Nachrichten aus der Heimat: August/September 2014

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Der neue Heliport des Krankenhauses

Liebe Reichenberger Heimatfreunde,

die Sommermonate sollen uns viel Sonne und schöne Erlebnisse und interessante Begegnungen mit lieben Leuten beim Reisen, ob schon in die Natur, andere Städte oder Länder, oder nur mit dem Finger auf der Karte, bringen. Dazu biete ich wieder einige Neuigkeiten aus Reichenberg an.

REICHENBERG

– Die Reichenberger Geschichte ist im vielen verheimlicht. Im vorigen Jahr entstand in Reichenberg „Allgemein nützliche Gesellschaft ARCHE 13, die im Juni für die Öffentlichkeit offiziell den Lehrpfad über die Schlacht bei Reichenberg eröffnete.Read MoreBis Ende Juni möchte sie in der ehemaligen Galerie „Bei dem Ritter“ im Souterrain des Reichenberger Rathauses den Betrieb der acht Exposition „Die Geschichte der Stadt Reichenberg“ eröffnen, wo sie die vergessene Geschichte der Stadt entdeckt, wie z. B. die älteste Geschichte der Stadt, Schlachten, Gefangenenlager, das Kellergeschoss, vergleichende Fotografien und Geschichten, vielleicht die Über den Schatz am Jaberlich, der vor dreißig Jahren gefunden wurde. Fast niemand weiß, dass am Flugplatz die israelische Kriegsluftwaffe entstand und dass dort der israelische Botschafter jedes Jahr die Kränze niederlegt…

– Den neuen Pfad nach den Spuren des 7jährigen Krieges (1756 – 1763) hat am Freitag, den 6. Juni 2014, der militärische Kaplan Peter Šabaka, Priester der römisch-katholischen Kirche, ausgeweiht. Die vorletzte von neun Stationen des Pfades befindet sich im Park beim Hotel „Goldene Löwe“. Den Pfad „Denkwürdige Plätze der Schlacht bei Reichenberg 21. 4. 1757“ (zwischen österreichischen und preußischen Soldaten) mit Informationstafeln baute die „Allgemein nützliche Gesellschaft ARCHE 13“ auf und gab auch die gleichnamige Publikation heraus. Zu Ehren der gefallenen Soldaten hallten durch den Stadtpark einige Salven aus der Replik der Kanone, die in dem 7jährigen Krieg benutzt war, und Schießen aus den Schießgewehren in der Vollstreckung der historischen Gruppe in militärischen Uniformen aus der Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Weitere Stationen des Pfades finden die Interessenten z. B. bei dem Reichenberger Schloss, wo damals das militärische Lazarett war, dann z. B. am Keilsberg, in der Hanichener (Kubelikova) Straße oder ober der Berzdorfer Kirche. Aus diesem Grund ist auch eine ausführliche Karte Bestandteil der Publikation.

Der 7jährige Krieg, der um das Gebiet, Geld und Macht geführt wurde, war der erste weltweite Konflikt, in den fast alle Kontinente eingezogen waren. Die Schlacht bei Reichenberg bedeutete seinen bedeutendsten Meilenstein. Es war ein brudermörderischer Krieg. An beiden Seiten der Schlacht bei Reichenberg, in die mehr als 26.000 Männer eingesetzt wurden, standen gegenüber Tschechen, wie der Archäologe Peter Brestovanský aus dem Nordböhmischen Museum in Reichenberg informierte. In der Schlacht sind beinahe 1.600 Soldaten gefallen. Sie endete mit dem Sieg der preußischen Armee.

– Das leer stehende und verlassene Hotel IMPERIAL in Reichenberg, unter dem Bahnhof, das schon einige Jahre gesperrt ist, hat der örtliche Hotelier und Gewerbetreibende des Jahres 2009 Lukáš Pytloun erlöst. Er kaufte dieses Kleinod der Stadt und plant, noch heuer mit zehnten von Millionen Kronen den rekonstruierten Reichenberger Stolz zu öffnen. Die Rekonstruktion hat schon angefangen. Der Unterkunftsteil des Hotels soll am 28. Dezember 2014 eröffnet sein.

