NACHRICHTEN AUS DER HEIMAT: März 2014

Liebe Heimatfreundinnen und Heimatfreunde,

 

der Winter ist langsam am Ende seiner Macht und es kommt wieder der lange sehnsuchtsvoll erwartete Frühling. Aber trotzdem kann man im diesen Bericht noch etwas sogar auch über den Advent und Weihnachtszeit in Reichenberg und Umgebung lesen, dank der Doppelnummer Januar+Februar und des Redaktionsschlusses für das Reichenberger Heimatblatt.

 

REICHENBERG UND UMGEBUNG

– Noch zur Adventszeit, bis zum neuen Jahr 2014:

Am 5. Dezember 2013 konnten die Kinder in Reichenberg schon zum 11. Mal mit der Teufelsstraßenbahn, wo statt des Fahrers der Luzifer saß, fahren Die Endstation dieser Teufelsfahrt war aber nicht die Hölle, sondern es handelte sich um die Strecke vom Volksharten bis nach Ober Hanichen. Den Wagen kam der Teufel durch, am Boden lieg Stroh, die Fenster waren vom Ruß beschmutzt und es ertönte heimtückisches Gelächter…

Am 5. Dezember werden die Nikolausfeste in den Kindergärten, Schulen, Firmen oder zu Hause gefeiert. Auch in einigen Städten und Dörfern wurde es schon zur Tradition. Die Ankunft des heiligen Nikolaus ist bei den Kindern gleichzeitig beliebt und befürchtet. Er wird nämlich vom Teufel begleitet. Zum Ausgleich der Emotionen ist ja aber auch noch der Engel da. In Reichenberg ist diese Dreiergruppe um 16,15 Uhr auf den Marktplatz vor dem Rathaus angekommen. In Kratzau dann um 17 Uhr, diese Aktion wurde mit Anschalten des Weihnachtsbaumes verbunden. In Liebenau wurde die Ankunft des Nikolauses am Samstag, den 14. Dezember, organisiert.

Am Samstag, den 7. Dezember, wurde in Machendorf das Adventsfest gefeiert. Um 14 Uhr fanden im Klub „Bei den Trompeten“ die Kinderwerkstätten statt. Um 16 Uhr sind in der Kirche des Gottesherzens des Herrn die Kinder aus dem Kindergarten aufgetreten, der Priester predigte, der Sängerchor Cantemus hatte ein eigenes Konzert. Am Ende wurde der Weihnachtsbaum feierlich angeschaltet.

In Christofsgrund schmückte nach einem Jahr wieder eine der größten Weihnachtskrippen unter freiem Himmel vom Maler Josef Jíra. Das geräumige Werk mit bis drei Meter hohen Figuren wurde in der Ortschaft schon zum 15. Mal aufgerichtet; am Samstag, den 30. November 2013, erwartete es der Festbelichtung. Am Ort bleibt die Weihnachtskrippe einige Monate, man muss warten, bis der Schnee zerschmilzt. Das 16 Meter breite Werk, das im Jahre 1999 in drei Monaten erstand, steht unweit der Aposteluhr vom Holzschnitzer Václav Plechatý. Die Tradition von Erzeugen der Weihnachtskrippen ist in der Ortschaft 150 Jahre alt und sie stellt die beständige Ausstellung im ersten Stock des Gasthauses „Bei dem Christophers“ dar, wo mehr als zwanzig Weihnachtskrippen ausgestellt sind. Die älteste stammt aus dem Jahre 1846, die größte ist auf 35 Quadratmetern Fläche und die kleinsten gehen in die Handfläche nein. Im Jahre 2013 wurden zwei weitere Weihnachtskrippen und eine Bauernküche dazugegeben. Das Museum ist um ein Dachgeschoss gewachsen, wo Spielzeug, Schulbänke und auch ein geräumiges Modell der Ortschaft mit einer Spielzeugeisenbahn unterbracht ist. Das Museum ist immer am Wochenende nachmittags, im Dezember dann täglich ab 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Das Feuerwerk hat am Silvester, als Abschied mit dem alten Jahr, im Reichenberger Bezirk nur in Habendorf stattgefunden. Die Kosten dafür waren 35.000 Kronen.

