NACHRICHTEN AUS DER HEIMAT: November 2013

  liebieg victoria

Baron Theodor von Liebieg

 

 

Liebe Heimatfreundinnen und Heimatfreunde, 

der Monat November bringt uns wieder etwas Nostalgie mit; wir gedenken unseren Verstorbenen und langsam nähert sich die Zeit dem Advent. In diesen dunkleren Tagen mögen diese Zeilen trotzdem etwas Licht und Sonne in die Seelen und Herzen der Leser und Leserinnen bringen.

REICHENBERG

– Am Ende des Jahres 1883 hat sich der Reichenberger Industrielle Baron Theodor von Liebieg nach Reichenberg das Automobil Benz Victoria gebracht. Es war das erste Automobil mit Verbrennungsmotor in Mitteleuropa und in Reichenberg hat die Motorsportgeschichte zu schreiben begonnen. Das 120. Jubiläum dieses Ereignisses wurde Impuls für die Mitglieder des Bürgervereins AUTOMUSEUM .CZ für die Realisierung der Motorsportausstellung, die vom 31. August bis 7. September 2013 am Messegelende in Reichenberg, im Pavillon „I“ und anliegenden Räumen stattfand. Es wurden 50 überwiegend historische Fahrzeuge ausgestellt, von Fahrrädern über Motorräder bis zu den Automobilen. Man konnte z. B. den „Cyclecar“ der Firma Gatter aus dem Jahre 1932 sehen, bis heute den einzigen, der sich erhalten hat. Weiter den legendären schwarzen Ford (1923), der die Amerika motorisierte; Volkswagen Käfig (1963), Werk des Maffersdorfer Landeskindes und Konstrukteurs Ferdinand Porsche; Sportwagen Porsche 911 und 959; Traktor Porsche Diesel (1956); tschechische Autos Aero, ČZ, Jawa, Škoda oder Tatra; die Rennformel Easter des Reichenberger Fahrers J. Kružík; der Wettbewerbswagen in der Kategorie „Historic“ Škoda 100 der Brüder Zajíček; das erfolgreiche Mottorrad aus der Rallye Paris-Dakar 1997 des Reichenberger Fahrers David Pabiška. Als Begleitsprogramm fand fand am Sonntag, den 31. August 2013, am Messegelende die grösste tschechische Begegnung der Autos Porsche, so genanntes Ferdinand Porsche Festival, statt (150 Sportautos allen Modellen und Jahren der Erzeugung).      
 

– Die Ausstellung über den Tag der Europäischen Erbschaft in Reichenberg lockte am Samstag, den 7. September 2013, Hunderte von Besuchern in die Kulturobjekte. Die 30 geöffneten Denkmäler in Reichenberg und Umgebung:

das Rathaus (Zeremonie Saal, Empfangszimmer Nr. 209 und 210, Korridoren des Rathauses, Rathausturm);

die Liebieg-Villa (repräsentative Bereiche im ersten Obergeschoss des rechten Flügels einschließlich der restaurierten Fresken, Bereiche im ersten Untergeschoss und weitere Räume – Küche, Kapelle der Familie, Turm; Unterbringung des historischen Feuerwehrautos);

die Unterwelt von Reichenberg (Luftschutzbunker in der Lucemburská Straße);

das Nordböhmische Museum (Turm, Terrasse, Arkaden, gelegentliche Ausstellungen, Dauerausstellung);

alte Fachwerkhäuser in der Windgasse – Wallensteinhäuser (Innenräume);

das Stadttheater (Foyer, Zuschauerraum, Bühne, Garderoben für Schauspielensemble);

das Jubiläumstheater (Räumlichkeiten des ehemaligen Kinos Warschau, kleine begleitende Ausstellung über die Geschichte des Kinos);

die Liebiegwarte (Turm);

der Jeschken (technische Anlagen der Tschechischen Radiokommunikation);

das Restaurant „Plzeňka“ (Keller);

der Volksgarten (Turm);

das Haus Stross (Innenräume);

die Kreuzkirche (Innenräume);
die Stadtfachschule für Textilindustrie (Innenräume, Werkraum mit Textilmaschinen aus dem frühen 20. Jahrhundert);

die Villa von Johann Liebieg dem Jüngeren – die Gemäldegalerie (Ausstellung, Garten, begrenzter Zugang zum Erdgeschoss);