Am Samstag, den 7. Juni 2014, fand hier der Tag der offenen Tür statt. Die vielen Besucher konnten sich nach der Getränkekarte mit damaligen Preisen bestellen und wurden vom Personal, die im Stil der 30., 50. und 80. Jahren des vorigen Jahrhundertes bekleidet waren, bedient.

Im Hotel wurden sieben Zimmer in ursprünglicher Form nach dem Umbau aus den 80. Jahren geöffnet. Diese werden in der Zukunft nicht umgearbeitet, sondern bleiben im gegenwärtigen Design. Es ist solches Retro, das für die Kunden interessant sein kann.

Das Hotel Imperial wurde zur Zeit des riesigen Reichenberg Aufschwunges in der Ersten Republik erbaut, noch vorher, als das Grenzgebiet die Wirtschaftskrise betraf. Nach den Vorschlägen des örtlichen Architekten Paul Zeha im Jahre 1930 ließ sich das Hotel der Betreiber des Cafés RADIO am Altstädter Platz und auch der Inhaber des Hotels Terminus, Franz Fiedler, aufbauen.

Im Jahre 1986 wurde das Hotel rekonstruiert, der Innenraum ziemlich rücksichtslos. Nach der Adaption konnte das Hotel in 114 Zimmern Unterkunft für 250 Gäste bieten, weiter hatte es eigenes Restaurant, Nachtklub, Snackbar „Goldene Hahn“ und stilgemäßen Bierlokal „Altböhmische Stube“. Zum Tanz und Anhören spielten hier vom Anfang an verschiedene Musikkapellen.
– Am Mittwoch, den 11. Juni 2014, wurde im Staatsarchiv in Franzendorf eine unikale Ausstellung „Wandervereine im Reichenberger Gebiet“ eröffnet. Wie war es mit dem erbauen der ersten Aussichtstürmen und Wanderhütten? Wann fingen an, die Wandervereine zu entstehen, und warum? Heuer wird das 130. Jubiläum der Gründung des Deutschen Bergvereins für das Jeschken- und Isergebirge in Reichenberg. Der Verein übernahm nach der Gründung im Jahre 1844 die Holzhütte und den Aussichtsturm am Jeschken in die Verwaltung. Hier erbaute er dann im Jahre 1906 ein steinernes Berghotel, der seinem Zweck bis in das Jahr 1963, wann er niederbrannte, diente. Die erste selbstständige Aktion war der Bau des Metallaussichtsturmes SLOVANKA bei Grafendorf-Johannesberg im Jahre 1887. Und dann ging es weiter, eine Aktion nach der Anderer. Am Konto hat der Bergverein auch z. B. die mehr als drei Kilometer lange Rodelbahn oder bis heute dienende Kabinenseilbahn. Der Verein erbaute Berghütten an der Königshöhe und Bramberg, kennzeichnete die Wanderrouten und veranstaltete die Rodeleuropameisterschaften im Jahre 1914. Die Besucher konnte das erste Besuchsbuch vom Jeschken, historische Fotografien vom Jeschkengipfel samt Aufnahmen von Interieuren der Berghütten bewundern. Attraktiv sind auch historische Aufnahmen von vielen weiteren Aussichtstürmen, die am Schpitzberg, Schwarzbrunnen, am Proschwitzer Kamm, aber auch in gleichen Reichenberg in Ruppersdorf oder Ratschendorf stehen oder standen.
In der Umgebung von Reichenberg wirkten auch weitere Wandervereine. Es war der bis heute tätige „Klub der tschechischen Touristen“, deren bekannteste Hütte war die „Am Plan“ unter dem Jeschken. Auch der „Deutsche Alpenverein“ oder „Verein der Naturfreunde“ war hier aktiv. Der Arbeiterverein der Naturfreunde erbaute von den Ausflüglern beliebte Präsidentenbaude auf der Königshöhe. Diese diente nach dem Zweiten Weltkrieg zur Erholung der Arbeiter des Präsidentenbüros, davon auch ihr Volksname „Präsidentenbaude“. Die einzelnen Vereine haben sich einander respektiert und funktionierten lange Zeit in gegenseitiger Gleichheit. Aus den Dokumenten ist ersichtlich, dass sie sich einander inspirieren bewiesen, vielleicht bei der Markierung der Wegen. Auch Exponate aus den Nachkriegsjahren konnte man hier sehen, z. B. Werbematerial und Fotografien der bedeutenden Unternehmen der „Sporteinheit Lokomotive“. Die Ausstellung ist bis zum 2. Juli 2014 geöffnet.

