Die Entwicklung Reichenbergs nach 1945

Die Nachkriegsentwicklung der Stadt ist gekennzeichnet durch mehrere Faktoren:

  1. die fast totale Vertreibung und Aussiedlung der deutschen Bevölkerung und die damit verbundene Neubesiedlung durch tschechische und andere Bevölkerungsschichten. Aus den naheliegenden Kreisen und Bezirken kamen folgende Neusiedler:
      Mlada´Boleslav (Jungbunzlau
    1160
      Hradec Kralove´ (Königgrätz)  
    11 300
      Semily (Semil)
    13 600
      Turnow (Turnau)
    10 300
      Na´chod  (Na´chod) 
    8 700
  2. die Neugestaltung der Verwaltung
  3. die sofort einsetzende Sozialisierung (Verstaatlichung) der Banken und der Industrie
  4. die Verstaatlichung (Kollektivierung der Klein-Industrie, des Gewerbes und der Landwirtschaft nach dem Putsch der Kommunisten im Februar 1948
  5. mehrere Reformversuche im politischen und wirtschaftlichen Bereich, um die sich vergrößernden Rückstände in der Produktivität der Weltwirtschaft abzufangen schlugen alle fehl, z.B. auch durch die Intervention der Truppen des Warschauer Paktes im August 1968


Bemerkenswert sind folgende Leistungen bis heute
:

  • die Entstehung von 6 Stadtvierteln (Hochhäuser in sog. Plattenbauweise) mit inzwischen 30 000 Einwohnern
  • die Gründung der Technischen Universität (mit inzwischen 7 Fakultäten)
  • die Errichtung einer neuen Staatlichen Wissenschaftlichen Bibliothek mit Sudetica unter Einschluss eines Betsaales für die Israelitische Kultusgemeinde
  • die Auflösung des städtischen Zentralfriedhofes an der Ruppersdorfer Strasse
  • die Rekonstruktion des Tuchplatzes, des Gablonzer Platzes und der Ausbau eines zentralen Autobusbahnhofs für den Nah- und Fernverkehr
  • den Bau eines Heizwerkes und einer Müllverbrennungsanlage sowie einer Kläranlage, die das Wasser der Neiße und die Abwässer der Stadt klärt
  • der Ausbau des Botanischen und Zoologischen Gartens
  • die Erneuerung der abgebrannten Jeschkenbaude (Hausberg von Reichenberg) durch ein neues Hotel
  • der Bau eines Kulturpalastes mit 800 Sitzplätzen am Tuchplatz
  • den Ausbau von Sportstätten Oberrosenthal in den Neißeauen (Paulsdorf) und in Kasernennähe sowie eines Sportbades am Leipziger Platz
  • den Ausbau eines Wintersportzentrums im Iser- und Jeschkengebirge (internationale Skiflugveranstaltungen)
  • Internationale sportliche Erfolge z.B. im Fußball (Slobodan Liberec)
  • der Bau der Straßenbahn nach Gablonz n.N. (Jablonec n.N.)
  • die Umstellung jener Industriezweige, die nicht mehr konkurrenzfähig sind (wie z.B. Textil) auf moderne Industriebereiche (wie z.B. Elektronik)
  • Planung des Ausbaus des Verkehrsnetzes (Straßentunnel und Schnellstraße) als spätere Autobahnbverbindung zwischen Prag und Dresden
  • Bau eines unterirdischen Depositars zur Lagerung von Kunstgegenständen vor dem Museum
  • Rekonstruktion des Neptun-Brunnens, der 2010 wieder seinen Platz auf dem Altstädterplatz einnehmen soll anstelle des Metzner-Brunnens
  • Umwandlung der ehemaligen Weberei von C. Neumann im „Teiche“ in ein Freizeitareal mit Aqua-Park, Hotel und Casino
  • Aufbau eines Sportareals in Dörfel anläßlich der Nordischen Skiweltmeisterschaften 2009 und Ausbau des Skisprungareals am Jeschkenhang
  • Errichtung mehrerer Golfplätze, u.a. in Machendorf
  • Schaffung von zwei Industriezonen mit Ansiedlung modernster Industriezweige und zwar

         Süd: Nieder-Hanichen, Eichicht-Röchlitz, vor allem auf dem Gebiet der Automobilzulieferer
         Nord: Johannsthal-Berzdorf mit der modernsten Giesserei Europas und weiteren u.a. KNORR-
                   Bremsen

Über die weitere Entwicklung halten wir Sie auf dem Laufenden!

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