Buschullersdorf

Die Gemeinde Buschullersdorf liegt an der Straße Reichenberg – Friedland. Sie zählt zu den ältesten Siedlungen des Reichenberger Kreises. Die ersten Siedler werden im Zinsregister vom Jahre 1381 genannt, es waren sechs Zinser. In der Urkunde wird der Ort „Vlirchsdorf“ genannt. Erst 1720 wird er als Buschullerdorf erwähnt. Der Ortsgründer dürfte Ullrich II von Biberstein gewesen sein, ein Sohn des 1360 verstorbenen Friedrich von Biberstein. Die Herrschaftszugehörigkeit fiel nach dem Aussterben der Herren von Biberstein um 1558 an den Freiherrn Friedrich von Redern. Nach Ächtung des letzten Redern durch Kaiser Ferdinand II. folgten Albrecht von Wallenstein, die Grafen Gallas und zuletzt das Geschlecht des Grafen Clam-Gallas, das 1930 in der männlichen Linie erlosch.

Die Untertänigkeitsverhältnisse erschwerten die Entwicklung des Dorfes. Erst die Aufhebung der Leibeigenschaft durch Kaiser Josef II. vom 1.11.1781 gab neuen Auftrieb im ganzen Land. Die Religionsstreitigkeiten im Anfang des 17. Jahrhunderts, denen der Dreißigjährige Krieg folgte, verursachten der Bevölkerung ungeheuere Leiden. Nach dem Dreißigjährigen Krieg begannen die Gegenreformen. Die zurückgekehrten Protestanten mussten entweder ihren Besitz an die katholischen Einwohner veräußern oder selbst wieder katholisch werden. Bei einer Vorladung der Dorfscholzen am 5.3.1650 wurde deutlich, dass die Scholzen eingekerkert blieben, bis sie wieder zum katholischen Glauben zurückfinden würden. Das Verzeichnis der Bewohner von Buschullersdorf ergab am 8.4.1651 191 Personen, die noch evangelisch waren.

Die Untertänigkeitsverhältnisse hatten auch nach dem Dreißigjährigen Krieg keine Erleichterung gebracht. 1651 mussten die Dorfscholzen den Eid für sämtliche Dorfbewohner der Untertänigkeit gegenüber der Grundobrigkeit schwören. Die Robotdienst konnten von den Beamten willkürlich erhöht werden, da sie zahlenmäßig beim Abschluß eines Kaufvertrages nicht in diesem vermerkt wurden.

Not und Hungerszeiten in den Jahren 1770 und eine pestähnliche Krankheit fordert 19 Todesopfer. Der siebenjährige Krieg und der bayrische Erbfolgekrieg hatten Plünderung zur Folge.

Die Entwicklung der Gemeinde war bis zum Anfang industrieller Ansätze sehr gehemmt worden. Erst nach 1850 begann reges Leben und Bauen. Nach der Mobilisierung am 26.6.1914 erfolgte die Einberufung des ersten Aufgebotes bis zum 37. Lebensjahr. Insgesamt mussten 300 Mann einrücken. Am Ende des Krieges wurde Buschullersdorf der neugebildetetn Tschecho-Slovakei einverleibt. Die Staatssprache wurde tschechisch.

Der Schulbesuch wurde erst nach dem Neubau der eigenen Schule im Jahre 1866 wirklich aktiv. Der Pfarrer Thaddäus Seiberer aus Einsiedel erstrebte in den Jahren 1774-79 die Abhaltung einer Winterschule, die in verschiedenen Gebäuden in Buschullersdorf möglich wurde, so daß der folgende Schulzwang 1781 seinen Erfolg mit dem Gesetz verband.

Die Hauptbeschäftigung der Bewohner war Feld- und Waldarbeit, Steinmetzerei und Fabrikarbeit. 1902 gab es 220 landwirtschaftliche Betriebe. Der Obstbau wurde besonders gefördert. Sämtiche Straße wurden von Oberlehrer Mauermann mit seinen Schuljungen an den freien Nachmittagen mit Obstbäumen bepflanzt. Jahrzehnte später wurde die Obstversteigerung zum Segen aller. Die Fabriken sind aus ehemaligen Mahlmühlen und späteren Brettsägen entstanden. Außerdem zählte man noch 108 gewerbliche Betriebe.

 

hkr buschullersdorf hp

 

 

 

 

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