der Pavillon I. auf der ehemaligen Reichenberger Messe (Pavillon I., Oldtimer-Ausstellung);

die Talsperre in Harzdorf (technische Anlagen);

die Bildkapelle in Ruppersdorf (Innenräume);

die Kirche des Hl. Antonius des Großen (Innenräume);

die Kirche des Hl. Vinzenz aus Paula am Töpferberg (Innenräume);

die Kirche des Hl. Johannes des Täufers in Röchlitz (Innenräume);

die Kirche des Hl. Adalbert in Berzdorf (Innenräume);

die Pfarrkirche des Hl. Antonius aus Padua in Ruppersdorf (Innenräume);

die Kirche des Göttlichen Herzens des Herrn (Innenräume);

die Kirche des Hl. Christophers in Christofsgrund (Innenräume);

die Leichenhalle bei der Kirche des Heiligen Christopher in Christofsgrund (Innenräume – Tanz des Todes);

die Aposteluhr in Christofsgrund (Funktionsfähigkeit der Aposteluhr);

der Friedensdom in Grottau an der Neiße (Innenräume);

die Kirche des Hl. Bartholomäus in Grottau an der Neiße (Innenräume);
das Museum des Tores des Dreiländerecks in Grottau an der Neiße (Innenräume).

Im Stadtinformationszentrum Reichenberg konnte man sich zwei Kreise der kommentierten Besichtigungen bestellen, wo auch die Zeiteintrittskarten in verschiedene Kulturobjekte verfügbar waren.
Innerhalb der Europäischen Tage des Denkmals in Reichenberg hat auch eine Ausstellung der Oldtimer auf dem ehemaligen Messegelände und der historischen Straßenbahnen im Terminal des massenhaften Stadtverkehrs in der Fügnerova Straße stattgefunden. Eine Rarität – die Straßenbahn mit Bierpipe, wurde zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. Diese Straßenbahn aus dem Jahre 1899 stammt aus Gablonz an der Neiße und in der Vergangenheit hat sie die Gablonzer Bijouterie zum Bahnhof gefahren. Endlich wurde sich zum Arbeitswagen umgebaut. Laut dem Schankzapfer Lukáš Pleticha wurde am Samstag mehr als ein Bierfass herausgedreht. 
Anschließend fand am Sonntag, den 8. September 2013, in nahe liegendem Zittau der Tag des offenen Denkmals statt. Die geöffneten Denkmäler konnte man im Stadtgebiet Zittau, in den Ortsteilen von Zittau und im Zittauer Gebirge besuchen. Bestandteil waren auch Führungen und begleitender Rahmenprogramm. Es wurden auch Rundfahrten mit dem historischen ROBUR-Bus angeboten. 

– Die Reichenberger Wallensteinhäuser: Diese Dreiergruppe aus den Jahren 1678 – 1681 befindet sich in der Windgasse in der Nähe von der Kreuzkirche. Diese ältesten von erhaltenen Häusern dienen in der Gegenwart als Kabinette der Professoren und Depositorium der anliegenden Mittel-Industrie-Bauschule. Es ist das einzige Andenken auf diesen klassischen Typ der Bürgerhäuser, die einst den ganzen Neustädter Platz zierten. Von der Hinterseite der Häuser hatten die ursprünglichen Einwohner das Land. Anstatt deren wurden Anbauen fertiggebaut, wo jetzt die Klassenzimmer residieren. Ursprünglich sind nur die Vorderfronten. Nach dem Namen schaust es aus, als wäre diese Häuser der vom Wallenstein erbaut. Sie entstanden aber einige Jahrzehnte nach seinem Tod. Die Bezeichnung hängt mit der Platzierung zusammen. Den Markt lies Wallenstein für die Hand- und Tuchwerker bebauen. Erst später sind diese Häuser, die jetzt dem Kreisamt gehören, werden aber von der Bauschule, die sie auch in den 70. Jahren rekonstruiert hat, verwaltet, entstanden.    

