Ergebnisse der Volkszählung in der Tschechischen Republik

Laut Volkszählung ist die deutsche Minderheit in der Tschechischen Republik um 48 Prozent gesunken.

Utl: Zahl der Deutschen mit deutscher Staatsbürgerschaft verfünffacht.

Die ersten Daten der Volkszählung von 2011 sind bekannt geworden. Stichtag war der 26. März 2011. Die Ergebnisse sind für den tschechischen Staat und seine Institutionen von Bedeutung. Für die Landesversammlung (LV) der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien ist natürlich wichtig, wie viele Menschen in der ČR sich zur deutschen Minderheit bekennen. Da ist die neue Statistik auf den ersten Blick eher ernüchternd, schreibt Martin Dzingel, der Präsident der LV in der „Landeszeitung“. Seit der letzten Volkszählung 2001 ist die Zahl der autochthonen Deutschen um 48 % von 39.269 auf 18.722 gesunken.

Da bei der Volkszählung die Angaben zur Nationalität rein freiwillig waren, hat fast ein Drittel der befragten tschechischen  Staatsbürger –ganze 2,742.669 – gar keine Angaben zu ihrer Nationalität gemacht! Aus den Reihen der deutschen Minderheit haben einige, vor allem ältere, die des Bürokratentschechisch nicht ganz mächtig sind, die Spalten für Bürger anderer Staaten ausgefüllt und die Nationalitätenspalte als tschechische Staatsbürger dafür leer gelassen. Natürlich haben die Mitglieder der Minderheit Kinder, Enkel und Urenkel. Nur definieren sich gerade viele junge Menschen lieber als Europäer denn als Deutsche.

Die LV macht weiter!

Interessant ist auch, dass die Zahl der Deutschen mit deutscher Staatsangehörigkeit seit 2001 um etwa 500 % auf 20.780 angestiegen ist. Diese Zahl ist durchaus positiv zu bewerten, zeugt sie doch auch von einem guten nachbarlichen Verhältnis ohne Berührungsängste: immer mehr Leute aus Deutschland kommen in die ČR, um zu arbeiten, zu studieren, oder um ihren Lebensabend dort zu verbringen.

Als Vertreter der deutschen Minderheit in der ČR kann die Landesversammlung – und auch der Kulturverband der Deutschen – auf jeden Fall nicht bestätigen, dass ihre Zahl in den vergangenen zehn Jahren um die Hälfte geschrumpft ist.

Die Arbeit für die deutsche Minderheit und im Sinne der deutsch-tschechischen Verständigung geht weiter!

 

Quelle:

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