Die Zukunft fest im Blick

Weichen für Seminar für Amtsträger und Interessierte zu Pfingsten 2017 in Augsburg gestellt

 

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Teilnehmer der Vorstandsitzung v.l.n.r.: R. Simm, H. Pieke, R. Zücker, B. Probst-Polášek, C. Schlör, W. Richter, U. Rothe

 

 

 

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Teilnehmer der Vorstandsitzung v.l.n.r.: R. Simm, H. Pieke, R. Zücker, K. Hoffmann, C. Schlör, W. Richter, U. Rothe

 

 

 

Die Reichenberger Heimatstube in Augsburg war am 05. August 2016 Austragungsort einer Vorstandssitzung des Heimatkreises Reichenberg in der vor allem über die zukünftige Arbeit der in der Sudetendeutschen Landsmannschaft fest verankerten Heimatgliederung diskutiert wurde.

Der Vorsitzende Klaus Hofmann eröffnete die Sitzung und erläuterte zunächst, auch in seiner Funktion als stellvertretender Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft, die aktuelle Situation in der SL. Nach wie vor sind die Auseinandersetzungen über die auf den Weg gebrachte Satzungsänderung nicht ausgeräumt. Nach Auffassung des Bundesvorstands der SL sind die Beschlüsse jedoch sämtlich unter Beachtung der Satzung im Februar 2016 ordnungsgemäß bei der Bundesversammlung als höchstem Beschlussorgan der SL zustande gekommen. Die von den Gegnern der Satzungsänderungen angestrengten Rechtsstreite sind noch nicht abgeschlossen. Im Vorstand entspann sich eine kontroverse Diskussion.

Dann folgte ein kurzer Rückblick über die vielfältigen, auch grenzüberschreitenden Aktivitäten des Vorstands der letzten Monate.

Die wichtigsten Punkte fasste Hans Pieke, Leiter des Adalbert-Stifter Wohnheimes in Waldkraiburg, zusammen:

  • Sichtung der Archivbestände in der Reichenberger Heimatstube
  • Unterstützung der Arbeit der Gemeindebetreuer des Heimatkreises
  • Erstellung des Reichenberger Heimatkalender 2017 zusammen mit Erwin Scholz. Der Reichenberger Heimatkalender liegt seit wenigen Wochen vor und kann beim Heimatkreis Reichenberg bestellt werden.
  • Arbeitsgespräch mit dem Augsburger Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl über die aktuelle Situation sowie der Beratung über weitere Möglichkeiten die Bedeutung der Reichenberger Heimatvertriebenen in Augsburg, deren Ankunft, Eingliederung und Wirken in der Patenstadt zu dokumentieren.
  • Vertiefung der Zusammenarbeit mit dem Verband der Deutschen in Reichenberg, der Städtischen Galerie, der Bibliothek sowie dem Gewerbemuseum.
  • Begleitung des Sprechers der SL, Bernd Posselt, bei einem Gespräch mit dem Verband der Deutschen und Primator Batthyány in Liberec/Reichenberg.

Anschließend legte der Vorstand die nächsten Aktivitäten, die schon weit nach 2017 reichen werden, fest.

Das nächste Ereignis stellt die Teilnahme an den Veranstaltungen der Stadt Liberec/Reichenberg zur Würdigung des 15-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft mit Augsburg dar. Der Vorstand wird mit einer Delegation daran teilnehmen.

Während der letzten deutsch-tschechischen Kulturtagen „Dialog“ haben sich gute Kontakte zur Deutsch-Tschechischen Gesellschaft in Augsburg entwickelt. Hier steht der Abschluss einer Nutzungsvereinbarung über die Mitnutzung der Heimatstube an, da die Deutsch-Tschechische Gesellschaft die Heimatstube als Versammlungsort gewählt hat. Der Vorstand des Heimatkreises ist über diese Entwicklung sehr erfreut, zeigt sie doch die weitere Annäherung im grenzüberschreitenden Dialog.

Geplant ist die bereits begonnene Berichterstattung im Reichenberger Heimatblatt über aktuelles Geschehen in Liberec weiterzuentwickeln. Besonders soll dies in Bezug auf die Ansiedlung von Deutschen Betrieben in Reichenberg sowie die Entwicklung des Gymnasiums und anderer Institutionen erfolgen.

Festgestellt wurde auch, dass die Ansprechbarkeit des Heimatkreises und die Abwicklung der allfälligen Serviceanforderungen der Mitglieder und der Gemeindebetreuer und Gildenvorsitzenden einer Anpassung bedarf. Erste Schritte wurden eingeleitet, jedoch gilt es die Geschäftszeiten wieder zu erweitern.

Ebenso gilt es die Planung des „Dialogs 2017“ im Juni 2017, der wieder in Liberec/Reichenberg stattfinden wird, anzugehen.

Im Mittelpunkt aller Maßnahmen steht jedoch der Sudetendeutsche Tag 2017 in Augsburg. Sollen doch viele Aktivitäten zu diesem Zeitpunkt in Augsburg konzentriert werden. Der Vorstand verständigte sich darauf bereits vor den zentralen Kundgebungstagen vor Pfingsten 2017 Gemeindebetreuer und Gildenvorsitzenden, sowie Vereinsmitglieder, Freunde und Interessierte zu einem Seminar nach Augsburg einzuladen. Eine erste inhaltliche Diskussion hat der Vorstand bereits geführt. Wichtig ist ihm den Kontakt zu den Amtsträgern zu intensivieren, Möglichkeiten zu finden, wie jüngere für die Heimatarbeit interessiert werden können und Maßnahmen im grenzüberschreitenden Miteinander zu entwickeln um den Verständigungs- und Versöhnungsprozess voran zu bringen.

Mit einem Bericht über die Aktivitäten in Reichenberg von Urd Rothe und Hans Pieke endete die Vorstandssitzung. So konnten beide über die Kontakte in Reichenberg zum Verband der Deutschen berichten, über Gespräche mit der Stadtverwaltung, dem Deutsch-Tschechischen Gymnasium, der Wissenschaftlichen Bibliothek oder der Städtischen Galerie. Dabei wurde hervorgehoben, dass auch  der Verband der Deutschen nach mehr als einem viertel Jahrhundert sich Gedanken über einen Generationswechsel macht. Denn auch in Liberec wächst die Zahl derjenigen, die sich mit der Geschichte der ehemaligen deutschen Bewohner  beschäftigt und mehr über die Geschichte wissen möchte. Um die bestehenden Erwartungen dieser jüngeren Menschen zu erfüllen gilt es Wege aufzumachen. Außerdem konnten sie über eine Gruppe von Reichenbergern berichten, die sich der „Neuen Reichenberger Hütte“ verpflichtet fühlt und auch die deutschen Wurzeln pflegen möchte. Die „Neue Reichenberger Hütte“ gilt als letztes deutsches Eigentum der aus ihrer Heimat Reichenberg vertriebenen Deutschen. War und ist sie doch seit ihrer Erbauung 1926 im Eigentum der Sektion Reichenberg im Österreichischen Alpenverein. Beim nächsten Besuch in Liberec sollen auch die Kontakte zur Euroregion Neiße und weiteren Partnern wieder verstärkt werden.

Der Vorstand hat die Zukunft fest im Blick. Der Weg der Verständigung zwischen Deutschen und Tschechen wird weiter beschritten.

Klaus Hoffmann und Hans Pieke

 

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