NACHRICHTEN AUS DER HEIMAT: August/September 2013

Liebe Heimatfreundinnen und Heimatfreunde, 


das Hochwasser am Anfang Juni hat den Betroffenen wieder Schaden und Unglück gebracht. Hoffentlich werden wir im Sommer nur ruhige Tage erleben.
 

REICHENBERG

 

 

– DAS HOCHWASSER hat Anfang Juni auch den Reichenberger Bezirk betroffen. Es wurde der Notzustand verhängt. Im größeren oder kleineren Ausmaß hat es 45 Gemeinden betroffen. In Reichenberg und Umgebung waren  in Einsiedel entlang des Görsbachs die Wiesen unter Wasser, etwas schlimmer hat es um Friedland bei der Wittig ausgesehen. Im Vergleich zu dem Blitzhochwasser im Jahre 2010 werden aber die Schäden ordnungsniedriger sein.  

 

– Am Samstag, den 8. Juni 2013, fand in Reichenberg und Gablonz an der Neiße die so genannte „MUSEENNACHT UNTER DEM JESCHKEN“ statt. Ab 18 bis 24 Uhr konnte man in Reichenberg das Nordböhmische Museum, die Galerien, den IQ Park Babylon und das Hotel Jeschken, das das 40. Jubiläum dieses Jahr feiert, kostenlos besuchen. Im Museum war die Möglichkeit, die historische Kostüme ausprobieren und sich so fotografieren lassen. In Gablonz an der Neiße waren das Glas- und Bijouteriemuseum und das Haus der Familie Scheybal zugänglich. Die Verbindung zwischen allen Objekten beschafften die historische Straßenbahn und der historische Autobus. Der Schaffner hat, wie damals, in historischer Uniform die Fahrkarten durch geknipst. 

 

– Der traditionelle JAHRMARKT fang am Freitag den 14. Juni 2013 schon zum 14. Mal, diesmal in der Renaissancezeit, mit Vorstellungen von verschiedenen Musikgruppen am Marktplatz (Reichenberger Blues- und Jazzgruppe, mittelalterliche Musikgruppe aus Zittau) und Modeschau des Hartauer Vereins an. Am Samstag den 16. Juni 2013 haben sich Markthändler, Mitwirkende, aber ach Politiker Renaissancekostüme angezogen und haben so zur Atmosphäre des zeitnahen Jahrmarkts beigetragen. Der Jahrmarkt wurde mit dem Festzug am Korp mit ehemaliger Besitzerin des Herrschaftsgutes Katharina von Redern eröffnet. Im historischen Kostüm nahm die Primatorin Martina Rosenbergová die Delegation an. Vor dem Rathaus konnte man auch den Renaissancemaler Albrecht Dürrer begegnen. In zeitnahen Kostümen haben auch Ratsherren der Stadt Augsburg und Zittau teilgenommen. Die Delegation aus der Partnerstadt Augsburg ist nach Reichenberg im Rahmen der Tschechisch-deutschen Tagen eingekehrt .Weiter haben sich Künstler aus Reichenberg, Zittau und der Partnerstadt Augsburg vorgestellt. Zum Programm hat auch der Tanz der Adeligen aus dem 16. Jahrhundert in Darbietung der Tanzgruppe mit 40 Mitwirkenden aus Zittau beigetragen.  Abwechselnd wurde mit zeitnaher Musik, Akrobaten, Fechtern und Theatervorstellungen für Klein und Gross fortgefahren. Für die Kinder waren Ponys und ein hölzerner Karussell, den nach einer Fotografie aus der Kindheit ihrer Großmutter die Glasmalerin aus SKALICE bei Böhmisch Leipa Andrea Volková anfertigen lasste. Buden mit verschiedenen Artikeln waren auch ständig in Belagerung. Am Abend konnte man den Festzug, eine Tanzshow, Gaukler- und Fakirshow und Trommel- und Pyrotechnische Show, die das reiche Programm beendete, bewundern.

