Waschbecken unter der Aufschrift ist aber verschwunden. In diesem Raum ist eine gläserne Decke. Nach Einziehen der Galerie wird hier Raum für veränderliche Ausstellungen, moderne Kunst oder übermäßige Werke sein. Der Schwimmbecken, Platz des größten Interesses, hat gläsernen Fussboden und Aussicht auf die Wandelgänge, wo die beständige Exposition der Galerie platziert sein wird. Aber erst dann, wenn die geeignete klimatische Bedingungen erreicht werden. Der Raum selbst kann in der Zukunft auch für Konzerte oder visuelle Präsentationen dienen. Am häufigsten wird er aber kurzfristige Ausstellungen bieten.
Das Projekt der Umwandlung des Stadtbades schließt außer Rekonstruktion des historischen Gebäudes auch Aufbau in die unmittelbare Nähe ein. Dieser ist als Sparbüchse für die Bilder aufgenommen. Es ist eigentlich ein Depositär mit strengen klimatischen Bedingungen, für Bewahren der besten Umwelt für Kunstwerke. Bestandteil ist auch Einrichtung für die Besucher und Verwaltung der Galerie. Die Gemäldegalerie wird sich allmählich in die neuen Räume in der zweiten Hälfte 2013 verlagern. Planmäßig soll sie für die Öffentlichkeit erst in Februar 2014 geöffnet sein. Es wird auch der anliegende Park mit Podium für kleinere Theaterproduktion, Konzerte und Vernissagen eröffnet. Der Umbau des Stadtbades kostete 360 Millionen Kronen (in diesem Preis ist die Mehrwertsteuer inbegriffen), die Stadt bekam eine europäische Subvention, die 85 % der Kosten bedeckte. Weitere 30 Millionen Kronen wird die Ausstattung kosten. Das rekonstruierte Objekt wird in Eigentum des Reichenberger Bezirks überführt, der auch die 15% Pflichtbeteiligung bezahlt.
Bis jetzt sind im Depositorium 21 Tausend Artefakte und durchschnittlich wurden 150 Werke ausgestellt. In der neuen Galerie wird es möglich sein, den Besuchern bis 250 Tausend Bilder, Statuen und nächste Gegenstände vorzustellen.
Das Neurenaissance  Bad wurde in den Jahre 1900 bis 1902 erbaut, in der Zeit des größten Aufschwungs der Stadt, laut Projekts des Wiener Architekten Peter Paul Brang. Die Funktion des Bades hat es aufgehört zu füllen in der Hälfte der 80. Jahre. Nach 1989 wurde das Bad dem ursprünglichen Eigentümer, der Tschechischen Sparkasse, zurückgegeben. Diese hat das Gebäude in die privaten Hände verkauft. Weil der neue Eigentümer in das beträchtlich verkommene Bad keine größeren Summen investierte, haben die 90. Jahre die absolute Devastation dieses Kulturandenkens beschleunigt. Die Stadt Reichenberg, die das Bad niemals besitzt hat, hat es in der Versteigerung von der gekrachter Gesellschaft MONA im Jahre 2005 für 9 Millionen Kronen gekauft, und damit hat sie es auch gerettet. Zum beheben des größten Mangels hat die Stadt erst einige Zehnten Millionen Kronen eingelegt, endlich wurde während der Suche der nächsten Nutzung des Bades seine Revitalisierung als einer der Projekte IPRM-Volksgarten eingereiht. Die Realisation des Projektes „Revitalisierung des Stadtbades zum Galerieobjekt wurde am 9. September 2011 eröffnet.

Die nächste kommentierte Besichtigung des revitalisierten alten Stadtbades fand am 29. August ab 12 bis 18,30 Uhr statt.