Am 1. Januar 2014 fand zum 39. Mal der Neujahrsaufstieg auf den Jeschken, den schon traditionell die Wanderfreunde der Lokomotive Reichenberg organisierten, statt. An der Wanderung nahmen 1.427 Touristen teil.

 

– Die Gemäldegalerie in Reichenberg: Einen großartigen Abschied nicht nur mit der erfolgreicher Ausstellung „Die jungen Löwen im Käfig“, aber auch mit dem ganzem Liebieg-Palast, fand am Sonntag, den 15. Dezember 2013, in der Gemäldegalerie statt. Am 1. Januar haben sich die Toren geschlossen und die Galerie wird in das neu rekonstruierte Gebäude des ehemaligen Stadtbades übersiedelt. Die ganztägige Dernissage bot die letzten kommentierten Besichtigungen durch die Ausstellungen und das Gebäude, Weihnachtsworkshops für Kinder und ihre Eltern und vorbereitet war auch weiteres reiches Begleitungsprogramm. Der Eintritt war den ganzen Tag kostenlos.

Die letzte Ausstellung „Die jungen Löwen im Käfig“ lockte mehr als 5.000 Besucher. Wie die Kuratorin Anna Habánová informierte, die Besucherzahl übertraf sogar die Ausstellung vom Albrecht Dürer.

Die Galerie nicht nur endet, aber auch bilanziert. Nach 60 Jahren ihrer Existenz veranstaltete sie hier mehr als 700 Ausstellungen. Im Jahre 2013 kamen mehr als 15.000 Besucher, wie der Direktor Jan Randáček informierte. Dazu haben nicht nur erfolgreiche Ausstellungen beigetragen, aber auch attraktives ganzjähriges Begleitungsprogramm.

In die Reichenberger Gemäldegalerie kam auch Liebieg in seinem ersten Automobil in Böhmen. Das unikale Bild, das den Fabrikanten Theodor Liebieg und seine Verlobte Marie Blaschka bei der Ausflugsfahrt mit dem Automobil in der Ortschaft unter dem Jeschken aufnimmt, wurde am 15. Dezember in der Gemäldegalerie ganz außerordentlich ausgestellt. Es handelt sich um das erste Automobil in Böhmen, der vor 120 Jahren (im Dezember 1893) gerade nach Reichenberg transportiert wurde. Sein neuer Besitzer Theodor Maria Johann Baron von Liebieg (1872 Reichenberg – 1939 Reichenberg) war nämlich in Böhmen der erste, der die Führerberechtigung erhalten hat. Autor des Bildes „Fahrt mit dem Auto“ ist Hugo Charlemont. Die Gemäldegalerie veröffentlicht regelmäßig auf ihren Webseiten schon einige Jahre die Rubrik „Werk des Monats“. Aus räumlichen Gründen war es nicht möglich, diese Werke auszustellen, was sich jetzt mit der Umsetzung der Galerie in das neue Gebäude gründlich verändert. Aus diesem Grund wurde dieses Dezemberwerk während des feierlichen Tages des Abschiedes mit der alten Galerie ausgestellt. Es fang auch die Aktion „Der kugelige Blitz“ oder großer Umzug der Galerie in das Stadtbad an. Der Server wurde schon verschoben und im Stadtbad zum Internet eingeschaltet, die Telefone läuten. Am 19. Dezember hat man begonnen, die Schachteln abzufahren, und nach dem Neuen Jahr fang das Umziehen mit Volldampf an, damit es bis Ende Februar 2014 fertig ist.


– Bis Ende des Jahres 2013 konnte man im Nordböhmischen Museum die letzten installierten Ausstellungen bewundern. Ab den 1. Januar 2014 ist das Museum für vier Monate geschlossen Die Innenräume werden rekonstruiert. Ab Mai 2014 wird das Museum, schon in anderer Form, wieder geöffnet.