 

DIALOG 2013: Die diesjährigen schon fünften Tschechisch-deutsche Kulturtage Dialog 2013, fanden in Reichenberg am Freitag den 14. und am Samstag den 15. Juni statt. Das Ziel des Dialoges ist, gute Beziehungen beider Partnerstädten, Reichenberg und Augsburg, zu propagieren, wo die Leute zwar unterschiedliche Sprache reden, aber trotzdem sind sie fähig, Freundschaft und „Dialog“ anzuknüpfen. Der Dialog findet abwechselnd in einer oder anderer Partnerstadt in zweijährigem Intervall statt. In diesem Jahr wurde natürlich zum gemeinsamem „Dialog“ auch partnerschaftliche Zittau eingeladen. Der Dialog wurde feierlich am Freitag mit der Vernissage der Ausstellung von Albrecht Dürer in der Gemäldegalerie in Reichenberg eröffnet. Ab 20 Uhr erwartete die Besucher ein Jazzkonzert. Am selben Tag konnten sich die Besucher schon ab 14 Uhr am Marktplatz vor dem Rathaus über das Konzert der Augsburger, Zittauer und Reichenberger Künstler erfreuen. Am Samstag war das Programm der Tschechisch-deutschen Kulturtage Bestandteil des traditionellen Reichenberger Jahrmarkts. Der Eintritt auf alle Veranstaltungen war kostenlos. 

 

– DIE GEMÄLDEGALERIE erlebte am 14. Juni 2013 das Ereignis des Jahres: sie hat es geschafft, in die Stadt die Grafiken von magischen Mahler, Grafiken und Theoretikern Albrecht Dürer (1471 – 1528) bringen und dank der Ausstellung zugänglich machen. Die Werke kommen aus einer privaten Sammlung des Kunstliebhaber Ulrich Schulz aus Karlsruhe, der schon drei Ausstellungen in Deutschland veranstaltet hat. Es handelt sich um 255 Grafiken samt bekannten Drucksachen, wie z. B. Adam und Eva, der Ritter, Tod und Teufel, Melancholie oder der bekannte Holzdruckstock der Reiter aus der Apokalypse. Alles sind Originale. Außer fast kompletten grafischen Bildung des Künstlers stellt den Besuchern die Ausstellung auch ungefähr 30 Bücher mit seinen Grafiken vor. Überhaupt zum ersten Mal in der Tschechischen Republik haben so die Leute die Möglichkeit, das  gesamte grafische Werk von diesem Berühmten Renaissancekünstler von der Wende des Mittelalters und Renaissance kennenlernen. Die Ausstellung hat einen Wert von einigen Millionen EUR. Z. B. den Reiter aus der Apokalypse hat der Inhaber im Jahre 1953 für 10 Tausend EUR gekauft, heute hat er einen Wert von 300 Tausend EUR. Zum letzten Mal konnte man die Ausstellung im Jahre 2006 in der Nationalgalerie in Prag bewundern. Die Werke sind in allen Weltmuseen vertreten und gehören zu den wertesten Sammlungsgegenständen.
Auf der Ausstellung hat die Reichenberger Bürgermeisterin Martina Rosenbergová, der Oberbürgermeister aus Augsburg (im historischen Kostüm) und Zittau, der Direktor der Gemäldegalerie Mgr. Jan Randáček, die Stellvertreterin des Bezirkshauptmannes für Kultur Hana Meierová, die Delegation des Heimatkreises Reichenberg am Kopf mit Vorsitzendem Klaus Hoffmann, die Delegation des Begegnungszentrum in Reichenberg am Kopf mit Vorsitzender Krista Blaževičová und andere Gäste. Während der Veranstaltung konnte man die Tanzgruppe in historischen Kostümen, die die berühmten Augsburger Bürger dargestellt und Edeltanze aus dem 16. Jahrhundert vorgestellt haben, bewundern. Die Ausstellung wurde im Rahmen der Kulturtagen Dialog 2013 Reichenberg-Augsburg, in Zusammenarbeit mit Kunstsammlungen und Museen Augsburg veranstaltet.