– Die Reichenberger Synagoge stand am Platz des heutigen Gebäudes der regionaler Bibliothek in Reichenberg. Nach historischen Dokumenten fang sie am 10. November zu Mittag zu brennen an. Allein die Kristallnacht hat sich in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 abgespielt. Das Nordböhmische Museum hat am 12. September 2013 eine neue Ausstellung vorgestellt, die an ihr 75. Jubiläum erinnert. Dieser Problematik hat sich bis jetzt keine spezialisierte Ausstellung gewidmet. Das Museum hat sich auf das Schicksal der Sudetenjuden im Herbst 1938 konzentriert und hat den Verlauf der Kristallnacht und die Liquidation der jüdischen Kommunitäten ausführlich beschrieben. Wirkungsvolle Installation stellte so den Besuchern die Photographien und Dokumentationen der Synagogen, die vernichtet wurden, vor. Zusätzlich wurde die zeitnahe Laune in der Gesellschaft durch Vorführungen und Zitierungen der zeitnahen Zeitungstexte rekonstruiert. Zur Ausstellung entstand eine Begleitpublikation, die die allgemein gültigen Vorkommen der nazistischen Verwaltung in Sudeten beschreibt.

– Am selben Tag, den 12. September 2013, wurde in der Gemäldegalerie in Reichenberg die letzte Ausstellung in diesen Räumen, bevor sie in die neue Galerie des renovierte Gebäudes des ehemaligen Stadtbades umsiedelt, die bis 31. Dezember 2013 dauert, feierlich geöffnet. „Die jungen Löwen im Käfig“ stellen künstlerische Gruppen der deutsch sprachenden bildenden Künstler aus Böhmen, Mähren und Schlesien im Zwischenkriegszeitabschnitt vor. Es wurden 220 Werke aus öffentlichen und Privaten Sammlungen versammelt. Zum ersten Mal in der Geschichte wurde das Funktionieren der deutschen künstlerischen Bundesszene der 20. und 30. Jahren des 20. Jahrhunderts (1918 – 1938) beschrieben.  Der Metznerbund (nach dem Bildhauer Franz Metzner benannt) hatte Ganz-Republik-Zuständigkeitsbereich und vereinigte die Mehrheit der deutsch sprachenden Autoren seiner Zeit. Früh haben sich kleinere Gruppen ausgegliedert, im Jahre 1920 Die Pilger in Prag und zwei Jahre später die Oktobergruppe in Reichenberg. Im Jahre 1928 war das Die Junge Kunst und ein Jahr später entstand die bedeutendste Gruppierung – Prager Sezession. Längere Geschichte hatte der Verein Vereinigung deutscher bildender Künstler Mährens und Schlesiens „Scholz“ mit dem Sitz in Brünn. In Ostrau entstand im Jahre 1925 der künstlerische Verein Kunstring und auch die Frauen-Künstlerin hatten ihre heimatliche Organisation – Verein deutscher Malerinnen mit Sitz in Prag.

Ziel des wissenschaftlich forschenden Projektes war, die Geschichte der Bilder, Zeichnungen, Grafiken, Plastiken, Plakate und ausgewählten künstlerischen Handwerk, die nach den unwiderlegbaren Ereignissen des Zweiten Weltkrieges für lange Zeit aus dem historischen Gedächtnis nicht nur der Tschechischen Republik, aber des Mitteleuropa verschwunden wurden, neu zu entdecken, gezielt zu auffinden und kartieren. Der Name der Ausstellung und gleichnamigen Publikation geht aus dem Bilde von Alois Rudolf Watznauer „Löwen im Käfig“ aus dem Jahre 1927 aus. Das Bild wurde auf der Ausstellung Junge Kunst unter dem Namen „Junge Löwen“ ausgestellt. 

Die Schau begleitete ein Fachkatalog des Kollektivs der Autoren, in deutschen und tschechischen Version, mit einer Reihe der Reproduktionen. 

Im Jahre 2014 findet abgewandelte Reprise der Reichenberger Ausstellung im Isergebirgs-Museum in Kaufbeuren in Deutschland statt.

Das Projekt „Die jungen Löwen im Käfig“ ist wichtiger Beitrag für deutsch-tschechisches Erkenntnis, für Erweiterung des gegenseitigen kulturellen, künstlerischen und historischen Bewusstseins. Die Verarbeitung war dank aktiven Anschließend der deutschen und tschechischen Spezialisten möglich. Der Sinn ist, die tschechische und deutsche Öffentlichkeit mit dem bedeutenden Kapitel des gegenseitigen Zusammenlebens bekannt geben.