– Am Samstag, den 14. Juni 2014, fand der traditionelle Reichenberger zeitnaher Jahrmarkt, diesmal zusammen mit den Kreisfeiern, von 9 bis 22 Uhr statt. Das reiche Kultur- und Vergnügungsprogramm wurde vor dem Rathaus, in der Umgebung des Einkaufszentrum PLAZA, bei der Gemäldegalerie BAD und im Park des Nordböhmischen Museums vorbereitet. Man konnte mit der historischen Straßenbahn fahren. Die ganztätige Aktion beendete eine große nächtliche feurige Show.
– Am Mittwoch, den 18. Juni 2014, stellte sich im Nordböhmischen Gewerbemuseum die neue naturwissenschaftliche Exposition vor. Man findet hier z. B. die Isergebirgswiese mit ganzer Reihe von Tieren, aber in neuer Form. Diese und weitere zwölf Dioramen z. B. mit Buchenwald oder Wasserwelt) haben die alten Expositionen aus den 80. Jahren, die aber damals die Spitze waren, ersetzt. Die Natur des Iser- und Lausitzer Gebirges und die Reichenberger Umgebung ist hier wunderbar präsentiert. Für die kleinsten Besucher ist hier ein interaktiver Winkel über das Leben eines Schmetterlings, wie er sich ausschlüpft, einschließlich einer Riesenraupe aus Textil vorbereitet. Die Besucher konnten den neu in Betrieb genommene Paradiesgarten bewundern.
– Am 19. Juni 2014 kam es zur Feier des Landeskindes aus Kratzau, des berühmten Malers Joseph Ritter von Führich (1800 – 1876). In der Reichenberger Gemäldegalerie „Bad“, in der Zusammenarbeit mit der Nationalgalerie in Prag, fand seine erste in der Geschichte selbständige Ausstellung seiner Werke in der Tschechischen Republik statt. Die Prämiere des Malers, der Wien eroberte und dessen zweite Heimat Österreich wurde, unter dem Namen der Exposition „Aus Kratzau nach Wien“, dauert bis zum 14. September 2014.

Joseph Führich wurde in der frommen Familie des Malers geboren und hatte elf Geschwister. Als 19jähriger stellte er in Prag zwei von seinen Bildern aus, die große Aufmerksamkeit erweckten und der Graf Clam Gallas ermöglichte ihm, an der Prager Akademie bei J. Bergler zu studieren; er arbeitete an der Verzierung einer Reihe von Kirchen und illustrierte Werke der deutschen Romantikern, wie z B. Goethe oder Schiller. Im Jahre 1829 fesselte seine Zeichnung den Fürst Metternich, der ihm den Studienaufenthalt in Rom ermöglichte. Im Jahre 1831 kam er zurück nach Prag und das nächste Jahr heiratete er; als akademischer Maler und Grafiker wurde er im Jahre 1861 in den Adelszustand befördert. Er zeichnete und malte vor allem Religionsthemen.