 

– DER TEMPEL DES HL. ANTONIUS DES GROSSEN erlebte am 16. Juni 2013 einen seltenen Besuch. Zu Ehren des 130. Jubiläums der Weihe des Tempels nach der letzten Generalreparatur kam der Apostolische Nuntius Giuseppe Leanza für die Tschechische Republik (ab September 2011) an. In die Funktion wurde er vom Papst Benedikt des XVI. genannt. Vorher hat er am gleichen Posten in vielen Ländern der Welt gewirkt. In Begleitung von Ratsmann der apostolischen Nuntiatur in der Tschechischen Republik Mons. Dennis Kuruppassery, Primatorin der Stadt Reichenberg Martina Rosenbergová, Erzdechant der römisch-katholischen Pfarrei Radek Jurnečka, Stellvertreterin des Bezirkshauptmannes des Reichenberger Bezirks Hana Maierová und weiteren Gästen wurden alle in der Zeremonienhalle des Reichenberger Rathauses von der Primatorin der Stadt, Martina Rosenbergová, empfangen. Das Mitglied des diplomatischen Korps hat nachher den feierlichen Gottesdienst in tschechischer Sprache geführt. Die Kirche, dem Hl. Antonius des Großen geweiht, ist die einzige in der ganzen Leitmeritzer Diözese. Sie wurde in den Jahren 1579 – 1587 auf der Stelle der hölzernen Kirche aus dem 14. Jahrhundert erbaut. In den Jahren 1733 – 1735 ging sie der barocken Bearbeitung und ungefähr 150 Jahre später noch weiterem – neugotischem Umbau durch. Am Ende des 19. Jahrhundert wurde der Kirchenturm bis 70 m Höhe erhöht. Der Bau wurde im Jahre 1882 beendet, im bevorstehenden Jahre wurde die Kirche geweiht. In der Kirche sind keine Bilder, es ist eine Figuralkirche. Der Altar ist zehn Meter hoch.
Der Hl. Antonius der Große wurde auch Einsiedler genannt. Der Ägypter lebte in Tagesanbruch des Christentums in dem ersten Jahrhundert nach dem Christ (251 – 356). Er stellte einen asketischen Mönch, der in Entsagung und Armut lebte, dar. Er ist für einen Gründer des westlichen Mönchsordens gehalten.

– DAS INTERNATIONALE PUPPENFESTIVAL der professionellen Puppentheatern „MATEŘINKA 13“ fand in Reichenberg zum 22. statt. Das Festival zielt als einzelnes in Mitteleuropa auf die Inszenierung für Vorschulkinder. In der Stadt war er vom 18. Juni 2013 durch fliegende Elefanten und im Nordböhmischen Museum durch eine Ausstellung verkündigt. Offiziell wurde er mit lustigem Umzug der Schauspieler in Kostümen, der mit Trommelexhibition und Clowns gipfelte, gestartet. Es beteiligten sich Schauspieler aus sieben Staaten und für die Kinder und ihre Eltern und Großeltern haben zehn inländische und sechs ausländische Ensemble zusammen 29 Aufführungen veranstaltet. Auf drei Workshops konnte man z. B. Puppen aus Gemüse darstellen, so wie es in Schweden praktiziert wird. Zum ersten Mal waren auch Aufführungen für Kinder vom 1 bis 3 Jahre vorgestellt. Auf dieses Alter reagieren die tschechischen Schöpfer einstweilen nicht bedeutend. Die Schau der Theater war als Wettbewerb gefasst und wurde nach fünf Tagen mit feierlicher Erklärung der Ergebnisse beendet. Außer Wettbewerb-Vorstellungen bot das Festival auch reiches Begleitprogramm an – Straßen-Vorstellungen, Abendkonzerte im Klub des Naiven Theaters und interessante Ausstellungen.

– DAS STATTLICHE KREISARCHIV IN REICHENBERG hat Ende Juni eine umfangreiche Ausstellung über die Geschichte der Theater in Reichenberg vorbereitet. Die Exposition „Das Reichenberger Theater auf Plakaten und Fotografien“ bietet eine ganze Reihe von Unikaten, die die Geschichte des Theaters und Theatervereins kartieren. Die erste Erwähnung über eine Theatervorstellung wurde in Stadtbüchern vom Jahre 1574 gefunden. Im 17. Jahrhundert haben großen Einfluss auf die Entwicklung des Theaters die Jesuiten gehabt, die hier im Rahmen der Mission wirkten. Sie haben Schulvorstellungen, Weihnachts- oder Passionsosterspiele unterstützt. Es wurde im provisorischen Saal des Renaissancerathauses gespielt. Das Repertoire musste erst dem Kreisamt in Jungbunzlau zur Genehmigung vorgelegt werden. Im Jahre 1873 wurde das erste Naturtheater mit 900 Plätzen und 20 Logen in der Nähe von der Gaststäte „Zum Stadtwald“ im Volksgarten errichtet. Es wurde hier bis 1910 gespielt. Das erste Steintheater in Reichenberg stand am Neustädter Platz bis zum Brand im Jahre 1879.