 

– DAS NORDBÖHMISCHE MUSEUM

In Reichenberg fand vom 14. August 2013 das 4. internationale Festival der Drehorgel statt. Die Eröffnung verwirklichte sich vor dem Reichenberger Rathaus unter Teilnahme von Drehorgel-Spielern aus Böhmen, Deutschland, Frankreich, Schweiz und Chile. Weiter konnte man insgesamt 32 Drehorgel-Spieler auch in der Prager Straße und vor dem Kulturhaus begegnen. Jan Bondra aus Prag brachte gleich zwei Drehorgeln mit. Die eine davon ist die einzige in der Tschechischen Republik, so genannte Noten-Orgel; sie spielt die Musik von den Kartonen, die auch Buch genannt werden, ab. Es handelt sich eigentlich um gelochte Schilder, die „gelesen“ werden. Er hat Auswahl aus 120 Liedern, von „Rosa Munden“ bis zur Oper, die gerade in die Kirche passte. Um 18,30 Uhr konnte  man in der Kreuzkirche ein Konzert der klassischen Kompositionen vom J. S. Bach, F. Schubert oder J. Haydn in dieser ungewöhnlichen Einreichung erleben. Sogar die Priester sagten, wenn sie das nicht auf eigene Augen gesehen hätten, so könnten sie denken, es wurde auf der Orgel gespielt. Die Besucher waren überrascht, dass die Drehorgel sogar eine Oper „kann“. So ein Konzert war überhaupt der erste in der Tschechei. Am Tag darauf haben sich die Drehorgel-Spieler in zeitnaher Kleidung mit  einige Monate bis Jahrzehnte alten Drehorgeln m Stadtzentrum vorgestellt, wo sie die örtlichen Touristen unterhielten. Früher wurde die Drehorgel zum Betteln genutzt, heute stehen hinter ihr elegante Männer. Oder, wie im Falle bei Jiří Šesták, ein vollkommener Doppelgänger des Schwejks. Das Festival „Der Reichenberger Drehorgel-Spieler“ wurde mit großem Konzert im Nordböhmischen Museum, das das Festival in Reichenberg auch organisierte, beendet.

​​– INTERNATIONALE FESTIVAL DES CHORGESANGES
Am 22. August 2013 wurde der XXI. Jahrgang „Bohemia Cantat“ eröffnet. Es handelt sich um  kein Wettbewerbsfestival. Bestimmt ist er für einzelne Sänger, beziehungsweise den ganzen Korps. Die Sänger melden sich bei irgendwelchen Atelieren von verschiedenen musikalischen Zielen (alte Musik, böhmische klassische und moderne Chorbildung, Jazz und populäre Melodien, Spiritual, Gospel…), die unter Leitung der Spitzenchorleiter ein kurzes Programm einstudieren. Das Festival gipfelt am 25. August mit öffentlichem Konzert der einzelnen Ateliers und abschließendem gemeinsamen Gesang von allen Teilnehmern des Festivals. Das Festival veranstaltet der Bürgerverein Bohemia Cantat Reichenberg in Zusammenarbeit mit der Union der böhmischen Sängerkorps, unter Schirmherrschaft des Reichenberger Bezirks und der statutarischen Stadt Reichenberg mit Finanzunterstützung des Ministerium der Kultur und Ministerium des Schulwesens, der Jugend und Sportunterrichts der Tschechischen Republik. Der gemeinsame Veranstalter des Festivals sind die Reichenberger Sängerchöre Kvintus und Rosex.

– SOMMERFESTIVAL DER AUSLÄNDER UND NATIONALEN MINDERHEITEN

Am 29. August 2013 fand am Marktplatz vor dem Reichenberger Rathaus der Festival „Reichenberg – eine Stadt für alle“ statt. Ab 15 bis 19 Uhr konnten sich die Interessenten mit der Kultur, Historie und Traditionen der fremden Kommunitäten, die in Reichenberg leben, vertraut machen. Die Eröffnungssrede hielte Herr Erwin Scholz, der als Vorsitzende des Rates für Nationalminderheiten des Kommunzentrums KONTAKT und gleichzeitig auch Vertreter der deutschen Minderheit diese Veranstaltung eröffnete. Im Rahmen dieser Aktion sind die Stellvertreter der Ausländer und einzelnen Nationalminderheiten mit eigenem Kulturprogramm aufgetreten. Es war auch einzigartige Möglichkeit, traditionelle Gerichte  aus verschiedenen Winkeln des Planeten kosten. Zum Abschluss des Festivals ist  die Musikgruppe Tres Udos aufgetreten. Dieses Projekt wurde von den Mitteln des Europäischen Fonds für Integration der Staatsangehörigen der dritten Länden mitfinanziert.   


