NACHRICHTEN AUS DER HEIMAT: März 2013

Liebe Heimatfreundinnen und Heimatfreunde, 

diesmal kann man sich auf das Osterfest schon Ende März freuen. Viel Spaß bei dem Ostereiersuchen, Freude über die Osterbräuche und hoffentlich wird auch das Wetter dazu gemütlich sein.

REICHENBERG
– WEIHNACHTEN IN REICHENBERG: In der Januar-Februar-Ausgabe des RHB habe ich über die Veranstaltungen nur zum 5. Dezember, wegen des Redaktion Abschlusses, berichtet. Hier noch einige Informationen zur Ergänzung:

– DER TUCHPLATZ DIENT WIEDER DEN LEUTEN: Am 6. Dezember 2012 wurde das untere Zentrum der Stadt der Öffentlichkeit übergeben. 80jährige Bäume, die während eines Tages verschwanden, wurden durch neues Pflaster, Mobiliar (75 Bänke, einige Körbe und Wasserschalen) und Grünanlagen ersetzt (siehe beide Bilder). Die Investition kostete 18 Millionen Kronen, die Opposition und ein Teil der Bürger behaupten aber, dass der Bau überteuert war. (Siehe Bild 1 und 2.)

– DIE LIEBIEGWARTE (HOHENHABSBURG) WURDE NACH RENOVIERUNG NEUGEBOREN: Nach 15 Jahren öffnet die legendäre Liebiegwarte ihre Pforten den ersten Besuchern. Nach einer ausgedehnten Rekonstruktion wird sie mehr als früher anbieten. Zum Rendezvous, zum Ausflug, zum Spaziergang, zum Mittagessen, auf den 25 Meter hohen fünfseitigen Aussichtsturm oder auch auf eine Disco. Dort überall sind die Leute hingegangen, wenn sie sich in der Vergangenheit auf die Liebiegwarte machten. Im Jahre 1969 verläufte eine Rekonstruktion. Der beliebte Ausflugsplatz wurde aber seit der Hälfte der 90. Jahre der Öffentlichkeit geschlossen. 

Der bestimmte Termin Ende November 2012 wurde verschoben. Auch der neue Termin Ende Dezember 2012 konnte nicht eingehalten worden. Die Investorenfirma hatte nach Reinigung des Wassergrabens, der hier ursprünglich gedient hat, noch zusätzlich einen alten Keller entdeckt. Und so musste man sich mit seiner Erneuerung beschäftigen. 

Die Firma PLP INVEST hat das ursprüngliche Projekt mit einem Anbau ergänzt, in derer einer Hälfte Wellness mit Sauna, Dampfprozeduren und Massagen sind. Die neuen Inhaber haben hier auch einen kleinen See geschafft. Neu ist auch die Möglichkeit, direkt hier im Areal der damaligen Ausflugsrestauration unterkommen. Es wird die Hausküche angeboten. Das Gebäude neben dem Aussichtsturm ist um ein weiteres Stockwerk angewachsen. Die 7 Gästezimmer mit 18 Betten sind in die Hälfte des zweiten oberirdischen Geschosses des ursprünglichen Bauwerkes und in das ganze dritte Stockwerk situiert. Die Romantiker kann auch die Möglichkeit, einen Salon sich vermieten, anlocken. Es könnten hier z. B. Hochzeitsfestessen, Party oder Privathandlungen stattfinden. Der Salon ist nämlich von den anderen Teilen des Restaurants getrennt. Der Innenraum des Restaurants ist mit Fotografien und Texten aus der Geschichte der Liebiegwarte ausgeschmückt. Es gelang auch, die Kapazität des Saales auf mehr als hundert Plätze erhöhen. Es wird geplant, die traditionellen Unterhaltungen am Freitag und Samstag mit lebendiger und übertragener Musik erneuern. 

Am Silvester war ich mir die Liebiegwarte anschauen und begegnete in den Mittagsstunden den letzten Arbeiter, der schon nach Hause fahren wollte. Er hat mich durch die Baustelle geführt und informiert, dass der nächste Termin der Kollaudation im Februar 2013 in Erwägung scheint. Die hölzerne Brücke wurde laut der zeitnahen Fotografie aus dem Jahre der Eröffnung des Aussichtsturmes errichtet. Wiederum wurde der Graben unter der Brücke ausgehoben. Im Graben wurde eine Feuerstätte errichtet. Das Dach am Turm wurde repariert, auch der Fussboden auf der Aussicht, es sind hier neue Fenster und neuer Putz. Ein weiterer Anbau – Garage und ein Raum für den Hausmeister – war noch mit Gerüst gesäumt. 