– DIE FEIER DER TECHNISCHEN UNIVERSITÄT: Im Rahmen des 60. Jubiläum der Gründung (es absolvierten hier 33.000 Studenten) fand am Freitag den 21. Juni 2013 der Tag der offenen Tür für alle Absolventen und Freunde statt. Am Studentenplatz kam es zu offiziellen Treffen. Der Rektor der Technischen Universität in Reichenberg Zdeněk Kůs begrüßte die ehemalige Studenten. Auf einzelnen Fakultäten und Instituten war das Programm Vorbereitet. Es bestand vor allem aus Besichtigung der Klassenzimmer, Ateliers, Laboratoriums; die Teilnehmer haben auch interessante Versuche heruntergesehen und die Neuigkeiten der Wissenschaft und Forschung auf der Technischen Universität kennengelernt. Es wurden formlose Debatten mit Leitung der einzelnen Fakultäten und populäre Vorträge geführt, Roboten vorgeführt und Musikproduktion fehlte auch nicht dabei. Geöffnet wurde auch das Gebäude des Instituts für Nanomateriale, neue Technologien und Innovation.

Am nächsten Tag wurde dann für die Anhänger ein Ausflug auf den Jeschkengipfel veranstaltet. Es folgte ein Kulturprogramm mit Wettbewerben und Livemusik.  

 
DAS NORDBÖHMISCHE MUSEUM: Am 21. Juni 2013 fand im großen Saal des Nordböhmischen Museums in Reichenberg die Ausstellung „JESCHKEN – 40 JAHRE MIT UNS“ bei der Gelegenheit des 40. Jubiläums von Eröffnung der Gaststätte und des Berghotels am Jeschken statt. Zu den unikalen Gegenständen, die schon als verlorene galten, ist es während der Vorbereitung auf die Ausstellung auch im Zusammenhang mit der Aktion „Bringet ein Stück vom Jeschken“ gelungen, außer 300 Sachen (Gesamtheit der Originalmöbel), die von der ursprünglichen Ausstattung des Jeschkens kommen oder mit der Geschichte dieses legendären Ausbaus des Jeschkens zusammenhängen und die verschiedene Institutionen und Privatpersonen dem Museum schenkten, die Handschrift des Gästebuches von der Ausstellung der architektonischen Antrages zum neuen Jeschken im Jahre 1963 aufzufinden. Dank der Gefälligkeit der Familie von Karel Hubáček wurde zum ersten Mal der „Preis des Augustus Perret“, die größte internationale Würdigung, die wann ein tschechischer Architekt gewann, ausgestellt.
Die Ausstellung ist bis zum 15. September 2013 zugänglich.  

– DIE REICHENBERGER SEILBAHN FEIERTE DAS 80. JUBILÄUM: Dazu bekam sie eine Ausstellung, die am 27. Juni 2013 im Nordböhmischen Museum in Reichenberg stattfand. Vor dem Gebäude des Museums wurde eine verkleinerte historische Kabine der Seilbahn ausgestellt, die als Blickfang funktionierte. Bis Ende Juni konnte man zum ermäßigtem Fahrpreis auf den Jeschkengipfel und zurück fahren, dazu einen Bonus als Gedenkansichtskarte bekommen, in den Maschinenraum hineinschauen oder eine Vorführung über Evakuation der Fahrgästen aus der Kabine der Drahtseilbahn sich anzuschauen. 
 