– LOGOPÄDISCHER LAGER

Der einzige in der Tschechischen Republik, wo die Kinder die Probleme mit der Sprache überwinden lernen, findet in den letzten drei Augustwochen in Reichenberg in der Abteilung der Kinderpsychiatrie am Königsbusch, wo früher der Kindergarten war, statt. Der Ferienaufenthalt für Kinder ab sechs bis fünfzehn Jahre hilft ihnen die Fehler der Sprache beseitigen. Zu den häufigsten Sprachfehlern gehört das Stottern, oder schlechte Aussprache von irgendwelchen Lauten. Man lernt hier auch, wie man den Stress bei öffentlichen Auftritten überwinden kann. Bestandteil des Programms ist auch Musiktherapie, die hauptsächlich bei dem Stottern hilft. Nachmittags und am Wochenende ist der Garten zur Verfügung, oder werden verschiedene Ausflüge in die Umgebung veranstaltet. Der Aufenthalt ist durch Versicherungen gedeckt, die Eltern zahlen nur hundert Kronen täglich als Regulationsgebühr und sie zahlen auch verschiedene Eintritte bei den Ausflügen.   

BUSCHULLERSDORF

Am 4. Juli 2013 wurde in der ehemaligen Sandgrube ein umweltfreundlicher Campingplatz eröffnet. Das vier Hektarareal bietet alternative und ökologische Unterkunft an und erweitert damit das Angebot des preiswerten Wohnens für Besucher des Reichenberger Kreises. Es handelt sich eigentlich um eine gepflegte Naturfläche, die ausreichendes Privatleben für ruhigen Familienurlaub unter dem Zelt, nur einige Kilometer von Reichenberg entfernt, anbietet  Es wurde vom hiesige Zentrum für ökologische Erziehung STŘEVLÍK aufgebaut, dessen Sprecherin Lucie Fürstová informierte, dass dieses Zentrum rings um die 350Jahre alte, denkmalgeschützte Blockhütte, entstanden ist. Um das Haus ist allmählich ein moderner Raum aufgewachsen, der so projektiert ist, dass die Energiekosten womöglich niedrig sind. Im Areal ist auch ein „Sonnenhaus“ mit 53 Betten, modern ausgerüstete Klassenzimmer und Laboratorium. Bestandteil ist auch eine kleine Farm mit Pferden, Schafen, Ziegen, Hüfnern und einer Sau. Das alles können auch die Besucher des Campingplatzes ausnutzen. Der Einfachheit und Rückkehr zur Natur entsprechen auch die Preise. Pro Tag zahlt ein Erwachsener 80 Kč, Kinder von 7 bis 18 Jahre die Hälfte, bis 6 Jahre kostenlos, sowie auch die Haustiere. Ein Auto, Motorrad oder Caravan kostet 50 Kč. Ernähren können sich die Besucher selbst, oder im Ökozentrum, die Vollpension kostet 285 Kč. In den Sommerferien ist im Ökozentrum für jeden Tag ein Programm vorbereitet (Teich, Tipi, Pferde, Bienen, Wolle). Die Programme kosten 30 – 50 Kč und dauern bis 2,5 Stunden. Ab den 8. Juli fang ein Wochenprogramm „Sommerspiele mit Tierchen“ an, wo man sich das Leben auf der Farm und Arbeit mit Tieren ausprobieren konnte. Man konnte sich sogar eigenen Käse herstellen und viele andere Sachen. Für Kinder waren verschiedene Spiele und Wettbewerbe vorbereiten. 