In Österreich, wo er sich in Wien nieder lies, erfreute er sich großer Aufmerksamkeit. Er wurde Professor der Akademie und bisher ist er für den größten Maler der religions-monumentaler Malerei des 19. Jahrhunderts gehalten. In der Tschechischen Republik ist es aber immer noch nicht so. Zuerst wurde Führer unerwünscht, weil er deutsch sprach und für die „Nationale Wiedergeburt“ passte Persönlichkeit absolut nicht. Er wurde zu den Deutschen gereiht. So wurde er träge lange Jahrzehnte wahrgenommen. In der kommunistischen Äre missfiel er wegen seinen Religionsmotiven, die er malte. Jetzt kommt es in der tschechischen Umgebung zur Rehabilitation dieses Malers. Die Ausstellung, die die Pavla Machalíková von dem Institut der Kunstgeschichte vorbereitete, ist außergewöhnlich auch deshalb, weil es gelungen ist, Bilder aus dem Ausland verschaffen. Die Werke haben den Nachkommen des berühmtesten österreichischen Malers des 19. Jahrhundert Josef Führer, dessen Name im Vaterland Böhmen in Vergessenheit geraten ist, und die Provinz der österreichischen Jesuiten verleiht. Auf der Ausstellung kann man mehr als zwanzig Bilder und hundert Zeichnungen und Grafiken des Malers bewundern.
– Am Freitag, den 20. Juni 2014, fand in dem Sitzungssaal des Reichenberger Rathauses zum fünften Mal das „Frühstück der Nationalitäten“, das das Kommunzentrum KONTAKT veranstaltete, statt. Das Ziel war es, die Nationalminderheiten, die in Reichenberg wohnen, mit dem traditionellen böhmischen Frühstück bekanntmachen. und dabei werden die Nationalitäten als Revanche ihre Auffassung des Frühstückes vorstellen. Die Frühstücksbewirtung haben die Arbeiterin des KONTAKTES zusammen mit den Arbeiterinnen des „Zentrums für Unterstützung der Integration der Ausländer im Reichenberger Bezirk“ vorbereitet. Nach der Eröffnung der Veranstaltung vom Direktor des Kontaktes Michael Dufek zusammen mit der Leiterin des Zentrums Petra Sovová und Stellvertreter der Primatorin für Schul-, Kultur- und Sozialangelegenheiten Kamil Jan Svoboda wurden die Anwesenden zum reich bedeckten Tisch eingeladen. Während der Veranstaltung sind zweimal die kleinen Musikanten des Ensembles Jablůňka (Kleiner Apfelbaum), die großen Beifall ernteten, aufgestiegen. Während des Essens haben die Verräter der einzelnen Nationalminderheiten über die Problematik, die sie in der Stadt Reichenberg interessiert, diskutiert und es wurden neue „übernationale“ Freundschaften angeknüpft.
– Am Samstag, den 21. Juni 2014, fand um 10 Uhr im ehemaligen Steinbruch „In der Sorge“, wo feierlich die neue bergsteigerische Wand „Arena HaHa“ (Hanibal) eröffnet wurde, der Tag der offenen Tür statt. Das unikale Bergsteigzentrum hat in der Tschechischen Republik keine Ähnlichkeit. Drytool-Wege (so genanntes Mixklettern, wo sich das Eis und die Felsen abwechseln, hier wurde eine hölzerne Übungswand mit Balken erbaut, in die man die Pickel und Steineisen schlagen kann), die Übungs-via-ferrata auch für Kinder, und im Winter die Eiswand – das sind im kurzen die größten Attraktionen. Klettern kann fast jeder und wer keine Erfahrungen hat, kann sich einen Instruktor nehmen, der ihn beratet. Auch eine Rastzone und Verleih der Ausstattung entstand hier. Für die Kinder und Erwachsene war ein interessantes aktives Programm einschließlich abseilen und Vorführungen der Arbeit der Feuerwehr- und Rettungsmänner vorbereitet.

– Am Wochenende, den 21. und 22. Juni 2014, diente die Reichenberger Talsperre als Ausstellungssaal. Während des 2. Jahrganges des „Salon der Toleranz“ wurden hier Fotografien ausgestellt. Die improvisierte Ausstellung unter freiem Himmel war am Damm der Talsperre, an der Wand des Parkplatzes des Einzugsgebiets der Elbe oder am Zaun. Es wurden 85 Fotografien mit verschiedenen Themen ausgestellt: von Landschaftsbildern über Tiere bis zu den Porträten, Oder Details von verschiedenen Oberflächen.

Unweit des Strandes konnte man auch Wettbewerb der sogenannten „Drachenschiffen“ beobachten.