ENGELSBERG

An dem frequentierten Eisenbahnübergang auf der internationalen Eisenbahnstrecke Reichenberg-Kratzau-Porajow-Zittau startete am 28. Juni 2013 nach der Mittagszeit der Probebetrieb der Schranken. Der Eisenbahnübergang befindet sich in einer unübersichtlichen Kurve. Die Investition kostete elf Millionen Kč. Wie der Kratzauer Bürgermeister Michael Canov informierte, wurde außer Installation der Schranken noch der bestehende Eisenbahnübergang, der sich nur einige hundert Meter davon befindet, repariert.

 

GROTTAU AN DER NEISSE

– Die zwanzig Jahre erwartete Straßenverbindung des Reichenberger Bezirks nach Deutschland und Polen ist endlich fertig, aber das Hochwasser vereitelte die Eröffnung. In Polen wollte man am Montag, den 3. Juni 2013, die neue Grenzbrücke, und damit auch die neue Straßenverbindung der Tschechischen Republik mit Deutschland und Polen feierlich eröffnen. Wegen der Überschwemmung war es erst nach einigen Tagen möglich. Den Aufbau der so genannten „Straße durch das Dreiländereck“ haben schon am 1. Mai 2004, bei der Gelegenheit des Einganges in die Europäische Union, die Ministerpräsidenten der Tschechischen Republik, Polen und Deutschland eröffnet. Die Bürgermeister der drei Länder haben sich dann mehr als zwanzig Jahre um den Aufbau der Brücke bemüht. Der Aufbau sollte schon im Jahre 2007 beendet sein, es hat aber noch sechs Jahre länger gedauert. Auf der polnischen Seite war die politische Unterstützung des Vorhabens sehr klein. Die Priorität war es besonders für die deutsche und tschechische Seite; das Projekt ermöglicht nämlich die Region auf die Deutsche Autobahn A4 anzuschließen. Auch aus diesem Grund hat sich Deutschland entschlossen, zu dem Aufbau des 4,5 km langen Verkehrsweges und der Brücke auf der polnischen Seite beizutragen. Die Polen haben 13 Millionen EUR bekommen, weitere 2,5 Millionen EUR hat die Tschechische Republik dazugegeben. Der ganze Abschnitt über Polen kostete schließlich das Zweifache. Wichtig ist die neue Straßenverbindung auch für den Reichenberger Bezirk, weil es sich um die erste direkte Verbindung mit Deutschland ohne Beschränkung der Tonnage handelt, die am kürzestem Wege das tschechische Geschwindigkeitsstraßennetz mit dem deutschen verbindet und schließt auch Polen an. Weiter wird sie schnelleren Verkehr ermöglichen, hilft der Entwicklung der Region und der Touristik. Die Bürgermeister hoffen, dass sie in die Region auch neue Investoren heranzieht und zum Schaffen neuer Arbeitsplätze beiträgt.

 

– AUSSTELLUNG: Ein Modell des Krematoriums aus der Bronzezeit ist Bestandteil der Ausstellung über das Leben und Tod zu diesen Zeiten, die im Zentrum der Stadt Grottau an der Neiße verratet, wie damals begraben wurde. Die Funde, die zum ersten Mal ausgestellt sind, stammen aus zwei Gebieten bei PŘÍŠOVICE bei Reichenberg. Es wurde hier ein Schädel und Menschenknochen gefunden, aber auch Reste von Werkstätten (eine Handmühle) und Häusern aus der Steinzeit. Man kann hier auch sieben Glühgräber (im Kindergrab wurde auch eine Rassel gefunden) und keramische Gefäße in Vitrinen sehen. Die Ausstellung ist vom 18. Juni bis 9. September 2013 zugänglich.

 

MAFFERSDORF

– DIE SOMMERFEIER im Naturtheater des Maffersdorfer Heims für Senioren fand am 25. Juni 2013 statt. Während des reichen Kulturprogrammes haben Sänger (unter anderen auch der Direktor des Seniorenheimes Miloslav Vodrážka, der auch die ganze Sendung moderiert), Tanzorchester und Musikgruppen die Besucher erfreut. Im Juli und August wird „Der Kultursommer der Senioren“ mit vier Senior-Estraden vortsetzen. Am 27. August wird der Zyklus mit einer Gartenfeier, wo man orientalischen Tänzerin, Country-Kapellen und verschiedenen Wettbewerben erleben kann, beendet.

