Reichenberg: Eine neue Zeit bricht an

01 manver 8101848
Manöver der Nationalgarde 1848

Das 19. Jahrhundert ist das Jahrhundert des großen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbruchs – auch in Reichenberg. Diesen Umwälzungen sind Revolutionen vorausgegangen,die napoleonischen Kriege und nicht zuletzt auch eine positive Entwicklung der Stadt unter den Adelsgeschlechtern der Redern, Wallensteins und der Clam-Gallas. Kaum verändert hat sich die herrliche Natur und die Schönheit der Gegend um Reichenberg, die zu den schönsten Europas gehört.

Als die Reichenberger schon am 16. März 1848 abends erfuhren, dass der Kaiser- damals noch Ferdinand I – der Gütige – am vorhergehendenTage seinen Völkern in diesem großen Vielvölkerstaate die Ausarbeitung einer ,,Konstitution“ – also einer Verfassung- versprach, die auch die Abgabe eines Teiles seiner Macht an untergeordnete lnstitutionen, ev. gewählte Organe, versprach, wurde dies in Reichenberg mit einem Fackelzuge gefeiert. Nun gab es damals weder eine Eisenbahn- noch eine telegraphische Verbindung nach Prag, sodass diese Nachricht von Boten, die Johann Liebieg im Staffellauf organisiert hatte, überbracht worden war.

Am 12.6.1848 brach in Prag der sog. Pfingstaufstand gegen den Wiener Zentralismus aus. Die Reichenberger stellten sich hinter die Wiener Regierung und sahen es nicht ungern, als Fürst Windischgrätz den Aufstand militärisch niederschlug.

Zum Schutz der noch instabilen Bürgerrechte wurde eine ,,Nationalgarde“ gegründet. 

Das oben dargestellte Manöver fand am 8.10.1848 bei der herrschaftlichen Ziegelei in Rosenthal I statt – nahe des heutigen deutschen Gymnasiums. 

Gleich nach der Verfassungsänderung begann die Anwerbung in die Nationalgarde. Über 1000 Bürger waren zur Stelle. Die acht aufgestellten Hundertschaften befehligte der lndustrielle Franz Florian Siegmund. Einen Teil der Ausrüstung (500 Gewehre) stellte die Festung Josefsstadt (Josefov in Ostböhmen) zur Verfügung, den anderen beschafften sich die Mitglieder selber. ln Bereitschaft versetzt wurde die Garde allerdings nur ein einziges Mal und zwar am 26.4.1848, als ein Generalstreik drohte. Bereits 1851 wurde die Garde aufgelöst.

 

 

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