 

– Ab den 1. Januar 2014 sind die öffentlichen Friedhöfe, um die sich bis jetzt die Technischen Dienste der Stadt Reichenberg gekümmert haben, in das Eigentum und die Verwaltung übergangen. Laut dem Gesetz müssen alle diese öffentlichen Begräbnisstätte seine Ordnung haben, die z. B. vorgeschriebene Sorten von Särgen, die Morschen-Zeit für sterbliche Überreste der Menschen, Pflichten der Besucher, Betreiber (Verwalter) der Begräbnisstädten und weiteren Personen feststellt. Vorschlag der Ordnung regelt den Betrieb der Friedhöfer, die im Eigentum der Stadt sind, und zwar in nachfolgenden Vierteln: Machendorf, Ratschendorf bei Schönborn, Dörfel, Oberrosenthal, Ruppersdorf, Rudolfstal und Oberberzdorf bei Reichenberg (Berzdorf). Die Ordnung des öffentlichen Friedhofes wird im angemessenen Ausmaß auch für den Friedhof in Maffersdorf gelten. Der Sitz der Abteilung der Verwaltung des öffentlichen Vermögens der Statutarischen Stadt Reichenberg ist in der Liebieg-Villa auf der Gablonzer Straße. Dorthin kann man sich mit möglichen Anforderungen wenden. Die Friedhöfe sind für die Öffentlichkeit ab Dezember bis März in der Zeit von 8 bis 17 Uhr und ab April bis November von 8 bis 20 Uhr zugänglich. Die Preise für Vermietung der Gräber und weitere Begräbnisdienste werden sich für das Jahr 2014 nicht ändern. Die konkreten Preise werden am Anfang des Jahres 2014 auf den Webseiten der Stadt Reichenberg im selbstständigen Lesezeichen veröffentlicht.

 

– Ab dem 1. Januar 2014 schreibt das novellierte Bürgergesetzbuch die Bauten, die keinen Eigentümer haben, dem Besitzer des Grundstückes, auf dem sie stehen, zu. So sind z. B. die Tabernakel bedroht, weil das Gesetz sie praktisch diesen Leuten geschenkt hat. Die Besitzer können jetzt mit Kreuzen, Kapellen und Gottesmarter beliebig umgehen. Und so könnten bald die zierlichen sakralen Bauwerke aus der böhmischen Gegend ganz verschwinden. Die Gedenksteine stehen noch dazu nicht unter Denkmalschutz, und so können sie abgerissen oder verkauft werden. Wie der Vorsitzende des Bürgervereins „Zierliche Andenken in Nordböhmen“ Miroslav Pröller informierte, hat es schon begonnen zu geschehen. Nur im Reichenberer Bezirk handelt es sich um einige Tausend von solchen bedrohten Andenken. Z. B. im Kreis Böhmisch Leipa, wo der Bürgerverein residiert, findet man 700. Eine Reihe von deren steht z. B. in der Mitte vom Feld oder auf verschiedenen Kreuzungen der Wegen. Im Kataster der Immobilien sind sie aber nicht eingetragen. Das Problem kann eintreten, falls die Stadt oder Gemeinde die Andenken in Stand setzen möchte. Das Gemeindegeld für etwas aufwenden, was dem Privatmann gehört, geht nur sehr schwer. Aus diesem Grund haben einige Städte noch vor Gültigkeit der Novellierung des Gesetzes die Kreuze und Kapellen als verlorene ausgerufen. Es ging um eine einfache Finte, wie sie in ihren Besitz gewinnen. Falls sich in den nächsten sechs Monaten der Eigentümer nicht gemeldet hat, werden sie ihnen automatisch zuhören. In diesem Sinn informierte auch der Reichenberger Denkmalpfleger Petr Freiwillig. Diese Praxis ist jetzt aber nicht mehr möglich. Nach der Meinung des Leiters der Abteilung der Denkmalpflege des Reichenberger Rathauses Jaroslav Badalec wäre ein Weg, wie diese Andenken beschützen, und zwar, sie in das Eigentum gewinnen. Die Stadt hat bessere Möglichkeit verschiedene Zuschüsse und Subventionen zu gewinnen, als ein Selbstständiger. Für die Denkmalpfleger wäre es ideal, wenn die Kreuze und Kapellen Kulturandenken werden. Auch gewinnen der Finanzen zur Instandsetzung wäre leichter. Den Vorschlag kann jeder Bürger aufgeben, als Teilnehmer des Verfahrens ist dann nur der Besitzer des Grundstücks, auf deren das Andenken steht. Die Mehrheit der zierlichen sakralen Bauten steht nicht unter Denkmalschutz, und so zeigt sich hier ein weiterer Weg, wie der Direktor des Reichenberger Denkmalinstituts Miloš Krčmář informierte.