– Am 23. und 24. Juni 2014 fand in der Grundschule Dobiášova in Röchlitz das Projekt „Seniorenaktivitäten in dem tschechisch-sächsischen Grenzgebiet“ statt. Die Veranstalter waren das Kommunzentrum Kontakt in Reichenberg (der Zentrale Verein der Senioren) und die Hochschule Zittau/Görlitz. Ich habe das Angebot mit 17 weiteren Senioren angenommen. Schon zu Hause mussten wir einige Fragebogen ausfüllen. Im vierten Stocke der Schule (ohne Aufzug) erwarteten uns in den freigestellten Klassenzimmern noch viele andere Teste und Untersuchungen, wie z. B. die persönliche Anamnese, ein demographische Fragebogen, Fragebogen – Index der Bewegungsaktivität, Anthropometrie- Höhe, Gewicht; Bioimpedanz – Innenmilleu, Druck, Ventilation; Abnahme des Kappilarblutes (Cholesterin und Zucker). Der Persöhnlichkeitstest Effekt (angewandte IQ-Test), Methodik der Zeit und Piktogramme (abstraktes Denken) machten schon schön zu schaffen. Aber da wussten wir noch nicht, was gleich danach folgte.

Am Schulhof wurde am 800Meter Oval der Ringbahn die Kondition getestet – 2 km Gehen – Walk Test. Im Klassenzimmer – wieder zu Fuß in den vierten Stock – folgte Test der Aufmerksamkeit bei Belastung. Dieser Auswahltest bestand von 25 Minuten am Standfahrrad, wo man eine bestimme Geschwindigkeit die ganze Zeit einhalten musste, was der Monitor des PC vor uns zeigte, dabei musste man verschiedene numerische Rechenaufgaben lösen und das Ergebnis auf dem Taschenrechner, der an der Lenkstange befestigt war, schnell eingeben. Es wurde mir nachher mitgeteilt, dass im Computer einprogrammiert wurde, dass manche richtige Ergebnisse als Fehler ausgewertet wurden, was man sofort nach der Eingabe des Ergebnisses am Monitor sieht, und während der ganzen Zeit schön nervte, wenn man wusste, es sollte ja richtig sein! Oder wurde uns mitgeteilt, dass man zu schnell oder zu langsam tritt, und dabei zeigte die Kontrolllampe, man haltet sich in der vorgeschriebenen Spannweite. Dieses Programm haben persönlich die Arbeiter des Prager Innenministeriums vorgestellt und ist normal für die Pilote bestimmt…

Alle Ergebnisse sind unter persönlichen Identifikationsnummern abgespeichert und werden nicht öffentlich zugänglich. Unmittelbar nach beenden der Testung wurden uns die zugänglichen Ergebnisse mit persönlichen Konsultation übergeben. Es war wieder eine nützliche, auch wenn seltene, Erfahrung und wer noch dazu das Glück hatte und erfuhr, dass sein Alter laut den Testen etwas kleiner ist als das physische, dann hat man die Mühen schnell vergessen.

Jeder Beteiligte wurde nach vier Stunden des seelisches und physisches „Quelen“ mit einem T-Shirt und kleinem Kompass belohnt.

In gleicher Weise wurde eine Seniorengruppe in Görlitz getestet. Ende August und Oktober kommt es zu zwei Begegnungen aller Beteiligten wo die Informationen über die Ergebnisse und deren Ausnutzung übergeben werden.
– Am Samstag, den 28. Juni 2014, wurde nach einem Jahr im Rahmen der regelmäßigen Untersuchungen wieder die Mine der Reichenberger Deckung der Zivilverteidigung mit Führung der Öffentlichkeit eröffnet. Weitere Termine sind der erste Samstag in August und September, es finden während des Vormittages immer drei Führungen statt. Zu dieser Aktion muss man sich vorher telefonisch anmelden, weil das Interesse von Besuchern ist groß und die Kapazität begrenzt.

Die Mine wurde während des Zweiten Weltkrieges, im Jahre 1944 von 500 Gefangenen als Luftschutzraum erbaut. Die schwerste Arbeit haben die Russen gemacht, es waren hier auch Französen und weitere Nationalitäten aus den Gefangenenlagern. Zum letzten Mal waren hier die Arbeiter im Jahre 1976, es wurde die Wasser- und Eletroinstallation umarbeitet.