– Am Samstag, den 21. September 2013, wurde das 40. Jubiläum der offiziellen Eröffnung des Senderturms und Berghotels Jeschken mit vier hervorragenden Rekorden gefeiert. 

Es kamen 7.000 Besucher. Nach Ober-Hanichen sind zwei Straßenbahnen aus den 70. Jahren gefahren (Typ T2 und T3). Weiter auf den Jeschken konnten 1.600 Besucher auch mit historischen Bussen vom Parkplatz bei der unteren Station der Kabinenseilbahn bis zum Restaurant Ještědka hinauffahren, den Rest mussten sie zu Fuß absolvieren. Auch die Brauerei Konrad, die ein spezielles Flaschenbier mit der Etikette des Jeschkens vorgestellt hat, gab einen Bus zur Verfügung. Die Kabinenseilbahn, die in diesem Jahre das 80. Jubiläum feierte, beförderte in beiden Richtungen 4.981 Personen. Die Fahrt war diesmal kostenlos. Weitere Besucher absolvierten die Fahrt mit dem Sessellift, manche Wanderfreunde (es war regnerisches Wetter und Nebel) kamen zu Fuß.

Die Feier wurde mit dem traditionellen Wettbewerb, wo man ein volles Bierfass von der unteren Station der Seilbahn bis hinauf auf den Jeschken trägt, eröffnet. Nach 32 Minuten siegte Frau Jana Skrbková aus Reichenberg, die nicht nur alle männliche Teilnehmer, aber auch den offiziellen Zeitnehmer des Wettbewerbes überholte. Der zweite Rekord war, um zwei Minuten verbesserte Zeit gegen der bestehenden. Den dritten Rekord haben die Vierziger geschafft; es meldeten sich 109 Leute, die im Jahre 1973 geboren sind. Den vierten Rekord schaffte der 73jährige Jiří Mánek aus Gablonz an der Neiße, am Gipfel des Jeschkens schon 2.222 Mal war und mit der Besteigung erst vor acht Jahren angefangen hat.

Auf den Jeschken sind auch die Auto-Veteranen mit 35 Autos und 15 Motorrädern heraufgefahren. Es folgte kommentierte Präsentation der Fahrzeuge.

Großes Interesse war um Besichtigung des technischen Hinterlandes des Senders (bis auf den Turm). Manche Räume waren erst zum ersten Mal zugänglich. Im Berghotel haben sich die Besucher u. a. die Hotelzimmer angeschaut.

Der Salon mit restaurierten Interieur, samt Tisch mit schwarzer Tischplatte und 12 Repliken der ursprünglichen weißen Sesseln (in den weiteren Etappen vermehren sie sich noch um sechs Stück, beziehungsweise auch um einen Teppich), nach dem ehemaligen Vorschlag des Architekten Otakar Binar, ist ein historisch und künstlerisch eingeschätztes Interieur, das diesmal noch ein Teil der Ausstellung aus dem Nordböhmischen Museum über den Jeschken (ursprüngliche Ausstattung des Restaurants und Hotels Jeschken, 85 Photographien) ergänzte. Auf der Vernissage haben außer dem Autor auch der Hauptmann des Reichenberger Bezirkes Martin Púta, seine Stellvertreterin für Kultur und Reiseverkehr Hana Maierová, Direktor des Nordböhmischen Museums Jiří Křížek, Miteigentümer der Gesellschaft Jeschken, s. r. o., Peter Šmaus, Vorsitzende des Bürgervereins Jeschken 73 Milena Lánská und viele Sponsoren, Spender und weitere Gäste teilgenommen. Die Renovierung des Salons aus den 70. Jahren des vergangenen Jahrhunderts sicherte der Bürgerverein Jeschken 73. Am Ende der Vernissage wurde eine Torte in der Form des Salons zerschnitten.

Die Interessenten konnten auch in den Maschinenraum der Kabinenseilbahn hineinschauen.

Den ganzen Tag fand auf dem Parkplatz vor dem Hotel ein kultureller Begleitsprogramm statt. Modeschau mit Modellen aus den 70. Jahren, Theatersketsche, Film, Verkauf der Regionalerzeugnissen aus Keramik, Bijouterie, Kräuter, Bier Konrad, Riesengebirger Honigwein u. s. w. Die Kinder konnten ihre Fertigkeit in bildenden kreativen Werkstätten ausprobieren. Es fand auch Wettbewerb um den originellsten Fladen auf der Stecknadel mit dem Jeschkenmotiv stat. Schöne Musik umrahmte die Veranstaltungen.