 

– Am Samstag, den 4. Januar 2014, feierte die Grundschule auf der Heinrich-Liebieg-Straße das 100. Jubiläum. Ab dem Jahre 1962 handelt es sich um die Schule mit erweitertem Sprachunterricht in den Klassen auf die deutsche und englische Sprache spezialisiert. In den sechsten Klassen fangen die Kinder mit der zweiten Fremdsprache an. In der neunten Klasse, unter Einfluss des intensiven Unterrichtes, erlangen die Schüler das Sprachniveau des europäischen Rahmen B1 – B2 bei beiden Fremdsprachen. Im Jahre 2008 wurde sie als einzige Grundschule in der Tschechischen Republik die Partnerschule der BRD -Schule-Partner der Zukunft. Sie orientiert sich auf den Unterricht der englischen, deutschen, französischen und russischen Sprache. Vom Anfang an hinterließ sie in den Reichenbergern Anerkennung, sehr oft weckte sie Respekt auf. Im Jahre 1967 wurde im Gebäude der Film „Fünf Mädchen auf dem Hals“ gedreht. In den Schulbänken saßen viele gegenwärtige Persönlichkeiten. Eine ganze Reihe von ihnen ist in die Welt losgelaufen und blieb in Vergessenheit. Das Jubiläum fordert zu Erinnerungen auf und Begegnungen quer Generationen. Das Gebäude steht an der Grenze des Kreuzweges und steht nicht unter Denkmalschutz, aber trotzdem verdient sich ihre Architektur unsere Aufmerksamkeit, auch mit Rücksicht auf den Zweck des Aufbaus, den sie die ganze Zeit ohne Rest erfüllt. Der Außenmantel bekannte in der letzten Zeit nicht die gehörige Pflege, so wie eine Reihe anderer Gebäuden in Reichenberg, aber das Innere strahlt eine freundschaftliche, gefällige Atmosphäre zu den Kindern und Besuchern, die den Geist der modernen Zeit widerspiegelt, aus.

Am 4. Januar fand im Schulgebäude der Tag der offenen Tür statt, der die Abituriententreffen für alle Klassen ermöglicht. Das gemeinsame Treffen gipfelte mit einem Ball der Absolventen, Eltern und allen Freunden der Schule, der am diesem Tag um 20 Uhr im Kulturhaus stattfand. Bei der Gelegenheit des Jubiläums wurde ein Almanach der Absolventen herausgegeben. Hier ist u. a. Ausbau der Schule beschrieben und auch Namenregister aller Absolventen, die das letzte Schuljahr beendeten. Die Verfasserin und Direktorin der Schule, Frau Reindlová, sagte mir, dass leider keine Unterlagen aus den Jahren 1939 bis 1945 vorhanden sind. Falls jemand irgendwelche Dokumente, auch Fotografien, aus dieser Zeit besitzt, wäre großes Interesse, auch zusätzlich, diese in Form einer Kopie der Schule zu übergeben, was ich gern vermitteln kann.