Die ein Kilometer lange Gänge sind mit Informationstafeln ausgeschmückt, dessen Autor Ivan Rous (Dokumentarist des Nordböhmischen Museums, der über dieses Thema sogar ein Buch geschrieben hat) einige Merkwürdigkeiten aus der Geschichte der Deckung verraten hat.

– Am 1. Juli 2014 wurde im Reichenberger botanischen Garten der Pavillon für Seerosen eröffnet. Die bekannteste und größte auf der Welt ist die Victoria königliche, deren Blätter einen Durchschnitt bis drei Meter haben und sind so fest, dass sie sogar ein King mit 20 kg tragen können. Diese Seerose entdeckte als erster der tschechische Botaniker Tadeáš Haenke.

– Ab Donnerstag, den 26. Juni 2014, wurde am neuen Heliport (Landungsfläche für Hubschrauber) im Areal des Krankenhauses der Testbetrieb eröffnet. Die feierliche offizielle Übergabe fand eine Woche später, am 3. Juli, statt. Die Konstruktion steht auf drei Stahlbeinen in der Höhe von zwanzig Metern. Die Landungsfläche bildet eine automatisch durchgewärmte Stahlbetonplatte mit Durchschnitt von dreißig Metern. Den Nachtbetrieb ermöglichen dreißig Lichtsignale der Fläche, zehn Lichte des Annäherssystems und vier Elemente des Absteigesystems. Den neuen Heliport können im Bedarfsfall auch die mililtärischen Rettungshubschrauber SOKOL (ADLER) von Gewicht 6,5 Tonnen ausnutzen, die sonst nur noch im Zentralen militärischen Krankenhaus in Prag landen können. Die ganze Konstruktion wiegt 261,5 Tonnen. Deshalb war auch u. a. der Kommandant der Luftkraft, der Brigadegeneral Libor Štefánik, anwesend. Die ganze Delegation, samt Innenminister, in Begleitung von Stellvertretern der Reichenberger Primatorin, hat nachher am Arbeitsmittagessen am Gondelteich in der Fischbastei teilgenommen, wo ich gerade mit meinen Verwandten zu Mittagessen war.
Der Bau dauerte elf Monate und kostete 41 Millionen Kronen, davon 29,75 Millionen bekam das Krankenhaus von der EU und den Rest hat sie aus ihrem Haushalt bezahlt. (Siehe beigelegtes Foto)

Inzwischen bin ich leider selbst nach einem Unfall  langfristig im Krankenhaus „gelandet“ und kann so einmal bis zweimal täglich den Hubschrauber hören und manchmal auch sehen…

HARZDORF

Die „geschützten Werkstätten des Heimes Harzdorf“ setzten das Öffnen ihres Heimes der Öffentlichkeit vor. Nach gelungenem Fasching haben sie auf den Samstag, den 21. Juni 2014l, eine weitere Aktion – die Feier der sommerlichen Sonnenwende – vorbereiten. Nach einem Jahr wurde es mit Geschöpfen, die man wo anders nur so nicht sehen kann, voll. Irrlichte, Waldgeiste oder Feen sorgten für alle Sinne der Besucher. Die Geschmackszellen haben die Latwergen aus Kräutern von den Harzdorfer Hügeln aufgewirbelt, das Gehör erfreute die Kapelle „Zufällige Begegnung“, die Hände kamen auf seine Kosten in den schöpferischen Werkstätten, die Kräuterduft und Duft des gebackenen Fleisches kümmerten sich um den Geruch und die Augen – die übergingen nur.

LANGENBRUCK

Am Samstag, den 14. Juni 2014, fanden die traditionellen Langenbrucker Feier statt. Am Fußballplatz hat sich alles abgespielt. Für die Kinder war eine Luftburg und Spazierfahrt auf den Pferden vorbereitet, die freiwillige Feuerwehr organisierte ein Wettbewerb der Feuerspritzen PS 8, also deren, die man schon fast zu den Museumsexponaten einreihen kann. Der beste Quarkschmaus hat die Bewertungskommission nach Anonymmustern ausgewählt und am besten schmeckten die Quarkwürfel mit Aprikosen, lockerem Quark und Heidelbeeren. Die schaffte, wie sich später zeigte, selbst die Bürgermeisterin. Unlängst wurde auch ein Fotowettbewerb „Vier Jahreszeiten in Langenbruck“erklärt. Es gewann das Foto „Die Winterkapelle am Jaberlich“. Der Schluss der Feier gehörte dem Wissensquiz, Beisammensein bei den Tönen der Harmonika und selbstverständlich dem ausgezeichnetem Imbiss.