DÖRFEL

Diesjähriger 21. Jahrgang des Musikfestivals „Venezianische Nacht“ lockte vom 25. – 28. Juli 2013 nach Reichenberg Musikfreunde aus der ganzen Tschechischen Republik an. Zum zweiten Mal in seiner Historie fang und endete er im Sportareal Dörfel. Dieses Jahr herrschten ihn die finnischen Sinfonie-Metall-Musiker Nightwish, die britische Kapelle James oder die schwedische Sabaton. Nicht einmal die auftreibende Hitze während den vier Tagen hat 20 Tausend Zuhörer nicht abgeraten.

ENGELSBERG
Nach Jahren ist am Dorfplatz wieder ein Teich. Für etwa drei hundert Einwohner war es ein großes Fest. Nach unglaublichen 28 Jahren haben sie wieder einen eingefüllten Teich inmitten des Dorfplatzes. Erste Erwähnung über den Tech ist vom 17. Jahrhundert. Der Teich diente den Waschfrauen als Bleichmittel. Die Örtlichen ernährten sich zu der Zeit mit Bleichen der Tücher. Später diente der Teich auch den Feuerwehrmännern. Ab den 80. Jahren des vergangenen Jahrhunderts blieb der Teich aber leer. Die Zuflussröhre waren kaputt, der Boden drang durch. Das geplatzte Rohr wurde repariert, es wurde Pumpe und Trinkbrunnen aufgebaut. Wegen Durchsickern waren aber die Kosten astronomisch. Später wurde eine alte deutsche Regenkanalisation gefunden, die den Teich früher belieferte und so wird es auch derzeit sein.  

 Über das Schicksal des Wasserbeckens hat eine Petition entschieden, die der Ortschaftsausschuss organisierte. Die Leute bekamen eine Variante: entweder den Teich erneuern, oder zuschütten, wie Frau Věra Čermáková, Vorsitzende des Ausschusses, informierte. 67 % Einwohner wählten die Erneuerung, die 120 Tausend Kronen kostete. Der Zufluss wurde repariert und vom Boden, wo auf die lehmige undurchlässige  Schicht eine Geotextilie gelegt und diese mit Schotter beschüttet wurde, wird das Wasser nicht mehr entströmen.   

Das Baden ist verboten, aber es ist klar, dass die Kinder und gefühllose Einzelwesen das Verbot wahrscheinlich verletzen werden. Deshalb ist der Boden mit Steinen übersät. damit sie besser an das Ufer kommen. Rings des Wassers werden noch Bänkchen installiert. Am 10. Juli um 15 Uhr wurde der Teich symbolisch den Bewohnern übergeben. Wieder spiegelt sich hier die Sonne, die Lurchen haben hier wiederum ihr Daheim, die Vögel eigene Wasserschale und die örtlichen Leute Platz der Ruhe. Die drei beilgelegten Fotos zeigen den neu renovierten Teich in Engelsberg.  

HABENDORF UND SCHÖNBORN

Die neue Straße I/13 zwischen Habendorf und Schönborn wurde nach vier und halb Jahren, als auf den Grundstein beklopft wurde, am 8. August 2013 eröffnet. Die Strecke ist 4.320 Meter lang und Kostete 900 Millionen Kronen, davon hat man 700 Millionen Kč aus den europäischen Fonds bekommen. Die Straße ist zweispurig, in der Steigung mit einer zusätzlichen Spur. Es wurden neun neue Brücken erbaut, sechs davon auf der Straße, zwei ober der Straße und eine unter der Straße. Es wurde auch auf das Wild gedacht, weil die Straße in den Feldern und Wäldern liegt. Entlang der ganzen Länge sind Barrieren, damit das Wild nicht in die Straße gerät. Auf einer der Brücke ist ein Übergang, nach dem zum Beispiel die Landarbeiter mit dem Traktor über die Straße kommen. Die neue Umgehungsstraße zwischen SVAROV, wo sie sich an die Straße I/35, die nach Tetschen führt, anschließt, und Schönborn, ist die erste Etappe auf der Straße I/13 zwischen Reichenberg und Friedland. Die Fahrt nach Friedland verkürzt sich damit um zehn Minuten.