 

– Am 8. Januar 2014 wurde das Multifunktionsgebäude des Feuerwehr-Rettungs-Korps des Reichenberger Bezirkes in der Šumavská Straße, wo früher alte Garagen waren, feierlich eröffnet. Das Objekt für 62 Millionen Kronen wird vor allem als regionales Operations- und Informationszentrum dienen. Der Direktor Roman Hlinovský informierte, dass das „Gehirn“ im ersten Stock residiert. Das wichtigste ist selbstverständlich die Technik, aber auch weitere Elemente des vier hier unterbrachten Operationszentrums sind erforderlich. Das einheitliche Operationszentrum ist gleichzeitig auch Zentrum für Telefonzentrum des Notrufes 112.

– Am 1. Februar 2014 wurde in Reichenberg, unweit des Zentrums, „In der Sorge“, im ehemaligen Granitsteinbruch, die größte Eiswand in Mitteleuropa für die Liebhaber des Eisalpinismus eröffnet. Die örtlichen Bergsteiger haben das frostige Wetter in den vergangenen Tagen ausgenutzt und haben auf die Felsen mit Hilfe der Düsen das Wasser zerstaubt; das Eis hat so schnell zugenommen. Die Höhe der senkrechten bergsteigerischer Wand mit anspruchsvollen Überhängen hat bis 30 Meter, die ganze Fläche dann 2.000 Quadratmeter.

 

GROTTAU AN DER NEISSE

Das Einzugsgebiet der Elbe beendete in Grottau an der Neiße die Erneuerung von 5,5 km der Lausitzer Neiße, die die Überschwemmung im August 2010 beschädigt hat. Die Erneuerung des Flussbetts und Ufers dauerte etwa ein Jahr und kostete 69 Millionen Kronen. Der Fluss ist jetzt im besseren Zustand, als vor dem Hochwasser, und ähnlich wie in der Vergangenheit respektiert mehr seine Umgebung. Wie der Grottauer Bürgermeister Josef Horinka informierte, zeigte die Überschwemmung, dass der Fluss einmal ganz anders aussah. Z. B., wo ursprünglich die Uferwände waren, die unsere Vorgänger der deutschen Nationalität bauten. Zwischen CHOTYNĚ und Grottau an der Neiße haben die Arbeiter z. B. mehr als halben Kilometer Wände von zwei bis 3,3 Meter erneuert. An die Überschwemmung vom August 2010 erinnert ein fünfseitiges Prisma. Der Stein befindet sich bei der Brücke über die Lausitzer Neiße, wo das Haus Nr. l stand, das einige Tage nach der Überflutung heruntergerissen sein musste.

 

MAFFERSDORF

Am 24. Januar, vor 140 Jahren, wurde im Maffersdorf die Brauerei feierlich eröffnet. Nach vier Monaten wurde von dort schon das erste Bier nach Reichenberg und Umgebung abgesendet. Und obwohl in der Brauerei während der Jahren die Besitzer wechselten und Bezeichnung des Bieres veränderte, den Ruhm und Probleme erlebte und für kurze Zeit wurde sogar die Produktion beendet, hat die Brauerei überdauert. Das Bier wird hier immer gekocht und im Jahr 2013 waren es 75.000 Hektoliter, ungefähr 40 % davon wurde ins Ausland geliefert.