Die Geburtstagsfeier beendete feierliches Feuerwerk, das 15 Minuten dauerte.

Das Programm der Jeschkenfeier ergänzte der Tag der offenen Tür des Reichenberger Depots des Verkehrunternehmens Reichenberg und Gablonz an der Neiße, und Fahrten mit der historischen Straßenbahn nach Oberhanichen und Volksgarten. 

– Das Projekt „Lebendiges Gedächtnis Liberec-Reichenberg“ gründete die Reichenberger Bürgergesellschaft LOS o. s. Es verbindet persönliche Geschichten mit Orten, die die grundsätzlichen Themen der Stadt betreffen, wie z. B. geschichtliche Ereignisse, Architektur, zeitnahes Leben und Probleme der Stadt. Das Ziel des Projektes ist, zum breiteren Verständnis des Charakters der Stadt beitragen und gleichzeitig auf die Möglichkeit der aktiven Eingliederung in das Zivilleben aufmerksam zu machen. Das Projekt soll nicht zum Kartieren der Geschichte der Stadt dienen, aber zum Verzeichnen der Erinnerungen.

Am Montag, den 23. September 2013, fand als Begleitprogramm das schon traditionelle Erzählen mit interessanten Zeitzeugen auf interessanten Orten, diesmal mit Herrn Erwin Scholz, Ehrenvorsitzenden des Begegnungszentrum in Reichenberg, und Frau Mgr. Věra Vohlídalová, ehemaliger Initiatorin und Direktorin der Kreiswissenschaftlichen Bibliothek in Reichenberg, im Kino Warschau, auf das Thema „Kindheit in den tschechisch-deutschen Familien“, statt.

Bei diesem Beisammensein haben schon mehrere berühmte Persönlichkeiten teilgenommen, wie z. B. PhDr. Jan Šolc, Pädagoge und ehemaliger Berater des Präsidenten Václav Havel, Mgr. Vlastimila Bergmanová, Pädagogin und Autorin des Buches über die Textilfabrik Textilana, Václav Toužimský, Photograph und Zeitzeuge des Jahres 1968, Mgr. Roman Karpaš, bildende Künstler und teilweise auch Historiker, Rudolf Pilař, Mitglied des Vereins „Česká beseda“ und ehemalige deutschen Einwohner, die aus Reichenberg ausgesiedelt wurden.

Im Rahmen des Projektes Lebendiges Gedächtnis wurde am Dienstag, den 24. September 2013, die erste Trasse des Tonführers Liberec-Reichenberg feierlich eröffnet. Teilgenommen haben die Stellvertreter des Bezirkes und der Stadt Reichenberg, zusammen mit Organisatoren dieser Veranstaltung und Zeitzeugen, deren Erinnerungen auf die Reichenberger Vergangenheit in den Kopfhörern des neuen Tonführers durch die Stadt lebendig werden. Weitere Gäste waren aus dem Dreiländereck, aus Deutschland und Polen. Der Vorsitzende des Heimatkreises Reichenberg, Herr Klaus Hoffmann, konnte leider die Einladung nicht annehmen, und so hat er als Vertreterin Frau Dagmar Neumann ausgewählt, die auch gleichzeitig den Verband der Deutschen in Reichenberg repräsentiert hat.

Auf einige Gebäude in der Stadt wurden Schilder mit dem Logo des Projektes und speziellem  Kode, den man mit dem Handy einlesen und nachher sich die Geschichte anhören kann, installiert. Die Trasse hat neun Haltestellen, dazu kann man sich in der Bibliothek einen Roller borgen. Die zehnte Haltestelle wird im Dezember installiert, nachdem am Ende Oktober der Zeitzeuge, Herr Baron Paul Ernst von Liebieg, nach Reichenberg anreisen wird und am schon traditionellen Erzählen über die Kindheit und Leben seiner Vorfahren, verbunden mit der Textilindustrie, den Zuhörern Zeugnisse der Vergangenheit nahebringt. 

Der Rundgang hat vor dem Bahnhofgebäude angefangen, es ging weiter über den Tuchplatz zum Rathaus und das Ziel war in der Bibliothek, wo nachher im Rahmen der Pressekonferenz ein gemütliches Beisammensitzen stattgefunden hat.