CHRISTOFSGRUND

– Eine Atmosphäre, wie vor mehr als zwei hundert Jahren, schafft die Blockhütte der Familie Michálková in Christofsgrund. Die Besucher können sich hier Schmuck aus Perlen, eine Kachel oder Schüssel basteln, beziehungsweise eine Tasse bemalen.   

Wer einmal in das malerische Tal, voll von Grundflachhäusern, mit einer bemalender Kirche, Turmuhr aus ehemaliger Trafostation und Gastwirt, der die Kinder Sprüchlein lernt, einkehrt, muss in dieses Tal zurückkehren. Christofsgrund hat zwar kein hervorragendes Mobilsignal, dafür kann er sich aber mit einem Museum mit Ausstellung der Weihnachtsartefakten, altem Spielzeug und Geschichte des Dorfes (ein Teil der Exposition beschreibt die Entwicklung des Schulwesens in Ghristofsgrund; der Raum dient zu einstweiligen Ausstellungen der bildenden Künstler aus der Umgebung) in Bodenraum, Pilze sammeln und dem, dass er Attraktionen in Sommer und Winter anbietet, prahlen. Und jetzt ist hier eine neue Merkwürdigkeit, die aus der einstigen Schuhmacherei entstanden ist. In dem Ausstellungssaal des 250 Jahre alten Landhauses vermischt sich das Alte mit dem Neuen. Das Grundflachhaus, wo das „Haus des Handwerkes“ residiert, gehört zu den denkmalgeschützten Objekten. Bis unlängst hat es diesen aber nur von außen entspricht. Drinnen hatten die Inhaber Linoleum, Kunststofftür, klassische Fliesen und Plastiktrennwände. 

Die Atmosphäre aber wollen die Inhaber bewahren. Sie fanden auf dem Dachboden eine alte Truhe mit Werkzeug, Leisten und Leder und überredeten die ehemalige Inhaber, dass sie ihnen die alte Schustermaschine, die sogar funktionell ist, lassen. So informierte Frau Ivana Michálková, die neue Inhaberin. Sie hat einen keramischen Stand in dem ehemaligen Feuerwehrhaus, gleich neben der Turmuhr, und die Keramik will sie auch im neu errichteten „Haus des Handwerkes“ erzeugen. Zu ihr anschließt sich auch ihre Tochter Terese, die eine modische Designerin und Expertin für Kleppern der Spitzen und Erzeugung von Glasschmuck ist. Das alles können sich die Besucher ausprobieren. Inzwischen funktioniert Werkstatt für anstecken der Perlen und bemalen von Tassen oder Glöckchen, kleine Galerie mit Bilden der Aussiger Illustratorin der Kinderbücher Lenka Procházková und zeitnahes Zimmerchen. Zum keramischen Ofen wird im Laufe der Zeit auch eine Töpferscheibe angeschafft. Alle Merkwürdigkeiten und dazu auch ein unterhaltsames Programm, Verkaufsstände mit Leckerbissen und vielen Geschenken bot den Besuchern am letzten Wochenende in Juli das Talfest. Vom Parkplatz ins Zentrum des Dorfes konnte man den Pendelverkehr mit historischen Bussen benutzen. Aber am interessantesten ist der Weg mit dem Zug. Man fährt durch zwei Tunnel und über einige Viadukte. Das Kulturprogramm bestand von Märchen für die Kinder, einer Dixielandkapelle, Dudelsackkapelle und Rock‘ n‘ Roll-Kapelle.