Und endlich wurde es so weit! Am Samstag, den 2. Februar, fand die feierliche Eröffnung statt. Schon ab 10 Uhr kamen die ersten Besucher und bewunderten das Schlachtfest, zeitnahen Marktplatz, Fechtaufführung, gespenstische Expedition auf den Turm, Wettbewerb, wie man den Darm füllt und die Lebewurst mit Speil endet.

Um 12 Uhr haben sich vor dem gelben Band auf der neuen hölzernen Brücke über dem Wassergraben vier Personen, gemeinsam mit großer Menge von Besuchern im Hintergrund stehend,  versammelt. Ich hatte die Ehre, die Festrede, die mir Herr Baron Paul Ernst von Liebieg per Fax zugesendet hat, nach Übersetzung in tschechischer Sprache vorzulesen. Frau Božena Kosinová, ehemalige Betreiberin der Liebiegwarte, die hier 40 Jahre arbeitete, hat ein bewegtes Zeugnis abgegeben. Frau Hana Maierová, Stellvertreterin für Kulturabteilung des Bezirksamtes, sagte das Grußwort und Ing. Petr Patrman, Vorsitzende des Vorstandes der Genossenschaft PLP INVEST, die die neuen Inhabern der Liebiegwarte vereinigt, hatte auch eine kurze Ansprache gehalten. (Diese privaten Investoren haben die Liebiegwarte mit Dotation von der Europäischen Union in Höhe von 38 Millionen Kronen – die gesamte Summe waren 63 Millionen Kronen repariert.) Danach wurde das Band gemeinsam durchgeschnitten.

Dann folgte das Programm weiter. Am Nachmittag wurde für die Familien mit Kindern ein unterhaltsammer Nachmittag vorbereitet, ein Kinderkarneval „Grafe Dracula“ im Vampirstil mit Vampirmasken mit Wettbewerben und Disco, Kinderwettbewerb „Suche des Schatzes des Burgherrn“ im Wald. Die Besucher konnten vom Volksgarten mit einem historischen Traktor zur Liebiegwarte fahren. Unter dem  Aussichtsturm mit 107 Stufen, wo auch ein Sarg mit einem Vampir platziert war, stand den ganzen Tag eine Schlange von Leuten, die hinauf wollten, auch wenn es neblig war, es schneite und die Aussicht war nur beschränkt. Binnen des ganzen Tages wurden insgesamt 700 Leberwürste gegessen (es fand auch ein Wettbewerb statt, wer isst mehr Leberwürste), und dazu das ganze Schwein konsumiert. Im renovierten Wassergraben wurde auf der neu errichteten Feuerstätte in einem riesigen Kessel Gulasch gekocht. Am Abend wartete dann für die Erwachsene Unterhaltung und Disco. Um 20 Uhr, vor dem Anfang des Maskenballes, wurde wiederholt die Festrede vom Baron Liebieg vorgelesen. Vor allem die Männer konnten u. a. das gerade Malen auf die Körper den Modellen bewundern.

Der Text der Festrede des Barons Liebieg wurde auch in Gesamtfassung auf den Internetseiten des Bezirksamtes, samt Fotografien, veröffentlicht. Auch das Reichenberger Radio RCL und das regionale Fernsehen berichtete über das festliche Geschehen auf der Liebiegwarte.    Die Liebiegwarte lies im Jahre 1901 am Gipfel „Schmiedstein“ bei dem Wanderpfad der Textilmagnat, Mäzen und Kunstliebhaber Heinrich von Liebieg aufbauen. Er benutzte dazu auch Steinwürfel von der abgerissenen  Kirche des Hl. Sebaldes aus einem kleinen Ort unweit Stuttgart.   

Siehe Bild 3 bis 5. Autor der Bilder 4 und 5 ist der berühmte Reichenberger Fotograf Milan Drahoňovský, u. a. auch Autor des traditionellen Reichenberger Heimatkalenders.