LIEBENAU

Glasnegative vom Dachboden wurden lebendig: Der Reichenberger Fotograf Šimon Pikous sucht die Nachkommen der Leuten aus Liebenau, die vor etwa 70 Jahren sein unbekannte örtliche Kollege fotografiert hat. Die gläsernen Täfelchen lagen Zehner von Jahren in Pappenschachteln im Dachgeschoss des Hauses in Liebenau. Während des Umbauens des Dachbodens hat sie die Inhaberin gefunden und dem Reichenberg Fotograf Šimon Pikous übergeben. Und der hat aus ihnen die wirkliche Form der steifen Damen, gierigen Fräulein und auch abgearbeiteten Frauen, Herren Gewerbetreibenden, Studenten, Mädchen mit Schleifen und auch Gendarmen in Uniformen hervorgezaubert. Jetzt möchte er dessen Namen und Lebensgeschichten kennen.

Er meint, es müssen Leute aus Liebenau und Umgebung sein, weil auf einigen Fotos sind die Namen der Dörfer und Familiennamen, und dass die Verwandten oder Bekannten die Gesichte auf den Fotografien erkennen. Er wettet auf das, dass die Leute um Liebenau und Böhmisch Aicha meistens angefesselt zum Grund lebten und nicht so oft wie in größeren Städten umgezogen sind. Die Negative sind benummert und man sieht, dass manchmal die ganze Familie fotografiert wurde. Es wurde nicht nur im Atelier, sondern auch im Terrain gearbeitet. Die Gesichter von manchen bekommen vielleicht schon eine konkrete Geschichte. Am Mittwoch, den 18. Juni 2014, hat der Fotograf Pikous von 9 bis 16 Uhr das Zelt am Liebenauer Marktplatz aufgebaut und das Bildnis den vorbeigehenden angeboten. Vielleicht ist das die einzigartige Möglichkeit, eine Fotografie vom Urgroßvater, Oma oder Onkel bekommen. Der Fotograf möchte gern zu der ursprünglichen Kollektion weitere hundert Aufnahmen von Leuten in gleichen Position, aber mit gegenwärtigen Technik dazugeben, und eine Ausstellung zum Vergleich -Leute damals und heute -veranstalten.

MACHENDORF

– Einige Zehnjahre nicht funktionierter Kirchenuhr haben sich die dortigen Einwohner selbst repariert. Wie der Vorsitzende der „Gesellschaft der Machendorfer Bürger“, Herr Milan Porš, informierte, ist es gelungen, das nötige Geld von der Stiftung VIA aus dem Programm ERA für Unterstützung der Region zu gewinnen. Die Kirchenuhr an der Kirche des Gottesherzes des Herren hat jetzt neuen Antrieb, Steuerung und Zeiger. Ab dem Samstagabend den 21. Juni 2014 schlagen die wieder aufs Neue und neu sind sie auch dank der Beleuchtung auch in der Nacht besser zu sehen. Die Einweihung der reparierten Kirchenuhr fand in der örtlichen Kirche statt, wo auch ein Konzert vom husittischen Kirchenchor LEVAMENTUM und Musikern aus Reichenberg stattfand. Das alles im Rahmen der Dorffeier, die den ganzen Tag viele Besucher lockte. Unter anderen konnten die Kinder auf der Straße mahlen;

– Am Samstag, den 28. Juni 2014, fand das Fest zum 130. Jubiläum des Korps der Freiwilligen Feuerwehr statt. Attraktionen für Kinder, Vorführungen der Machendorfer Feuerwehr und Rettungsmännern aus Reichenberg machten das bunte Programm interessant.