Als Begleitprogramm fanden die ganze Woche verschiedene kulturelle Veranstaltungen statt, kommentierte Spaziergänge und Ausflugsfahrten mit Rollern durch das lebendige Gedächtnis der Stadt Liberec-Reichenberg, Konzerte, Ausstellungen, Filmen und Theatervorstellungen. Das Hauptprogramm verlief am Samstag, den 28. September 2013, am Papiermarkt (ehemalige Papiergasse hinter dem Café Winkler am Tuchplatz) und bei der Zivildeckung, wo man lebendige Bücher lesen konnte – Geschichten der Zeitzeugen; für die Kinder wurde buntes Programm vorbereitet, am Abend gab es viel Musik und Vergnügen.

In den nächsten Jahren werden noch zwei weitere Trassen vorbereitet. 

– Der Kamin bei dem Freizeitzentrum Babylon wurde niedergerissen. Der Kamin war mehr als hundert Jahre ein von den Hauptorientierungspunkten Reichenbergs. Im Areal der ehemaligen Desta, wo momentan das Science-Zentrum iQLANDIA gebaut wird, wird der Kamin vorsichtig, Ziegelstein nach dem Ziegelstein, auseinandergenommen, die Sprengung wäre gefährlich. Der 38 Meter hohe Kamin mit Innendurchmesser 1,52 Meter hat eine reiche Geschichte hinter sich. Er gehörte zur Textilfabrik, die hier im Jahre 1884 Wentzel Jantsch erbaute. Die Fabrik hat daraufhin die Textilgesellschaft Wenzel T. Schörner, in deren Eigentum sie wahrscheinlich bis ins Jahr 1948 war, abgekauft. Später haben sich im Areal die Firmen Autorenova, ČSAO und zuletzt Desta abgewechselt. 

– Auf der Ebene des Jeschkens wurde vom Freitag, den 27., bis Sonntag, den 29. September 2013 das Bierfest gefeiert. Während des dritten Jahrganges des „Oktoberfestes“, beim erstklassigen Wetter, habenTausende von Besuchern zwölf Schönheiten in blau-weißer Tracht mit zwölf Sorten Bier bedient. Am Podium wechselten sich neun Musikkapellen ab  Die Becher haben bayerischen, überwiegend Fleischspezialitäten, befriedigt. Am Samstag wurde auch ein Bierkalender mit schönen Zapplerinnen getauft. Diese haben auch mehrmals während der drei Tage für die insgesamt 6.000 Besucher getanzt. 

– Am Sonntag, den 29. September 2013, feierte das Reichenberger Theater F. X. Šalda (ehemaliges Stadttheater Reichenberg) das 130. Jubiläum. Am 29. September 1883 wurde es mit Wilhelm Tell vom Friedrich Schiller eröffnet. Das Neu-Renaissance-Gebäude projektierten die Wiener Architekten Ferdinand Fellner und Herman Helmer. Der Grundstein wurde im Jahre 1881 gelegt. Den Bau hat die anerkannte Firma Sachers und Gärtner durchgeführt. Der Hauptvorhang stammt vom österreichischen Maler und Grafiker Gustav Klimt. Das Ballett-Ensemble führte am 27. September 2013 das Tanztheater „Gustav Klimt“ an, das den Autoren des historischen Vorhanges verherrlicht.

Über Gustav Klimt, den Wegbereiter der Moderne, war vom 16. September bis 30. Oktober eine schöne Ausstellung in der kreiswissenschaftlichen Bibliothek.

In der gegenwertigen Zeit wirken im Theater drei Ensemble – die Oper, das Ballett und Schauspiel. Den gegenwärtigen Namen trägt die Szene ab dem Jahre 1957.

–  Den Hochschülern hat neues akademisches Jahr mit der Nummer 61 angefangen, in Reichenberg werden sie auf sechs Fakultäten und zwei Hochschulinstituten studieren. Auf der Technischen Universität in Reichenberg werden 8.400 Studenten nicht nur aus der Tschechischen Republik, aber auch aus Ausland, studieren. Die  Reichenberger Universität bietet mehr als 80 Studienprogramme und mehr als 200 Studienfache an. Das größte Interesse weckte das unikale Fach „Die Kunst der Gastronomie“ auf; es wurden zwei Ateliers für 12 Studenten eröffnet.