– SPORT IN REICHENBERG:                                          

JESCHKEN: Am 1. Januar 2013 fand der 38. Jahrgang des  Neujahrsaufstiegs auf den Jeschken statt. Diese Aktion, die der Klub der tschechischen Touristen veranstaltet, wurde schon zur Tradition. Bei herrlichem Wetter mit Temperatur gegen 0 oC und Sonnenschein sind auf den Gipfel mehr als 1.300 Wanderfreunde gekommen. Die Waldwege mit blauer Markierung waren fast ohne Schnee, aber dafür stellenweise vereist. Nur auf den Abfahrtsstrecken war genug Schnee, auch wenn es sich überwiegend um technischen Schnee handelte.                                                                                                                                        

DIE WELTMEISTERSCHAFTEN DER JUNIOREN UND WETTKÄMPFER BIS 23 JAHRE: Vom 20. bis 27. Januar 2013 fanden in den Skiarealen in Dörfel und am Jeschken die einzelnen Disziplinen des klassischen Skifahrens statt (Lauf, Sprünge und nordische Kombination). Die Kategorie der Wettkämpfer und Wettkämpferin bis 23 Jahre nahm nur im Skilauf teil. 652 Repräsentanten aus 36 Ländern, mit Mitgliedern der Realisierungsteams, Gästen und Journalisten waren es insgesamt zwei tausend Besucher. Vor dem Rathaus fand am 21. Januar ein feierlicher Eröffnungzeremoniell statt, der im Geiste und als Bestandteil der Feier des 110. Jubiläums der Entstehung des Bundes der Skifahrer der Tschechischen Republik konzipiert wurde. Man konnte auch ein unikales Treffen der historischen Skifahrer bewundern, die auch eine Woche vorher im Nordböhmischen Museum während der Vernissage zur Ausstellung über den Anfang des Skifahrens bewundert wurden und Aufmerksamkeit aufwachten. Das Medaillenzeremoniell war jeden Tag am Programm im Raum zwischen Kulturhaus und Kaufhaus FORUM. Auf das Podium stiegen sechs besten Sportler in jeder Disziplin auf. Reichenberg ist auf dem internationalen Niveau schon traditionell als sehr verlässlicher Veranstalter wahrgenommen. Die Zuschauer hatten auf alle Training und Wettbewerbe den Eintritt frei. Am problemlosen Verlaufen der Championate haben sich auch 300 Freiwillige beteiligt.

BERZDORF                                                                                                                                  

Die Adalbert-Kirche ist ein Symbol von guten, freundschaftlichen und nachbarlichen Beziehungen, Gefälligkeit und uneigennützigen Interesse einer guten Sache zu helfen. Während letzten einigen Jahren, dank der Berzdorfern und ihrem „Verein der Freunde von Berzdorf“, verändert sich die kleine Kirche auf ein natürliches gesellschaftliches und kulturelles Zentrum. Und so wird aus einem verfallenen Objekt ein mit Energie geladener angenehmer Raum, wo auch ein Tropfen Mystik dabei ist. Die Kirche wurde nämlich auf dem Platz gebaut, wo in der Hälfte des 18. Jahrhunderts grausame Kämpfe des 7jährigen Krieges stattfanden. Im April 1757 sind auf dem Kampffeld in Reichenberg und Umgebung gegen 1.200 Soldaten gefallen. Für die Plagen, die Berzdorf während des Krieges durchlebte, wurde der Gemeinde Geld gewidmet, für das erst eine hölzerne und danach gemauerte Kirche entstand. Der Berzdorfer Verein kümmert sich um die Kirche schon einige Jahre, ab 2011 hat er ihn von der Stadt Reichenberg vermietet. In der letzten Zeit ist die Kirche durch viele Reparaturen und Aussehen durchgegangen. Nicht nur geschickte Hände, aber auch Sponsoren haben sich daran beteiligt. Z. B. die Stadt hat zur Renovierung der Eingangstür beigetragen. Man bemühte sich, so viel wie möglich ursprüngliche Elemente und Holz auf der Tür lassen. Auch alle ursprünglichen Schmiedeteile wurden restauriert. Weiter wurden auch der Altar, die Beleuchtung und das ewige Licht repariert. Wegen der Feuchtigkeit war notwendig, im Interieur die Sanierungswandbewurfe machen. In der Kirche werden Konzerte und Theater veranstaltet, die Kinder bekommen hier das Zeugnis. Und so ist der größte Erfolg, dass es gelungen ist, in die Kirche das Leben zurückbringen.