 

– Zum 14. Mal wurde das „BIERFEST DES MAFFERSDORFES BIERES“ im Areal der Brauerei Maffersdorfer Brauerei „Konrad“ am Samstag, den 29. Juni 2013, gefeiert. Vier tausend Besucher erwartete eine große Bierhalle mit dreißig Piepen mit allen Sorten des Maffersdorfer Bieres KONRAD und eine Neuigkeit dazu – das vierzehnprozentige Bier Spytihněv. Jedes Bier wurde zum einigen Preis 15 Kč eingeschenkt, nur die Biersorten „Roter König“, „Heiliger Paulus“ und der neue „Spytihněv“ kosteten 20 Kronen. Viele Buden mit Süßigkeiten, Zuckerwatte, Pfefferkuchen, Bratwürste, gebratene Keule, Trampolin, Karussell für Gross und Klein, Ponys, Schießbude und verschiedene Wettbewerbe lockten die Besucher. Das Musikprogramm der Feier wurde auf zwei Podien vorbereitet. Es wurde Country, Rock und Hardrock von zehn Musikkapellen gespielt. Für die Besucher aus Reichenberg und Gablonz an der Neiße wurde ein Mitternachtsbus für Lieferung bis nach Hause vorbereitet.

Die Maffersdorfer Brauerei bietet in der Gegenwart zwölf Sorten Bier an, die in fast in der ganzen Republik verkauft werden. Großer Teil der Produktion wird in die Europäischen Länder exportiert, aber auch in Übersee. Gegenwärtig bewegt sich die Bierproduktion bei 70.000 Hektoliter im Jahr. Das Bier wird hier stets auf gleicher Weise wie bei dem ersten Sud im Jahre 1872 gekocht, wie der Direktor der Brauerei Petr Hostaš informierte.

   

NEUNDORF

Am Wochenende den 22. und 23. Juni haben sich die Bürger des Neundorfes auf das 550. Jubiläum der Gemeinde erinnert. Die Feier auf dem Schlackensportplatz „Bei Kořínek“, wo den ersten Tag, am Samstag, auch der Bezirkshauptmann des Reichenberger Bezirks Martin Půta, Stellvertreterin für Kultur Hana Maierová, Bürgermeister der polnischen, deutschen und umliegenden Partnergemeinden und -städten und weitere Gäste anwesend waren, die sich viele schriftliche und fotografische Dokumente ansehen konnten, Der Bezirkshauptmann erinnerte auf große Schäden in der Gemeinde nach dem Hochwasser und schätzte die sehr gute Arbeit der Bürger bei Entfernung der Folgen.

Es traten die Kinder des Kindergartens und der Grundschule mit einer Sage über Neundorf auf und die Feier wurde weiter von verschiedenen Musikkapellen umrahmt. Am Sonntag stand in der Pfarrkirche das Konzert des „Quartetts der Jägerhörne“ aus Wallenstein in der Pfarrkirche am Programm. Programm für Kinder war in der Umgebung von der Gaststätte „Unter den Kastanien“ und im Schulgarten. 

Laut des Bürgermeisters des Dorfes Jaroslav Müller entstand die Gemeinde wahrscheinlich durch allmähliche Besiedlung des Gebietes entlang des Flüsschens Görsbach, die durch die Gemeinde fließt und in Kratzau in die Neiße einmündet. Die ersten Erwähnungen über das Dorf sind aus dem Jahre 1463, wo NYWENSDORF erwähnt wird. Das war unter der Regierung der Bibersteiner, die das Friedländer Herrschaftsgut besaßen. Im Jahre 1980 wurde der nationale Ausschuss aufgehoben und es gelang, dass sich die Gemeinde mit der Zentrumsgemeinde Kratzau vereinigte. Im Jahre 1992 hat sich die Gemeinde von der Zentrumsgemeinde Kratzau verselbstständigt und in der Gemeinde wirkt jetzt ein selbstständiges Gemeindeamt.