Die Geschichte der Brauerei ist lang und voll von Interessantheit. Z. B. während des Weltkriegen und Mangel der Rohstoffe wurde nach Ersatzmitteln gegriffen und es wurde dreistufiges Bier, für die deutsche Armee aber zehnstufiges Bier hergestellt. Die Brauerei wurde im Jahre 1877 und 1998 geschlossen, immer für zwei Jahre. Ab dem Jahre 2000 gehört die Brauerei der tschechischen Gesellschaft HOLS a. s., die hier das Bier bis heute kocht, aber schon unter anderem Name, als die Leute angewöhnt waren. Die Rechte auf den ursprünglichen Namen blieben der Prager Brauerei, und so wurde ein neuer Name gesucht. Im Lehrbuch für die Geschichte ist geschrieben, dass nach dem König Vratislav in den böhmischen Ländern sein Bruder Konrad herrschte; beide waren Przemyslieden. Und noch dazu ist der Name Konrad fast in allen Sprachen lesbar. Heute wird unter diesem Biernamen in Maffersdorf 11 Sorten Bier erzeugt. Schon drei Jahre wird das spezielle rote Bier gekocht, heuer soll auf den Markt die grüne Variante kommen. Sie wird „Der grüne König“ heißen und vorgestellt wird diese Biersorte zu Ostern. Sie wird in die Gaststätten geliefert, in die Flaschen wird mit ihm nicht gerechnet. Mit was will die Firma das Bier einfärben, wollte der Direktor Petr Hostaš nicht verraten. Auch wenn es sich, wie bei dem roten Bier, um rein Naturfarbstoff handeln soll. Die Brauerei will heuer auch in die Verbesserung der energetischen Bilanz investieren.

 

IN EIGENER SACHE

– Am Mittwoch, den 22. Januar 2014, wurde uns im Begegnungszentrum während des regelmäßigen Monatstreffens mitgeteilt, dass Frau Roswitha Seeliger gestorben ist. Mich persönlich hat es sehr getroffen, wir waren schriftlich und telefonisch im Kontakt und noch im Dezember konnte ich sie informieren, dass die Gruft ihrer Familie endlich repariert wird, das Gerüst steht schon und die Arbeiten am Dach haben angefangen. Sie hat sich darüber sehr gefreut und wollte eine Tischdecke über den Altar häkeln, so habe ich ihr noch die genaue Abmessungen übersendet. Jetzt ist die Gruft endlich rekonstruiert, das neue Dach bekam auch Dachrinnen, aber bevor ich es Frau Seeliger mitteilen konnte, kam diese traurige Nachricht… Ich habe immer mit Begeisterung ihre Berichte im Reichenberger Heimatblatt gelesen, sie konnte so schön von der Vergangenheit schreiben, sie wusste vieles über jedes Thema. Sie hat mir auch mitgeteilt, dass Frau Edith Rennert am 17. Oktober 2013 gestorben ist (ich wurde schon von der Editś Tochter informiert) und wollte von mir die Adresse der Familie wissen. Der Tod von Frau Rennert war für mich auch ein Schock, weil wir miteinander noch eine Woche vor ihrem Ableben telefonisch im Kontakt waren. Sie war schon die letzte von vier Geschwistern, ihre Schwester ist vor einigen Jahren gestorben, und beide Brüder sind im Krieg gefallen. Unsere Familie wohnte am Keilsberg in dem Haus, wo früher die Edith mit ihren Geschwistern und Eltern wohnte. Wir waren dort 20 Jahre zufrieden, bis uns die Kommunisten den Garten im „Staatlichen Interesse“ enteignet haben und dann kam der Befehl, auch aus dem Haus ausziehen, obwohl es unser Eigentum war, sonst werden wir angeblich keinen Anspruch auf Ersatzwohnung haben! Beide Schwestern haben uns noch zu DDR Zeiten, da war ich noch Kind, „vorsichtig“ besucht, meine Oma hat sie damals beide zum Kaffee und Kuchen eingeladen, es kam zu Gespräch und mehreren Besuchen. Mit Edith habe ich mich noch später öfters bei der Gelegenheit der Haindorfer Wallfahrt und verschiedenen Heimattreffen in Deutschland getroffen…

 

Ich wünsche allen einen freudigen Übergang von der Winterzeit in das Frühjahr mit gemütlichen sonnigen Tagen und den erleben der Wunder der aufwachenden Natur. Ihre/Eure


Dagmar Neumann.

Posted in Aktuelles, Reichenberg heute Liberec.

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