Am handwerklichen Jahrmarkt waren Verkaufsstände mit traditionellen Handwerken zu sehen (Schmied, Glasbläser, Keramik, Drahtzieher, Steinmetz, Honig- und Pfefferkuchenerzeuger), bildende Werkstäte, altböhmische Leckerbissen, traditioneller Imbiss, Karussell für groß und klein, Schießplätze, Schwäne usw. Das Samstagsprogramm kulminierte um 22 Uhr mit  einem großartigen Feuerwerk. Das Fest bot auch geistigen Ausmaß an, und das am Sonntag um 10 Uhr, wann in der Barockkirche des Hl. Christophes die heilige Wallfahrtsmesse,  die der Generalvikar der Leitmeritzer Diözese Th. Lic. Stanislav Přibyl CSsR. zelebrierte, gedient wurde.

– Der historisch erste private Kindergarten in Christofsgrund fang ab September 2013 für achtzehn Kinder in den Räumen des Familienklubs „Kleine Ameise“ zu funktionieren an. Ab Juli war hier inzwischen Probebetrieb, die Kinder kamen in den Ferien jeden Mittwoch, wie der Bürgermeister Pravoslav Svačinka informierte. Die Eltern werden für ein Kind 2.000 Kč monatlich bezahlen. 


KATHARINBERG

Der einzige Spielplatz in Katharinberg, aus dem 19. Jahrhundert, wurde mit 6 Millionen Kronen rekonstruiert. Er ist für Kinder und Erwachsene zugänglich und dient zur sportlichen und gesellschaftlichen Verwendung. Jetzt wird eine Mehrzwecksportfläche mit künstlichem Gras,  Kinderklettergerüst und befestigte Fläche mit Feuerstätte und Betonfüße zum Sitzen angeboten. Der Spielplatz ist umzäunt, hinter den Toren mit Holzbohlen ausgerüstet. Die kleinen Stützmauern werden zugleich als Tribünen dienen. Auch ein Schutzdach fehlt nicht. Eigentümer des Grundstückes ist die Stadt Reichenberg; laut des Vertrages mit der Pioniergruppe aus Franzendorf wird sich diese Gruppe um den Spielplatz kümmern. Die Rekonstruierung des Spielplatzes wurde dank der Subvention aus dem „Regionalen Operationsprogramm NUTS II Nordosten“ im Rahmen des Projektes „Revitalisierung des Spielplatzes in Katharinberg“. Das Projekt ist Bestandteil des integrierten Entwicklungsplans der Stadt Reichenberg – das Attraktiv- und Qualitätsleben in Reichenberg.

KRATZAU

Auf den Friedhof in Kratzau wurde nach zwei Jahren wieder das Kreuz mit dem Jesus Christus an seinem Ort zurückgegeben. Beseitigt wurde es am Herbst 2011 aus dem Grund des Pannenzustandes, hauptsächlich sein unterer Sandsteinteil war vor dem Absturz. Es drohte die Gefahr des Falles des eisernen Kreuzes, wobei nur allein die Statue des Jesus Christus wiegt fast hundert Kilogramm. Das Kreuz wurde deshalb zu einer Fachfirma gebracht, wo es renoviert wurde.

LANGENBRUCK

– In diesem Jahr hat die freiwillige Feuerwehr in Langenbruck ihr 145. Jubiläum der Gründung gefeiert. Bei dieser Gelegenheit wurde ihnen von der Bürgermeisterin der Gemeinde Langenbruck eine neue Feuerwehrfahne übergeben. Pater Josef Faltejsek wurde gebeten, ob er während der Hauptfeier, die am Samstag, den 15. Juni 2013 am Fußballplatz durchgeführt wurden, die neue Feuerwehrfahne segnen kann, und so wurde während des Festes die neue Fahne feierlich gesegnet.

