Chronik der Stadt Reichenberg: Feber 1916

2. Feber. Todestag des k.k. Hofrates Karl Strauß, welcher am 3. Jänner 1916 in Ruhestand getreten war.

3. Feber. Die gebildete Approvisionierungsgesellschaft m.b.H. für Nordböhmen hat ihre Auflösung beschlossen.

5. Feber. Im Rathause wird ein Hirsch verkauft. 1 kg Rücken oder Schlegel kostet 2 K, Plätze 1,50 K, Bauch oder Stelzen 50 h, der Kopf 1 K.

7. Feber. Mit dem Baue der Baracke für Kriegsverletzte beim Krüppelheim wird begonnen.

10. Feber. In der Nacht vom 9. Zum 10. Feber 1916 starker Schneefall. Seit 14. Jänner 1916 war alles schneefrei. Die Wärme schwankte zwischen 10 Celsius über 0 bis 3 unter 0.

22. Feber. Der in städt. Diensten stehende Kutscher Ferdinadn Neumann aus Dittersbach verunglückte in der Ruppersdorfer Straße dadurch, dass ein Tonnenwagen der Düngerabfuhr umkippte und ihm den Brustkorb eindrückte. Er war auf der Stelle tot.

27. Feber. Das Reichenberger Doppelquartett veranstaltet zu Gunsten eines Stiftungsplatzes im Kriegerheime in der Kaiser-Franz-Josef-Jubiläums-Kirche ein Konzert.

29. Feber. Die Landesveraltungskommission genehmigt die Einhebung der vom Stadtverordnetenkollegium beschlossenen 39 ½ % Gemeindeumlage für das Jahr 1916.

Nach einem Erlasse des k.k. Ministeriums des Innern haben auch diesmal die Gemeindewahlen zu unterbleiben.

Das Stadtverordnetenkollegium beschließt grundsätzlich, mehrere Kriegerheimstätten in Reichenberg zu erbauen.

Die Stadtgemeinde tritt dem Deutschböhmischen Vereine für Kriegerheimstätten bei.

Das Stadtverordnetenkollegium bewilligt den städt. Bediensteten Teuerungszulagen.

 

Quelle: Chronik der Stadt Reichenberg vom 1.1.1901 bis 31.12.1929

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