MAFFERSDORF

Am Samstag, den 28. Juni 2014, fand ab 13 Uhr in Maffersdorf der 15. Jahrgang der „Feier des Maffersdorfes Bieres“ statt. Den fünf Tausend Besuchern wurde neben weiteren 15 Sorten auch das Bier „KONRAD Der grüne König“ angeboten. Diese Biersorte drang in den Markt zum ersten Mal zu Ostern. Es wurden insgesamt 20 Tausend Biere ausgetrunken, was im Durchschnitt 4 Biere pro Kopf bedeitet. Zu dem Fest gehörte auch ein buntes Kulturprogramm, es stellten sich z. B. die Konrad-Dudelsack-Musik und Rockkapelle Krucipüsk vor; für die Kinder wurde ein Märchen vorbereitet. Im alten Gärkeller wartete für die Freunde der bildenden Kunst eine unikale Lichtinstallation.

WEISSKIRCHEN

Am 1. Juli 2014 wurde feierlich die in Betrieb genommene neue Straße I/35 aus Weißkirchen nach Grottau an der Neiße. Der neue Abschnitt ist 8 km lang und bringt größere Bequemlichkeit für die Kraftfahrer am Weg von Reichenberg nach Zittau und gleichzeitig lenkt den Schwerlastverkehr von Weißkirchen und Serpentinen vor Grabstein. Die Baukosten waren 1,7 Milliarden Kč. Die zweispurige Straße besetzt eine Fläche von 91.000 m2 und liegt auf elf Brückenobjekten. Die größte ist die Brücke über den Wetzwalder Teich, die den ersten Platz zwischen allen Brücken im Reichenberger Bezirk hält. Die neue Straße besichtigte auch der Bürgermeister aus Zittau, der zu ihrer Taufe eine Flasche Schampus mitbrachte. In seiner Rede versprach er, daß er versucht, den deutschen Teil der Straße so bald wie möglich beenden.

DEUTSCH GABEL

Noch vor einigen Jahren waren die Weideplätze unter dem Schloss Neu Falkenburg am Rand von Deutsch Gabel der hässlichste Teil der Stadt. Heute dank Freiwilligen und Leuten des VereinsČMELÁK (Die Hummel) haben sie sich in eine romantische Landschaft mit Tümpeln, Schilfrohren, Schwertlilien und weiteren kostbaren Pflanzen und Lurchen verändert. Vor neun Jahren hat der ökologische Verein sechs Hektaren Wiesen und Weidenplätzen für den Entwicklungspreis 120.000 Kronen ersteigert. Martin Wichterle (Enkel des berühmten tschechischen Erfinders der Kontaktlinsen und erfolgreicher Unternehmer), der schon längere Zeit mit dem Verein zusammenarbeitete, subventionierte die Versteigerung. und Umwandlung des Abladeplatzes zum romantischen Sumpfen konnte anfangen. Sie kostete 3,2 Millionen Kronen und viele Stunden Arbeit, zu welcher sich auch die Kinder aus dem nahen Kinderheim im ehemaligen Schloss bereitwillig anschloßen. Heute kann man hier acht neue Tümpeln, Gehweg über den Sumpf, neue Bänke und neuen Weg finden. Aber auch neu ausgepflanzte gelbe Schwertlilien und die aus Sibirien und weitere. Als Geld zur Verfügung sein wird, möchte man hier noch Tunnel aus Weiden, kleinen Aussichtsturm und ein Brücklein über den Bach schaffen. Die ziemlich steilen Ufer werden angepasst, dass es hier dem seltenen Flusseisvogel gefällt, den man hier ab und zu überfliegen sieht. Schon jetzt sind in die Sumpfen Natter, Frösche und Kaulquappen der Kröte eingezogen.

Die Vereinsmitglieder werden sich um die Sümpfe auch weiter kümmern. Man muss das Gras mähen oder des Schilf ausrupfen, falls es die geschützten Pflanzen zu würgen begann.

Ich wünsche allen Heimatfreundinnen und Heimatfreunden einen erholsamen Sommer mit schönem Wetter. Herzlich, Ihre/Eure

Dagmar Neumann.

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