– Das Wallfahrtsfest in Langenbruck fand am Samstag, den 10. August 2013, statt. Die feierliche heilige Messe zu Ehren des Hl. Laurentius, des Patrons der Pfarreich und Gemeinde Langenbruck, wurde vom Kanoniker das Kapitel des Hl. Stephans in Leitmeritz und vom Vikar J.M.can. Alexej Baláž aus Tetschen zelebriert. Während der heiligen Messe wurde die neue Statue des Hl. Florians feierlich gesegnet, die der örtlichen freiwilligen Feuerwehr, die dieses Jahr das Jubiläum ihrer Gründung feierte, gewidmet wurde. Nach dem feierlichen Gottesdienst fing in der Gemeinde der traditionelle Rummel mit Attraktionen für die Kinder an.  

MAFFERSDORF

Das Kulturzentrum 101010 hat sich für die Sommersaison ein Theaterfestival, ein unikales Wochenprojekt „Maffersdorfer Theatersommer“, vorbereitet. Anfang Juli haben die Schauspieler im Atrium des Kulturzentrums Theatervorstellungen der Klassiker (W. Shakespeare, J. W. Gothe), aber auch veränderte Geschichten der „Schnellen Pfeiler“ vom J. Foglar, gespielt.


BAD KUNNERSDORF
Wegen der Krise im Kursektor wurde ein Teil des Kurareals zu einem Haus mit Pflegedienst mit 64 Plätzen umgewandelt und ab August 2013 den ersten Senioren das Wohnen angeboten. Bad Kunnersdorf wurde im Jahre 1881 gegründet und spezialisiert sich an Behandlung des Bewegungsapparates. Es wird dazu schwefeleisenhaltiges Torfmoor aus eigener Forderung ausgenutzt. Die Kapazität der Kurplätze ist 175, in der gegenwertigen Zeit ist sie nur von 60 – 70 % ausgenutzt. Der Direktor der Gesellschaft und gleichzeitig auch Vorsitzende des Vorstandes Otto Doležal informierte, dass es für die Senioren ein großer Vorteil ist, die Prozeduren und Möglichkeit der ununterbrochenen Gesundheitsambulanz und Anwesenheit des Orthopäden und Internisten direkt im Areal auszunutzen. Im rekonstruierten Objekt „Šárka“ befindet sich das Wohnen überwiegend in Einzimmerwohnungen mit eigenen sozial Einrichtungen, aber auch gemeinsamen Räumen und Kulturprogramm für Kurgäste, wo die Senioren auch teilnehmen können. Es können hier Einzelne oder Ehepaare wohnen, pro Person samt Energiekosten verlangt man 9.000 Kč monatlich. Zum Wohnen kann man einen Staatsbeitrag bekommen.

Den Sozialdienst konnte Bad Kunnersdorf schon ab Mai 2013 betreiben, wo es die Erlaubnis vom Kreisamt in Reichenberg gewonnen hat. 

 

Einen goldenen Herbst wünscht allen herzlich Ihre/Euere
 

Dagmar Neumann.

 

IN EIGENER SACHE

Ich möchte am diesem Weg dem Vorstand des Heimatkreises Reichenberg, Stadt und Land e. V., am Kopf mit dem Vorsitzenden Herrn Klaus Hoffmann, für die Verleihung der Liebieg-Gedenkmünze, die mir am Freitag, den 14. Juni 2013, nach der Eröffnung der Deutsch-Tschechischen Kulturtagen in der Gemäldegalerie in Reichenberg feierlich übergeben wurde, herzlichen Dank abstatten. Es ist für mich eine große Ehre, und ich werde mich gern auch weiter bemühen, den Heimatfreunden und -freundinnen während ihren Besuchen in der alten Heimat laut meinen Möglichkeiten zu helfen und alle Leser und Leserinnen des Reichenberger Heimatblattes, sowie auch der Webseiten im Internet, ausführlich über das Geschehen in Reichenberg und Umgebung zu informieren. In freundschaftlicher Verbundenheit,

Dagmar Neumann.

Posted in Aktuelles, Reichenberg heute Liberec.

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