Christofsgrund / Neuland

Gemeindebetreuer:
Günter Richter
Donauhalde 44
89079 Ulm
Tel.: 07305-3827

Beide Gemeinden im Kreis Reichenberg bilden strukturbestimmend ein geschlossenes Siedlungsgebiet und waren viele Jahrzehnte eine kommunale Einheit. Sie liegen als frühere bekannte Luftkurorte in einem Nebental des Jeschkengebirges, eingesäumt von schroffen und sanften Berghöhen von 500- 800 m. Als Hausberg gilt für das Tal der Jeschken, 1010 m hoch.
Die Bezirksstrasse, von Reichenberg kommend schlängelt sich in vielen Windungen, entlang des Eckersbaches, der auf der „Sauplatsche“(742 m), unweit des Jeschkens entspringt, durch beide Ortschaften bis sie auf dem Neuländer Sattel (600 m) in den Bezirk Deutsch-Gabel überwechselt.
Die Besiedlungsgeschichte reicht für die Ortsteile Eckersbach und Christofsgrund, vormals Eckersdorf und Holdergrund genannt, bis auf das Ende des 13.Jahrhunderts zurück. Die ersten Besiedler waren Holzfäller und Köhler.
Anfang des 14.Jahrhundert wurden Erzvorkommnisse entdeckt und durch Lokatoren Bergleute aus der Gegend von Fulda/Vogelsberg (Hessen) und Thüringen angeworben.
1528 erhielt Eckersdorf und Holdergrund vom damaligen Grundherren, Wilhelm von Eylenburgk auf Ronow mit der Verleihung des Bergfreibriefes erweiterte Rechte und Freiheiten. Die höher gelegene Gemeinde Neuland wird erstmals 1581 in einem Kaufvertrag genannt.
Der Bergbau war nach 100 Jahren unrentabel und wurde eingestellt. 1632 betrug der Grundbesitz in Christofsgrund 106 ha und in Neuland 116 ha Ackerland. Landwirtschaft und Viehzucht waren zu dieser Zeit, neben der Tuchweberei und der Holzverarbeitung, die Haupteinnahmequellen.
Der Dreißigjährige Krieg brachte durch den Einfall der Schweden 1645 Ungemach; eine Massenflucht der Menschen in das waldreiche Christofsgrunder Tal war für die beiden Gemeinden eine große Belastung. 1 654 wird das erste Schulhaus errichtet.
Eine Bewohnerliste von 1678 weist für Christofsgrund 23 Chaluppner- und 22 Gärtlerfamilien und Neuland 16 Chaluppner- und 2 Gärtlerfamilien aus.
1683-86 Bau einer größeren neuen Kirche in Blockbauweise. Eine der wenigen Holzkirchen Böhmens, die noch bestehen. Als deutsch/tschechisches Gemeinschaftswerk wurde sie in den Jahren 1992- 1995 saniert und restauriert.
1869 gab es in Christofsgrund 161 Häuser mit 1038 deutschen Einwohnern und Neuland 86 Häuser mit 722 Einwohnern.
Von der Aussig-Teplitzer-Eisenbahn-Gesellschaft (ATE) wurde im Jahre 1900 die Bahnverbindung von Böhmisch- Leipa nach Reichenberg, die durch das Bergtal führt, fertiggestellt und eingeweiht. Auf der Strecke durch das Tal entstanden 4 Tunnel und 3 Brücken. Das größte Viadukt in Neuland mit 14 Mauerbögen, hat einer Lände von 198 m und ist mit einer Höhe von 30 m sehenswert. Unweit dieser Talüberbrückung ist die Ausmündung des 818 m langen Jeschkentunnels dieser Bahnverbindung.
Christofsgrund war das bekannteste Krippendorf des Reichenberger Bezirkes und konnte die Struktur des dort gewachsenen Krippenwesens am längsten bewahren 1910 gab es noch ein halbes Dutzend Krippenmaler*).
9 Großkrippen, davon 2 orientalische Aufbauten und 7 bewegliche Tuchmacherkrippen1 sowie eine Vielzahl von Hauskrippen, lockten Jahr für Jahr viele Besucher in der Weihnachtszeit an. Heute sind Restteile der alten beweglichen und einer orientalischen Krippe im ehemaligen Christofsgrunder Schulhaus ausgestellt.

*)Lt. Karasek/Lanz, „Krippenkunst in Böhmen und Mähren“ 1992)

Christofsgrund

 

Mehr über Christofsgrund (tsch. Kryštofovo Údolí) finden Sie unter Christofsgrund

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