GROTTAU AN DER NEISSE                                                        

Der ehemalige Bürgermeister Martin Půta, der 10 Jahre in Grottau an der Neiße im Amt war, wurde in den  Bezirkswahlen am 27. November 2012 zum Bezirkshauptmann des Reichenberger Bezirks gewählt. Laut seinem Versprechen vor der Wahl in die Bezirksvertretung resignierte er am 19. Dezember 2012 an der Tagung der Stadtvertretung von Grottau an der Neiße auf die Funktion des Bürgermeisters.  Zum neuen Grottauer Bürgermeister wurde der bisherige Stellvertreter des Bürgermeisters, Herr Josef Horinka, der sechs Jahre in dieser Funktion arbeitete, gewählt.

KRATZAU        

Das Thermalbad in Kratzau wurde am 3. Dezember 2012 geöffnet. Die feierliche Eröffnung fand direkt im Schlösschen statt, den nächsten Tag wurde dann auch für die breite Öffentlichkeit eröffnet. Es ist bis jetzt erst die erste Etappe des Projekts nach mehrjähriger Verspätung fertig. Die zweite Etappe wird vom Eigentümer in der ersten Hälfte 2013 beendet. Für die Kurgäste wurden im Kurbad, das von ähnlichen Anlagen im Ausland in der Slowakei und in Ungaren inspiriert wurde, Badeschwimmbecken mit 32oC warmen Wasser, Intimschwimmbäcken mit mehr als 40 oC warmen Wasser, finnische Sauna und Dampfsauna, Wasser- und Massagewannen errichtet. . Die Besucher können sich dank den Malereien auf der Wand in die Bronzezeit übertragen. Auf den Wänden sind einige handgemalene Abbildungen der Minoikultur, also der Zivilisation der Kreta 4.000 Jahre vor Christus. Die Eintrittskarte kostet 250 Kronen, für die Senioren 200 Kč. Dieser Komplex befindet sich unter dem ehemaligen Motel SCHLÖSSCHEN (Zámeček) im neuen Gebäude BEHAGLICHKEIT (Pohoda). Im Schlösschen selbst wurden zwei Gaststätten geöffnet und Unterkunft für 42 Gäste. Die Konferenzräume sind direkt im Hotel zur Verfügung. Die Eröffnungszeiten sind von Sonntag bis Donnerstag ab 9 bis 21 Uhr, am Freitag und Samstag bis 23 Uhr.) 

PRÄSIDENTENWAHL        

Am 11. – 12. Januar 2013 fand in der Tschechischen Republik die erste direkte Präsidentenwahl statt. Insgesamt waren neun Präsidentenkandidaten: der Sieger, Miloš Zeman, ehemaliger Prämier, hat von den Wählern 24,21   % Wahlstimmen bekommen, an der zweiten Stelle war Fürst Karel Schwarzenberg, derzeitige Außenminister, mit 23,40 %. Die Wahlteilnahme war 61,31 % Wähler. Weil keiner von den neun Präsidentenkandidaten mehr als 50 % gültige Wahlstimmen bekam, musste zwei Wochen später, also am 25. und 26. Januar, die zweite Runde der Präsidentenwahl durchgeführt worden. Das Resultat: M. Zeman siegte mit 54,80 % (2,717.405 gültige Wahlstimmen), K. Schwarzenberg bekam 45,19 % (2,241.171 gültige Wahlstimmen). Die Wahlteilnahme war 59 % Wähler.     

Einen glücklichen und frohen Übergang in den Frühling nach der langen Winterzeit wünscht allen Heimatfreundinnen und -freunden herzlich Ihre /Euere

Dagmar Neumann.  

 

 

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1. der neue tuchplatz in reuchenberg

2. neue bnke am reichenberger tuchplatz

 4. das band auf der liebiegwarte wird durchgeschnitten

 5. die renovierte liebiegwarte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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