Weiter wurde ein anknüpfendes Magisterfachgebiet „Das regionale Studium“ eröffnet.

Das zweite neue Fachgebiet der ökonomischen Fakultät ist „Die Führung und Ökonomie des Unternehmens“.

 

BUSCHULLERSDORF

Die regelmäßige Veranstaltung „Scheren der Schafe“ lockte dieses Jahr in das Ekozentrum 350 Besucher an.  Der Scherer Tomáš Vladyka aus Reichenberg schafft es in drei Minuten, ein Schaf von der Wolle befreien. Diesmal musste er verlangsamen, damit die Zuschauer Zeit hatten, den ganzen Prozess gut folgen zu können. Das Schaf wird mit den Füssen gehalten, die rechte Hand schert und die linke Hand vorbereitet den Weg. Man muss dabei vorsichtig sein, das Schaf könnte bei Unachtsamkeit auch verbluten.
Für die Kinder wurden schöpferische Werkstätten vorbereitet. Man konnte Schafkäse oder frisch angebratene Lammspiesse kosten. Es waren auch gestrickte Wollsocken zu kaufen.


KRATZAU

– Am Samstag, den 21. September 2013, haben die Kratzauer Einwohner das 90. Jubiläum der Gründung des Fußballs in Kratzau gefeiert.  Das Programm am Fußballplatz TJ Spartak Kratzau fang mit dem Turnier der Schüler an, am Nachmittag fand das Match zwischen der alten Garde Kratzau gegen den Schauspielern aus der Serie „Bezirkschampionat“ statt. Nach dem Ergebnis 4:4 haben die Freistoße für Kratzau entschieden. Der Veranstaltung hat die Musik eine angenehme Atmosphäre vollendet. Nachher gewann die Kratzauer A Mannschaft gegen Gross Hammer 2:0. Der Tag wurde mit einem Feuerwerk beendet.

 

– Am Montag, den 23. September 2013, fand in der Bibliothek, im ersten Stock des Infocentrums, die Autorenlesung des beliebten Reichenberger Schriftsteller Egon Wiener statt. Es wurde sein neues Buch „Streifzüge um Kratzau“ (Geschichten, Assays, alte Ansichtskarten) vorgestellt. Das Buch ist zweisprachig, in Deutsch und Tschechisch, mit vielen abgebildeten alten Ansichtskarten des Autors. Am Mittwoch, dem 25. September 2013, wurde diese Veranstaltung auch in der Kreiswissenschaftlichen Bibliothek Reichenberg wiederholt.

 

LIEBENAU

Am Samstag, den 21. September 2013, fand in Liebenau die traditionelle Stadtfeier statt. Um 10 Uhr wurde sie durch die Ankunft des Fürsts Rohan feierlich geöffnet. Der Marktplatz bot verschiedene Leckereien an, die Artisten aus dem berühmten Zirkus H.A.D. haben sich vorgestellt, die Kinder von der freiwilligen Feuerwehr und Turner des SOKOLs stellten ihr Können vor. Die Tanzgruppe hat auch zur allgemeinen Zufriedenheit beigetragen. Die ganze Veranstaltung umrahmte angenehme Musik.


MAFFERSDORF AN DER NEISSE
– Am 18. September 2013 wurde während der Tagung der Vertretung im Stadtbereich Maffersdorf an der Neisse der bestehende Bürgermeister Lukáš Pohanka abgerufen. Sein Amt übernahm, dank seiner Abstimmung, Aleš Preisler. 

-Die höchste Anerkennung in seiner Geschichte hat sich in London die Brauerei Maffersdorf zugeschrieben. Sein 12 Grad Konrad wurde zum besten Lagerbier der Welt. Zum Wettbewerb World Beer Awards in London wurden Muster von sechs Biersorten gesendet. Das eine Muster hatte Erfolg im europäischen Teil und auch im Weltteil. Die Schätzung war gleichzeitig ein Geschenk zum Namenstag, sie wurde am 27. September 2013 gewonnen, an dem Tag, der als der Tag des tschechischen Bieres anerkannt ist. 

Einen behaglichen November wünscht allen herzlich Ihre/Euere

 

Dagmar Neumann.

Posted in Aktuelles, Reichenberg heute Liberec.

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