RUPPERSDORF

Am 13. Juni hat der Antonius den Namenstag.  Diesem populären Heiligen wurde eine ganze Reihe von Kirchen und große Menge von Kapellen geweiht, nur im Gebiet der Leitmeritzer Diözese sind es mehr als zwanzig. Die Kirche des Hl. Antonius von Padua (er lebte im 12. Jahrhundert, starb als 36Jährlicher in Padua in Italien) wurde in den Jahren 1909 – 1910 auf Veranlassung von dem „Verein für Bau der Kirche in Ruppersdorf“ nach dem Projekt des Reichenberger Büros von Max Kühn und Heinrich Fanta erbaut. Ruppersdorf und der nahe Katharinberg hatten um das Jahr 1900 fast 4.000 Einwohner, die die Bestrebung führte, die Kirche direkt im Zentrum der Gemeinde zu bauen, obwohl in Ruppersdorf schon die Wallfahrtskirche der Mutter Gottes, die Bildkapelle, stand. Nach der Vertreibung der Deutschen, die den wesentlichen Teil der Gemeinde bildeten, und auch des nachfolgenden Zugs gegen die Kirche, wurde die Kirche im Jahre 1950 aufgehoben und bis 1989 diente sie als Lager und Depositorium des Museums und des Kreisarchivs. Das Pfarrleben ist in die Kirche im Jahre 1990 zurückgekehrt, als die Verwaltung der Ordensordnung der Franziskaner übernahm. Jetzt ist hier Pfarrer Pavel Černý, eher unter dem Ordensnamen Bruder Bartholomeus bekannt. Den Namen des Patrons der hiesigen Kirche trägt der dienstlich Älteste von den hiesigen sechs Ordensbrüdern, Bruder Antonius, mit Bürgernamen Pavel Kejdana. Man konzentriert sich hauptsächlich auf die Pfarrtätigkeit (Hochzeiten, Begräbnisse), man widmet sich auch verschiedenen Gruppen (Mütter, Kinder, Senioren). Nur Bruder Antonius besucht ständig die Senioren in der Anlage der Sozialdienste in Franzensdorf. Jetzt hat sich aber die Aufmerksamkeit auf das traditionelle Antoniusfest. das den ersten Sonntag nach dem 13. Juni stattfindet, konzentriert. Die Ankömmlinge erwartete nach einem Gebet reicher Imbiss in dem Pfarrgarten (Gulasch, belegten Schüssel mit Fleisch, Käse und Gemüse, Kuchen auf verschiedene Art), aber auch ein klassischer Kettenkarussell, der zu den Festen gehört. Auch ein Trampolin stand zur Verfügung. Das herrliche Wetter hat die freudige Atmosphäre noch potenziert.

 

IN EIGENER SACHE

Ergänzung zu zwei Artikeln von Frau Roswitha Seeliger in der April-Ausgabe des Reichenberger Heimatblattes auf Seiten 3 bis 4:

– Gänseblümchen: In der Volksmedizin kann man die Blüten bei starken Kopfschmerzen benutzen. Man soll bis 7 Stück einfach nur so essen und die Schmerzen werden vergehen.

– Frühlingskräuter: Bärlauch darf man in dieser Aufzählung nicht vergessen. Er ist schon in März zu finden, bis Juni – ich selbst finde die letzten Blätter unter dem Jeschken im Schatten beim Bach noch Anfang August. Es ist das erste Grüne, was uns di Natur im Frühling schenkt. Die Blätter helfen den hohen Blutdruck und Zucker im Blut senken, reinigen die Blut, verbessern die Immunität und noch vieles anderes. Man kann die Blätteer kleinschneiden und damit die Suppe, Kartoffeln oder Pizza überstreun, oder in die Aufstriche mit Käse, Wurst oder Quark einrühren. Die Blüten, die auch esbar sind, verzieren die kalte Platten oder belegte Brötchen.   

Die interessanten Aufsätze von R. Seeliger lese ich sehr gern; nur diesmal habe ich mir erlaubt, diese Informationen etwas wenig zu ergänzen – mit der Hoffnung, dass es vielleicht jemandem, der lieber die Volksheilkunde bevorzügt, bei seinen Gesundheitsschwierigkeiten hilft.

   

Sonnige Sommertage und einen behaglichen Übergang in den kommenden Herbst wünscht allen herzlich Ihre/Euere
 

Dagmar Neumann.  


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